Der japanische Aussenverteidiger Takeru Iino fühlt sich auf der Bassersdorfer BXA-Anlage wohl.

Nur das gute japanische Essen fehlt

Der japanische Aussenverteidiger Takeru Iino fühlt sich auf der Bassersdorfer BXA-Anlage wohl.
ga

  • 2. Liga
  • 27.09.2018
  • 11:14

Wie kommt ein Japaner zum FC Bassersdorf? "Ich bekam die Möglichkeit für ein Probetraining – und habe bestanden", sagt Takeru Iino und lächelt. Einige Wochen später ist der Aussenverteidiger bereits eine feste Grösse beim Zweitligisten.

Montagabend, Restaurant BXA in Bassersdorf. An einem Tisch sitzt eine ruhiger, unscheinbarer junger Mann. Sein Name ist Takeru "Take" Iino, Fussballer beim Zweitligisten FC Bassersdorf.

Der in der Grossstadt Tokyo aufgewachsene Iino ist 25-Jährig und seit rund fünf Monaten in der Schweiz.

Er kommuniziert überraschend gut in (Hoch-)deutsch. Der Grund hierfür ist, dass er zwischen 2014 und 2016 in der Nähe von Gladbach (GER) wohnte, dort die Sprache lernte und Fussball im in einem Verein spielte. Dies bei der SG Eintracht Mendig/Bell in der sechsthöchsten Liga. Zudem war er Nachwuchstrainer beim Team U-8 und U-10.

Grosse Laufbereitschaft und Zweikampfstärke
Der angehende Grammatikstudent der Uni Zürich ist ein auffälliger Spieler. Beeindruckend sind vor allem seine extrem grosse Laufbereitschaft und seine Zweikampfstärke. Der Rechtsverteidiger ist durchaus vergleichbar mit dem Schweizer Nationalspieler Stephan Lichtsteiner oder dem kürzlich zurückgetretenen Philipp Lahm. Sein taktisches Verhalten und seine schnellen Vorstösse über die Aussenbahnen sind in der 2. Liga bereits gefürchtet.

Sein ehemaliger Trainer in Japan sagte ihm einmal, er solle doch Marathonläufer werden. Diese Gabe wurde ihm in seiner Kinder- und Jugendzeit beim Fussballclub Briobecca Urayasu (vierthöchste japanische Liga) beigebracht. Dort trainierte er bis zu sechsmal pro Woche – plus ein Spiel.

Der japanische Fussball ist international bekannt für ein gepflegtes Passspiel mit viel Laufbereitschaft. Die Trainingsabläufe waren vergleichbar wie im Militär – alles mit sehr viel Disziplin und Drill.

Aus dem Knonaueramt nach Bassersdorf
Takeru Iino ist nun seit zehn Wochen im Fanionteam des FC Bassersdorf. Doch wie kommt ein Japaner, der im Knonaueramt wohnt, zum FC Bassersdorf? "Ich habe diverse Fussballvereine in der Region Zürich per E-Mail für ein Probetraining angefragt. Der einzige Verein, der sich gemeldet hat, war der FC Bassersdorf. Ich bekam die Möglichkeit für ein Probetraining – und habe bestanden", erzählte er mit einem Lächeln im Gesicht.

Interessant ist auch der Vergleich der Trainingslektionen und Spieltaktiken zwischen dem Team in Deutschland und dem FC Bassersdorf.

Im deutschen Team trainierte Iino drei Mal pro Woche. Es wurde "effizient" trainiert, also mit viel Kraft, hohem Tempo, vielen langen Bällen und einem schnellem Torabschluss. Der Teamspirit war aber schwierig.

In Bassersdorf ist sei vieles besser, sagt er. Die Stimmung im Team ist sei super. "Ich wurde vom Trainerstaff und von den Spielern sehr freundlich empfangen und bestens im Team integriert.

Wir haben in Bassersdorf eine gute Mischung von routinierten und jungen Spielern, die allesamt gute Fussballer sind. Das grosser Kader fördert die Konkurrenz, was sich bisher positiv auf die Resultate ausgewirkt hat."

In Bassersdorf werde anders trainiert und die Spieltaktik sei ebenfalls anders. Das Trainerduo Gianni Lavigna und Giuseppe Gatto sei ehrgeizig, gut organisiert und immer bestens vorbereitet, sei es im Training oder im Spiel. "Sie verlangen von den Spielern viel, legen grossen Wert auf die Fitness und Fairness. Der Ball ist fast immer in den Übungen dabei", erzählt Iino.

Noch mehr schiessen und kommunizieren
"Zu mir sagten die beiden Trainer kürzlich, ich schiesse zu wenig auf das Tor und kommuniziere wenig. Das will ich nun rasch zu verbessern."

Iino spielt zur Zeit auf der rechten Abwehrseite. In Deutschland und Japan spielte er auch als Linksverteidiger und die klassische Nummer 6 im defensiven Mittelfeld.

Seine Vorbilder haben einen Bezug zu seinen Spielerpositionen. Als Kind und Jugendlicher war es Welt- und Europameister sowie Barça-Ikone Xavi Hernandez. Später bewunderte er Weltmeister und ex-Bayern-Captain Philipp Lahm.

Und zuletzt die Frage, was er am meisten in der Schweiz vermisse. Seine Antwort: "Gutes japanisches Essen, insbesondere Sushi. In der Schweiz ist das Sushi okay, in Deutschland war es schlecht." (ga)

Letzte Änderung am Donnerstag, 27 September 2018 16:33

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