Für Junioren zu zahlen ist illegal


  • Junioren
  • 28.05.2014
  • 12:33

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat ein brisantes Urteil gefällt. Er stuft Ausbildungsentschädigungen im Nachwuchsbereich als illegal ein. Dieses Urteil stösst bei Vereinen im Amateurfussball sauer auf. Eine Geld-Zurück-Garantie dürfte es kaum geben.

16 Jahre lang war es in vielen Vereinen Standard, Ausbildungsentschädigungen zu zahlen etwa dann wenn ein Nachwuchsspieler von einem kleineren Verein zu einem grösseren wechselt. Allerdings war diese Praxis juristisch nie abgesichert, wie der Internationale Sportgerichshof mit Sitz in Lausanne mit ihrem Urteil bestätigt. Nun folgte das Urteil. Und dieses ist radikal: der Sportgerichtshof sagt: solche Ausbildungsentschädigungen sind widerrechtlich.

Wie ist es dazu gekommen, dass das Gericht in Lausanne nun plötzlich zu diesem Schluss kommt? Den Stein ins Rollen gebracht hat ein Waadtländer Drittliga-Verein, der mit der Unterstützung der Eltern eines Juniors für dessen Transfer die Entschädigung gelten gemacht hat – mittels einer Klage.

Der Fall Oetwil-Geroldswil
Im Einzugsgebiet des Fussballverbands der Region Zürich (FVRZ) hat sich ein ähnlicher Fall zugetragen. Ein D-Junioren-Torhüter zog mit seiner Familie von Zürich nach Oetwil-Geroldswil und wechselte folglich den Verein. Der Limmattaler Fussballklub bemühte sich um einen kostenlosen Übertritt, doch der Stadtzürcher Verein, US Avellino Zurigo, pochte auf die Ausbildungsentschädigung, die nach Reglement des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) in solchen Fällen 600 Franken beträgt. Oetwil-Geroldswil akzeptierte das nicht und richtete eine Stellungnahme an den Verband und scheiterte. Der Verband appellierte an das Wohl des Kindes und an die Verhältnismässigkeit.

Solche Fälle wird es nach dem CAS-Urteil in Zukunft nicht mehr geben, da es nahezu alle Fussballvereine in der Schweiz tangiert. Die Schweizer Fussballklubs wurden vom SFV bereits über diese Neuerung informiert. Nicht betroffen sind Vereine, die ein sogenanntes Ausbildungslabel tragen. Dazu zählen neben den Vereinen in der Super League und Challenge League auch Ausbildungsvereine wie beispielsweise der FC Baden oder der FC Rapperswil-Jona.

SFV erwartet keine Klagewelle
Betroffen sind insbesondere die zahlreichen kleineren Ausbildungsvereine abseits der Ballungszentren wie Zürich und Winterthur. Gibt ein Verein, deren Fanionteam in der 3. Liga spielt einen Nachwuchsspieler an einen Zweitliga-Verein ab, so kann er künftig keine Ausbildungsentschädigung mehr fordern. Eine solche Entschädigung war bis heute der Lohn für die Mühen in kleineren Klubs.

Klagen solche kleinen Klubs nun gegen das Urteil. Der Schweizer Fussballverband geht nicht davon aus. Die Begründung der Verantwortlichen: Wo bisher kein Kläger war, da braucht es auch keinen Richter. (mh)

Letzte Änderung am Freitag, 27 Juni 2014 07:52

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