Die Stäfner Nico Monn und Ronny Fischer auf dem heimischen Frohberg-Rasen.

Seite an Seite – an der Linie und auf dem Feld

Die Stäfner Nico Monn und Ronny Fischer auf dem heimischen Frohberg-Rasen.
Marco Huber

  • 2. Liga
  • 25.07.2018
  • 16:31

Ronny Fischer und Nico Monn zählen seit Jahren zu den Leistungsträgern in den Reihen des Zweitligisten FC Stäfa. Als Trainerduo bei den Junioren wollen sie ihren Beitrag leisten, dass weiterhin viele Eigengewächse den Sprung ins Fanionteam schaffen.

Die Sonne brennt gnadenlos auf die Plätze der Sportanlage Frohberg hoch über Stäfa. Unten glitzert der Zürichsee. Im Hintergrund erstrahlen die Gipfel der Glarner Alpen. Auf dem Hauptplatz des FC Stäfa spritzt der Sprenger ununterbrochen Wasser auf den kargen Boden.

Im Schatten des Vordachs des Klublokals haben es sich Ronny Fischer (27) und Nico Monn (28) bequem gemacht. Um 20 Uhr beginnt beim Zweitligisten das Mannschaftstraining. Sie sind lange vor dem Rest des Teams auf dem Frohberg. Vorbildfunktion eben.

Seit der vergangenen Saison bilden die beiden zusammen das Captain-Duo beim FCS. Führungspositionen, die sich die beiden Ur-Stäfner erarbeitet haben, weil sie seit Jahren dabei sind. Vom aktuellen Kader gehören zu denjenigen Spielern, die am längsten mit von der Partie sind. Auf dem Frohberg sind sie zu Institutionen geworden.

Forscher Bregy
Sowohl Goalie Fischer, als auch Verteidiger Monn haben die komplette Juniorenzeit beim FCS verbracht. Mit sechs stiegen sie in die Fussballschule ein. Dann trennten sich ihre Wege ein erstes Mal, bis sie im C-Juniorenalter wieder zusammenkamen. Ronny Fischer war als Junior zunächst Feldspieler, Monn Stürmer. Im Lauf der Jahre fanden beide ihre Stammpositionen.

Fischer schaffte unter dem damaligen Trainer Georges Bregy früh den Sprung in die erste Mannschaft, musste seinen älteren Kontrahenten jedoch den Vorzug lassen. An die Zeit unter dem Ex-Profi und Nationalspieler erinnert sich Fischer eher flüchtig. Legendär sei auf jeden Fall Bregys forscher Umgang mit den Linienrichtern gewesen. "Man hat schon gemerkt, dass er früher Profi war", sagt Fischer.

Fixer Bestandteil
Nico Monn verletzte sich im A-Juniorenalter zweimal schwer und musste lange pausieren. "Deshalb hast du jetzt noch so viel nachzuholen auf dem Platz", scherzt Fischer, der mit Monn auch privat gut befreundet ist. Tatsächlich machte Nico Monn einen Umweg via verschiedener Reservemannschaften.

Ab 2010 waren beide fixer Bestandteil des Fanionteams. "Es war der richtige Zeitpunkt", sagt Nico Monn, der laut interner Trainingsstatistik in aller Regel zu den Spielern mit den meisten absolvierten Einheiten zählt.

Mentalitätswandel der Jungen
Trainer damals war Shaip Krasniqi. In der Ära des heutigen Rüti-Trainers schaffte der FC Stäfa die Punkteprämien ab. Das war 2015 nach dem Abstieg in die 3. Liga. Beide Stäfner Urgesteine betonen, dass Geld im Amateurfussball für sie nie eine Rolle gespielt habe. Für viele Spieler, die von extern nach Stäfa zum Kicken kamen hingegen sehr wohl. "Das hat sich extrem stark verändert", sagt Fischer.

Was ebenfalls anders geworden ist, sei die Einstellung junger Spieler. "Für uns war es noch eine Selbstverständlichkeit, dass man als junger Spieler in der ersten Mannschaft vor jedem Training Flaschen füllt, Bälle pumpt und das Material trägt", sagt Fischer. "Da hat ein Mentalitätswandel stattgefunden, der offensichtlich mit generellen Veränderungen in unserer Gesellschaft zusammenhängt", ergänzt Monn.

Auf- und Abstiege
Mit einer stark verjüngten Mannschaft schafften die Stäfner nur ein Jahr nach dem Abstieg – angeführt von Fischer und Monn – den direkten Wiederaufstieg. Für die beiden Leistungsträger war es bereits der zweite. Schon 2010 hatten sie dies gepackt – ebenfalls unter Shaip Krasniqi.

Ihren langjährigen Fördererer beschreiben die beiden als "Kumpeltypen, der sich stark in den Verein integriert hat." Eine Aussage, die auf die beiden Ur-Stäfner wohl fast noch besser zutrifft.

Monn ist als sportlicher Leiter Jugendfussball sogar beim Club angestellt und war bei der Erarbeitung des Stäfner Ausbildungskonzepts mit zwei Vereinskollegen federführend. Fischer engagiert sich ebenfalls seit Jahren in der Stäfner Nachwuchsabteilung.

Seit vier Jahren sind Fischer und Monn gemeinsam als Juniorentrainer engagiert. Aktuell betreuen sie die C-Junioren-Leistungsmannschaft. Grösster Erfolg: der Aufstieg in die Coca-Cola Junior League im vergangenen Sommer. Im Frühjahr folgte der Abstieg. "Irgendwie haben wir es ein wenig mit Abstiegen und Wiederaufstiegen", sagt Ronny Fischer.

Talente fördern
Kürzlich liefen die ersten Spieler in der ersten Mannschaft auf, die früher als Junioren von Fischer und Monn trainiert wurden. "Das war schon ziemlich speziell für uns", sagt Monn. Immer wieder bauen die beiden Stammspieler Übungen der ersten Mannschaft in die Trainings mit den C-Junioren ein.

So auch von Luigi Caracciolo, der den Posten des FCS-Cheftrainers im Mai 2017 von Shaip Krasiniqi übernahm und den Ligaerhalt schaffte. Er sei im Vergleich zu seinem Vorgänger stärker auf das Ergebnis und weniger auf den eigenen Spielstil fokussiert, sagt Nico Monn.

Die letzte Saison – die erste komplette unter Caracciolo – schloss Stäfa auf dem starken vierten Rang ab. Und was liegt für die Frohberg-Elf in der neuen Spielzeit drin? "Wir wollen in die Top fünf", sagt Ronny Fischer. Aber in dieser ausgeglichenen Gruppe sei alles möglich.

Und mit den Junioren? "Da wollen wir natürlich wieder vorne mitspielen", sagt Monn. Es sei aber schwierig abzuschätzen, zumal sie einen Grossteil der neuen Spieler noch nicht gut kennen.

Langfristig wollen die beiden auf jeden Fall weiterhin ihren Beitrag leisten, damit der FC Stäfa zahlreiche talentierte junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft integrieren kann. So wie es Ronny Fischer und Nico Monn einst selber vorgemacht haben. (mh)

Letzte Änderung am Donnerstag, 26 Juli 2018 11:38

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