"Wir müssen bereit sein, auch die unnötigen Meter zu machen"

"Wir müssen bereit sein, auch die unnötigen Meter zu machen"


  • Trainer des Jahres
  • 26.07.2019
  • 11:17

Der Trainer des Jahres 2019 heisst Flakon Halimi. Mit dem FC Effretikon schaffte er den Aufstieg in die 2. Liga. Was sein Team nun eine Liga höher erwartet verrät er im Interview.

Er ging als vermeintlicher Favorit ins Rennen. Und er hat sich am Ende durchgesetzt. Flakon Halimi (Bild) ist Trainer des Jahres 2019.

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Vor zweieinhalb Jahren hat er den FC Effretikon in der 3. Liga übernommen. In der abgelaufenen Saison führte Halimi den Club nach langer Durststrecke wieder zurück in die 2. Liga regional.

Sie sind Trainer des Jahres 2019. Was bedeutet Ihnen nach dem Aufstieg mit dem FC Effretikon dieser ganz persönliche Titel?
Flakon Halimi: Als ich wusste, dass ich in der engeren Auswahl stand, habe ich mich schon als Sieger gefühlt. Dieser Auszeichnung ist für als Amateur-Trainer schlicht sensationell. Und sie ist der Lohn für viel harte Arbeit.

Im Vorfeld zur Wahl sind zahlreiche Empfehlungen unter anderem auch von vielen anderen Trainern für Sie eingegangen. Wie erklären Sie sich diesen Rückhalt?
Das ist natürlich ein schönes Zeichen. Ich deute das so, dass ich stets respektvoll mit Trainerkollegen um gehe. Bei unseren Spielen zeige dem Gegner immer die Kabine, bringe den Pausentee und spreche – egal ob Sieg oder Niederlage – nach dem Match immer mit dem anderen Trainer. Allgemein versuche ich, nie arrogant aufzutreten und schätze alle Kollegen im Fussball sehr.

Der FC Effretikon hat sich dank einer konstanten Saison den Aufstieg gesichert. Was war dafür ausschlaggebend?
Zu Beginn der Saison habe ich meinen Jungs ein leeres Buch gezeigt und symbolisch gesagt, dass wir darin nun unsere eigene Geschichte schreiben werden. Immer wieder habe ich betont, dass es alle braucht, um Erfolg zu haben – Stamm- und Auswechselspieler. Es war ein kontinuierlicher Aufbau, der am Ende zum Aufstieg geführt hat. Dieser Erfolg war aber eben nur dank sehr viel Teamgeist und noch mehr Fleissarbeit möglich. Ein wichtiger Aspekt war unsere Wintervorbereitung. Da hat unser Konditionstrainer ganze Arbeit geleistet. Grossen Anteil am Aufstieg hatte mein Assistent Urs Rhyner, der nun auf die neue Saison hin leider aus beruflichen Gründen nicht mehr mit von der Partie sein kann.

In der Stadt war zuletzt der Eishockeyclub Illnau-Effretikon (EIE) gegenüber dem FC vorherrschend. Was bedeutet der Aufstieg des FCE für die Stadt?
Ich glaube für die Stadt ist es das erfolgreichste Sportjahr seit Längerem. Wir haben viele Komplimente bekommen. Darunter auch Glückwünsche von Seiten der Stadt. Das ist sagenhaft.

Jahrelang hat der FCE sportlich nicht sonderlich viel auf die Reihe gekriegt. Wieso hat es nun unter Ihrer Führung endlich mit der Rückkehr in die 2. Liga geklappt?
Als ich übernommen habe, spürte ich, dass die erste Mannschaft etwas angezählt war. Wir hatten aber viele talentierte Spieler. Diese waren aber erst mit der Zeit bereit sich in den Trainings buchstäblich quälen zu lassen, um weiterzukommen. Ich habe häufig den Vergleich mit dem Bergsteiger benutzt, der auf dem Weg zum Gipfel ab und zu einmal eine Pause einlegt, jedoch immer weiter geht und nie aufgibt.

Worauf richten Sie nun in der Vorbereitung das Augenmerk?
Das Tempo in der 2. Liga wird wesentlich schneller sein. Dies wissen wir natürlich. Wir müssen deshalb als Team noch gedankenschneller werden. Das Wichtigste ist aber die Laufbereitschaft. Wir müssen bereit sein, auch die unnötigen Meter zu machen. Der Mannschaft habe ich vermittelt, dass wir nicht nur für 90 Minuten trainieren, sondern für 100.

Der FCE wurde in die Gruppe 2 eingeteilt. Sie gilt gemeinhin als die stärkere der beiden 2.Liga-Gruppen. Was braucht es, um darin zu bestehen?
Es gibt keinen Gegner, den wir auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Wir haben grossen Respekt vor diesen Teams, Angst haben dürfen wir aber nicht. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Ziel Ligaerhalt. Dafür braucht es viel Fleissarbeit, denn am Ende wird Fleiss belohnt, Talent alleine reicht nicht.

Auf welches Duell freut sich der Effretiker Aufstiegscoach am meisten?
Auf jenes mit dem FC Uster natürlich, weil ich für die Stadt Uster arbeite (Halimi ist Badmeister im Hallenbad Buchholz – die Red.). Der FCU ist eine Topadresse in dieser Region, auch wenn sie jetzt wieder aus der Interregio abgestiegen sind. Speziell werden aber sicher auch die Spiele gegen Dübendorf, Phönix Seen und den FC Schaffhausen II, gegen den wir im Stadion auflaufen werden – ein grossartiges Erlebnis wird das. Etwas mehr Derbycharakter hat dann sicher der Match gegen Aufsteiger Wetzikon. Für solche Spiele, meine ich, spielen wir schliesslich Fussball. (mh)

Gesamtwertung1. Flakon Halimi (FC Effretikon)
2. João Paiva (FC Dietikon)
3. Spejtim Muharemi (SV Schaffhausen)
4. Vaclav Pechoucek (FC Wettswil-Bonstetten II)
5. Gianluca Cavaliere (FC Wollishofen)
6. Adrian Allenspach (FC Tuggen)
7. Alfons Dietrich (FC Hinwil)
8. Gabor Gerstenmaier (FC Wetzikon)
9. Ivan Previtali (SV Höngg)
10. Remo Pesenti (FC Diessenhofen)

User-Voting (2/3)1. Flakon Halimi (FC Effretikon) 39,5%
2. João Paiva (FC Dietikon) 12,8
3. Vaclav Pechoucek (FC Wettswil-Bonstetten II) 12,1
4. Gianluca Cavaliere (FC Wollishofen) 7,6
5. Alfons Dietrich (FC Hinwil) 6,8
5. Spejtim Muharemi (SV Schaffhausen) 6,8
7. Adrian Allenspach (FC Tuggen) 5,4
8. Ivan Previtali (SV Höngg) 3,9
9. Remo Pesenti (FC Diessenhofen) 2,8
10. Gabor Gerstenmaier (FC Wetzikon) 2,2

Letzte Änderung am Freitag, 26 Juli 2019 11:17

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