Nach Aufstieg und Cupsieg auch noch das "Team des Jahres": Die Frauen des FC Winterthur.

"Team des Jahres": Ein zweiter Streich der Frauen

Nach Aufstieg und Cupsieg auch noch das "Team des Jahres": Die Frauen des FC Winterthur.
Dieter Meierhans

  • Team des Jahres
  • 12.07.2018
  • 13:59

Die Frauen des FC Winterthur sind das "Team des Jahres" und stellten damit den zweiten Erfolg einer Frauenmannschaft in Folge sicher. Damit krönt die Frauenabteilung des Vereins die ohnehin schon ausgezeichnete Saison mit dem Aufstieg in die 1. Liga und dem regionalen Cupsieg.

Rund 1500-mal wurde über das "Team des Jahres" abgestimmt. Lange waren die Herren des FC Niederweningen und Oberwinterthur auf den vorderen Plätzen, doch in den entscheidenden Tagen gelang dem FC Winterthur ein klassischer Endspurt. Letztlich entschieden die FCW-Frauen die Wahl mit 26.1% der Stimmen klar für sich. Niederweningen mit 14,5% und Oberi mit 14,1% blieben "nur" die Plätze zwei und drei.

Gar nicht ans Gewinnen gedacht
"Uns ging es in erster Linie einfach darum, als einziges Frauenteam in der Auswahl gut abzuschneiden – ans Gewinnen haben wir gar nicht gedacht", zeigte sich FCW-Spielerin Nayelli Baumgartner überrascht über den Sieg und fügte an: "Es ist natürlich super, dass wir mit den Blue Stars-Frauen mitziehen konnten und der Titel zum zweiten Mal an ein Frauenteam ging."

Damit darf sich die Frauenabteilung des FC Winterthur auf den Preis der diesjährigen Wahl freuen. Der Fussball-Corner Oechslin offeriert dem Siegerteam 20 Trainingstrikots, der Reiseanbieter TRAVELclub wird die FCW-Frauen mit einem Gutschein von 500 CHF für das Trainingslager im kommenden März unterstützen.

Mit grossen Schritten Richtung 1. Liga
Für die Frauen des FCW ist der Gewinn der "Team des Jahres"-Wahl nur die logische Folge der vergangenen zwei enorm erfolgreichen Jahre. Erst im Sommer 2016 durch Sarah Akanji gegründet, stieg der FCW zunächst von der 3. Liga in die 2. Liga auf. In dieser Spielzeit folgte mit der erneuten Promotion und dem regionalen Cupsieg die vorläufige Krönung.

Die kommende Erstliga-Spielzeit soll für den FCW allerdings mehr als nur ein Abenteuer werden, denn Akanjis Plan ist es, die Mannschaft langfristig im Spitzenfussball zu etablieren. "Natürlich ist der Schritt in die 1. Liga sehr gross, vor allem vom Tempo her. Und wir haben auch nicht so viele Spielerinnen mit Erfahrung auf diesem Niveau", gibt die defensive Mittelfeldakteurin Laura Schläfli zu bedenken.

Daran, dass der FCW in der 1. Liga bestehen kann, glaubt Schläfli aber so sehr wie die anderen Spielerinnen. "Natürlich wollen wir uns gut einfinden und uns etablieren", fügt Baumgartner an. Die Gegner in der kommenden Saison kommen nicht mehr aus der Region Winterthur, sondern aus dem Tessin, Graubünden oder dem Appenzell.

Als nächstes eine Jugendabteilung?
Verstärkungen haben der FCW und Trainerin Adrienne Krysl nicht aktiv gesucht. Die Mannschaft wird grösstenteils so zusammenbleiben, wie sie die vergangene Saison bestritten hat – mit Spielerinnen, die fast ausschliesslich aus der Region Winterthur kommen. Dafür wurde die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen aus dem Raum Winterthur verstärkt, sagt Schläfli.

Das langfristige Ziel von Akanji & Co. ist es, den jungen Frauen aus der Region eine umfangreiche Frauenfussballabteilung beim FCW zur Verfügung zu stellen. Vorstellbar ist, dass in Zukunft auch Nachwuchsmannschaften hinzukommen, damit jungen Talenten die Möglichkeit geboten wird, sich in FCW-Jugendmannschaften für das "Eins" aufzudrängen.

"Wenn man sich die Grösse der Jugendabteilung im Männerbereich des FCW anschaut und wo einige dieser ehemaligen Junioren heute spielen, erkennt man das Potenzial sofort", befindet Schläfli. Und Baumgartner fügt an: "Es wäre schön, wenn man als Frau dieselben Chancen hat, egal wo man wohnt. Da kann der FCW ein Vorbild sein."

"Wir sind noch lange nicht fertig"
Es wird schnell klar: Der Aufstieg in die 1. Liga ist für die FCW-Frauen nicht das Ende der Fahnenstange. Bodenständig und mit einer klaren Philosophie soll bei den FCW-Frauen auch in der kommenden Spielzeit konzentriert am bisher so erfolgreichen Projekt weitergearbeitet werden. Dies bestätigen Baumgartner und Schläfli unisono: "Wir sind noch lange nicht fertig, und Sarah hat noch ganz viele Pläne. Es fängt erst gerade an". (oa)

Team des Jahres 2018
1. FC Winterthur Frauen 26,1%
2. FC Niederweningen 14,5%
3. FC Oberwinterthur 14,1%
4. BC Albisrieden 12,6%
5. FC Wettswil-Bonstetten II 12,3%
6. FC Greifensee 8,2%
7. FC Adliswil 4,3%
8. FC Einsiedeln 3,2%
9. FC Red Star 3,2%
10. FC Uster 1,6%
Letzte Änderung am Samstag, 14 Juli 2018 14:33