Wer wird "Trainer des Jahres" – breite Uneinigkeit bei der Jury

Wer wird "Trainer des Jahres" – breite Uneinigkeit bei der Jury


  • Trainer des Jahres
  • 19.07.2019
  • 00:32

Wer gewinnt die Wahl zum "Trainer des Jahres"? Unsere Experten sind sich ziemlich uneinig – neun der zehn Kandidaten wurden als "Nummer 1" auserwählt.

Es geht auch bei der Wahl zum "Trainer des Jahres" auf die Zielgeraden. Und: Im Vergleich zu den früheren Wettbewerben hat erstmals auch eine Jury einen Einfluss auf die Entscheidung. Ihr Anteil wird nebst dem User-Voting zu einem Drittel in die Gesamtwahl einfliessen.

Doch während sich bei der Wahl zum "Team des Jahres" noch fast die Hälfte der Experten für die SV Schaffhausen (den tatsächlich späteren Sieger) entschieden, herrscht diesmal breite Uneinigkeit.

Muharemi und Paiva zweimal topgesetzt
Fast alle der zehn Auserwählten erhielten eine Stimme. Zumindest zwei Stimmen bekamen aber "Spielvis"-Aufstiegscoach Spejtim Muharemi und Dietikons João Paiva.

Wobei Letzterer seine Topstimme von Markus Wyss, dem Sportredaktor des "Zürcher Unterländer", auch nur erhielt weil es "sein" Gianni Lavigna nicht unter die Top 10 geschafft hatte. "Er sieht hervorragend die Stärken seiner Gegner und stellt sein Team entsprechend ein. Bassersdorf hat sich zudem gegen ein nominell stärkeres Team durchgesetzt", findet Wyss zum FCB-Trainer Lavigna.

So denn: Uzwil-Trainer und regional-fussball.ch-Analyst Sokol Maliqi (Sokies Analyse) favorisiert klar Paiva. "Ich habe mich für João Paiva entschieden, weil sein Team eine souveräne Interregio-Saison gezeigt hat. Es spielt einen guten Fussball. Mir gefällt ausserdem die Spielphilosophie. Ich habe ihm auch den Vorzug gegenüber dem routinierten Fuchs Adrian Allenspach gegeben, weil er im Gegensatz zu ihm noch ein junger Trainer ist", betonte er.

Ebenso zwei Nominationen bekam Spejtim Muharemi – eine davon von Thomas Maag. "Ein Abstieg hinterlässt immer Spuren. Es ist eine schwierige Aufgabe für einen Trainer, diese Spuren so schnell wie möglich verschwinden zu lassen. Muharemi ist das bei der Spielvi eindrücklich und vom ersten Spiel weg gelungen. Und sämtliche 22 Meisterschaftsspiele zu gewinnen, spricht auch für den Trainer, denn der Aufstieg stand so schon früh fest und trotzdem zog es das Team bis zum Schluss durch", sagte der Präsident der Zürcher Sportjournalisten und Ex-Trainer.

Lob vom Bülacher Ehrenpräsidenten
Der im Vorfeld der Wahl so oft portierte Effretiker Coach Flakon Halimi bekam derwil ein Sonderlob vom Bülacher Ehrenpräsident Edi Koller. "Flakon Halimi erachte ich als eines der grössten Trainertalente in der Breitenfussballszene. Er hat den FC Effretikon ohne nennenswerte auswärtige Spieler in die 2. Liga geführt und sich auch nicht in der Rückrunde, als der FC Bülach Spiel für Spiel mit Siegen Druck aufgebaut hat, aus der Ruhe bringen lassen. Für mich einer der besten Trainer im Amateurfussball."

Marcel Cornioley, Präsident des Stadtzürcher Fussballverbands und ehemaliger Red-Star-Präsident hat da einen anderen Favoriten. "Es gibt diverse Trainer, die diese Auszeichnung verdient hätten. Trainer des Jahres ist für mich Adrian Allenspach. Er hat den FC Tuggen in der Saison 17/18 vor dem Abstieg gerettet und die Mannschaft in der letzten Meisterschaft wieder an die Spitze der 1. Liga gebracht und in die Aufstiegsspiele geführt", begründete er.

