Erfolgreicher Einmarsch in Sierre - in der nächsten Runde gastieren die Profis von Thun in Wettswil.

Vor dem nächsten Vereinshöhepunkt

Erfolgreicher Einmarsch in Sierre - in der nächsten Runde gastieren die Profis von Thun in Wettswil.
Kaspar Köchli

  • Cup
  • 22.09.2015
  • 16:26

In den Achtelfinals des Schweizer Cups sind mit Wettswil-Bonstetten und Red Star noch immer zwei Zürcher Amateurvereine vertreten. Beide Teams erlebten in ihrer Geschichte schon Duelle gegen Profiklubs - Red Star sorgte vor über 16 Jahren sogar für eine Sensation.

Nein, Losglück hatte der FC Red Star nun wirklich nicht. Nach dem 1:0-Sieg in der 1. Hauptrunde gegen den FC Oberwallis wurde mit Azzurri Lausanne ein weiterer Erstligist aus dem Wettbewerb geworfen. Doch statt einem attraktiven Profiverein bekommt es der Traditionsklub in den Achtelfinals des Schweizer Cups mit dem FC Köniz aus der Promotion League zu tun.

Es ist eine sportlich sehr hohe Hürde, und womöglich ein Gegner der nicht allzuviele Fans anlocken könnte. Die Qualität der Berner bekamen zuletzt sogar die Grasshoppers zu spüren - sie scheiterten in der 2. Hauptrunde völlig überraschend 1:3.

Im Kader von Köniz figurieren einige ehemalige Profis. Allen voran das "enfant terrible" Carlos Varela, der in seiner langer Karriere unter anderem für Basel und YB auflief, sich da und dort eine Rote Karte abholte und auch in Interviews öfters Klartext sprach (Video). 38 Jahre alt ist der Offensivspieler mittlerweile, und damit einer von zahlreichen erfahrenen Akteuren im Kader von Köniz.

Weitere bekannte Namen sind Miguel Alfredo Portillo (32, ex YB, Servette), Jiri Koubsky (33, ex Aarau, St. Gallen), David Moser (26, ex Thun, Winterthur) oder Cristian Miani (22, ex FC Schaffhausen).

Doch womöglich gelingt dem FC Red Star ja nochmals ein Coup. Immerhin steht der Verein für einer der grössten Sensationen im Schweizer Cup überhaupt. Über 16 Jahre ist es mittlerweile her, seit der damalige Erstligst mit einem 2:1-Sieg über den A-Ligisten FC Lugano in den Halbfinal einzog.

Mit Forte und Oswald in der Abwehr
Im Abwehrzentrum des Stadtzürcher standen der eben bei YB entlassene Uli Forte und der langjährige Thalwil-Coach Jérôme Oswald. Die Tore im Letzigrund erzielten aber Erkan Firat und Giuseppe Ronca – das Anschlusstor durch Gaetano Giallanza war zu wenig für die Tessiner.

Lugano war im Frühling 1999 aber nicht der einzige Oberklassige, der von Red Star bezwungen wurde. Zuvor hatte das Team von Trainer Jürgen Seeberger auch Baden, Chiasso und Yverdon eliminiert. Für Seeberger (wie später auch für Uli Forte) war der Verein von der Allmend Brunau ein prima Sprungbrett für die Profikarriere als Trainer.

Red Star - Lugano 2:1 (1:0)
Letzigrund. - 1800 Zuschauer. - SR: Détruche.
Tore: 29. Firat 1:0. 55. Ronca 2:0. 68. Giallanza 2:1.
Red Star: Ellenberger; Rohrer, Oswald, Forte, Galliker; Ronca (85. Tomeo), Aeberhard, Fehr, Rüegg (71. Aleksandrovic); Costantini, Firat (69. Heuberger).
Lugano: Hürzeler; Rota; Morf (66. Gaspoz), Andersen, Fernandez (46. Bullo); Thoma (42. Orlando), Lombardo, Tejeda, Giannini; Giallanza, N'Kufo.
Bemerkungen: Red Star ohne Ramondetta (gesperrt). Lugano ohne Rossi (gesperrt), Abatangelo, Biscay, Conti, Emmers, Gimenez, Taborda (alle verletzt). 


Das Abenteuer im Schweizer Cup endete dann aber abrupt. Red Star war im Halbfinal gegen GC chancenlos und verlor 0:7. Der Titel sicherte sich allerdings dann Lausanne mit einem 2:0-Endspiel-Sieg über die Zürcher.

Nicht eine so lange und imposante Klubgeschichte wie der heutige interregionale Zweitligist Red Star hat der zweite im Cup verbliebene Zürcher Amateurvertreter - der FC Wettswil-Bonstetten. Die Säuliämtler zählen aber zumindest zu den Emporkömmlingen der letzten Jahre. Seit der Saison 2012/13 spielen sie in der 1. Liga. Im letzten Juni scheiterte das Team von Martin Dosch erst in den finalen Aufstiegsspielen zur Promotion League am SC Cham. Der Trainer wirkt schon die neunte Saison für den FCWB.

Cupfeste gegen Servette und YB
Im Gegensatz zu Red Star war der Erstligist in den bisherigen Cup-Runden gegen den Drittligisten Länggasse Bern (2:1) und den Interregio-Klub Sierre (3:0) in der Favoritenrolle. Zur Belohnung gab es nun den FC Thun. Damit wird Coach Dosch Ende Oktober den bereits dritten Cup-Höhepunkt in seiner langen Amtszeit erleben.

Im September 2010 fehlte beim 0:2 gegen Servette Genf gar nicht viel. Zwei Jahre später gastierte mit den Young Boys eine noch grössere Hausnummer auf dem Sportplatz Moos. Das Spiel ging 1:5 verloren - doch 3000 Besucher sorgten für einen "Stadion"-Rekord. Diese Marke dürfte wohl nur schwer zu durchbrechen sein. Das Achtelfinal gegen Thun findet am Mittwochabend, 28. Oktober (19.30 Uhr) statt.

Letzte Änderung am Sonntag, 16 September 2018 10:45

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