In der 1. Liga ohne Geld der Konkurrenz getrotzt
Stefan Goll, der abgetretene Trainer von YF Juventus, strich derweil die Arbeit von Höngg-Trainer Ivan Previtali heraus. "Ich weiss am besten, wie schwierig es ist, in der 1. Liga ohne Geld zu bestehen. Zudem hat es Ivan verstanden, weiterhin offensiven und frechen Fussball spielen zu lassen, ohne defensiv zu versagen. Er hatte eine schwierige Ausgangslage, die er bravourös gemeistert hat, ihm und dem Team meine Anerkennung."

Marco Tanner, früherer Trainer, Sportleiter und Spielgestalter Marco Tanner, gab seine Stimme dem Wetziker Trainer Gabor Gerstenmaier. "Er war Profifussballer und auch als Trainer bereits in der 1. Liga unterwegs. Nun hat er sich mit den Umständen in den unteren Ligen zurecht gefunden und den Umbruch in Wetzikon gleich mit dem souveränen Aufstieg sowie dem sensationellen Cupsieg geschafft. Daneben hat er viele Spieler einen Schritt weitergebracht. Gabor und seinem Team wird der Ligaerhalt mit Wetzikon gelingen."

Klar wie Klossbrühe
Für unsere Gerüchteküche-Strategin Betty Böser war Gianluca Cavaliere der Aufstiegsgarant des FC Wollishofen. "Für mich klar wie Klossbrühe, dass ich ihn wähle. Zwei Aufstiege mit Adliswil, nun auch umgehend der Aufstieg mit Wollyhood. Vielleicht sollte man in Freienbach den Cavaliere engagieren, damit es endlich klappt?", sprach sie wie gewohnt Klartext.

Mit dem abgetretenen Remo Pesenti einen anderen Trainer auf dem Zettel hat der Journalist Manuel Iseli. "Ein misslungener Saisonstart setze die Thurgauer mitsamt Neutrainer Remo Pesenti gewaltig unter Druck. Der ehemalige Profi des FC Schaffhausen liess sich aber zu keiner Zeit aus der Ruhe bringen und schaffte es, eine taktisch gereifte Mannschaft zu formen, die in Punkto Teamgeist gegen Ende hin seinesgleichen suchte. Der 5:0-Auswärtserfolg gegen Aufsteiger Bassersdorf spricht Bände. Pesentis grösstes Plus: Er blieb seiner Linie stets treu. Für Neutrainer Gianluca Frontino hinterlässt Pesenti enorme Fussstapfen", ist er überzeugt.

Bleibt noch Kaspar Köchli, der die Arbeit von Wettswil-Bonstetten-II-Trainer Vaclav Pechoucek nahe mitverfolgte: "Als Neuling rockte WB II die 2. Liga und knöpfte dem souveränen späteren Aufsteiger Lachen/Altendorf vier Punkte ab. Trainer Vaclav Pechoucek verstand es mit seiner begeisternden Art, einen unglaublichen Teamspirit zu schaffen", sagte der Berichterstatter des "Anzeiger Bezirk Affoltern" und Reporter des FCWB.

Die Jury

Betty Böser, Chefköchin

Marcel Cornioley, Präsident Stadtzürcher Fussballverband, Ex-Präsident und -Trainer Red Star, Ex-Nationalspieler

Stefan Goll, Trainer (u.a. YF Juventus, Höngg, Seefeld)

Manuel Iseli, freier Mitarbeiter "Schaffhauser Nachrichten"

Kaspar Köchli, Berichterstatter beim "Anzeiger Bezirk Affoltern" und Reporter des FC Wettswil-Bonstetten

Edi Koller, Ehrenpräsident FC Bülach

Thomas Maag, Präsident Zürcher Sportjournalisten und Trainer (u.a. Küsnacht, Zürich-Affoltern, Wallisellen)

Sokol Maliqi, Trainer (u.a. Uzwil, Dübendorf, Schwamendingen, Gossau) und "regional-fussball.ch"-Analyst

David Schweizer, Herausgeber "regional-fussball.ch"

Marco Tanner, Ex-Trainer und Sportleiter FC Bassersdorf

Markus Wyss, Sportredaktor "Zürcher Unterländer"

 



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Letzte Änderung am Freitag, 19 Juli 2019 00:32

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