"Uns erwartet ein hartes Stück Arbeit"

"Uns erwartet ein hartes Stück Arbeit"


  • 2. Liga
  • 12.07.2015
  • 18:08

Kurt Kobel hat es geschafft: der Coach des FC Männedorf ist zum "Trainer des Jahres" gewählt worden. Er hat den FCM nach 20 Jahren wieder in die 2. Liga geführt – mit einer Mannschaft, die fast ausschliesslich aus eigenen Spielern besteht.

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Fast 700 Nutzer haben ihren Trainer des Jahres gewählt. Nahezu ein Viertel der Stimmen heimste Kurt Kobel ein. Damit überflügelt der Erfolgscoach von 2.-Liga-Aufsteiger Männedorf seine Mitstreiter auf eindrückliche Art und Weise. Auf dem zweiten Rang klassiert sich Dorjee Tsawa, Trainer des erfolgreichsten Schweizer Frauenteams der Gegenwart, die FCZ-Frauen. Platz 3 ging an Seuzach-Coach Markus Wanner.

Kurt Kobel, was bedeutet Ihnen die Wahl zum Trainer des Jahres?
Ich freue mich natürlich sehr darüber. Diese Auszeichnung zeigt, dass das Umfeld des FC Männedorf anerkennt, was wir im letzten Jahr geleistet haben. Dass wir einen tollen Fussball spielen haben wir auch anhand der Zuschauer gemerkt, die uns auf dem Widenbad zugeschaut und unterstützt haben. Ich habe viele Komplimente für unsere Leistungen bekommen, was mich sehr gefreut hat.

Was bedeutet der Aufstieg für Männedorf?
Das tut enorm gut! Man merkt schon, dass der FC 20 Jahre darauf gewartet hat, wieder in der 2. Liga zu spielen. Der Aufstieg ist natürlich auch der Beweis dafür, dass die Juniorentrainer in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet haben und immer noch leisten. Denn im Prinzip ernte ich als Trainer der ersten Mannschaft ja nur, was die Juniorentrainer säen.

Als welchen Trainertyp würden Sie sich selber beschreiben?
Als einer, der mit klaren Zielen in die Saison startet, diese aber mit einer sehr menschlichen Art versucht zu erreichen. Ich komme mit allen Spielern und auch mit dem Umfeld der Mannschaft gut aus. Trotzdem muss ich immer wieder harte Entscheidungen treffen, aber das habe ich in meiner langen Trainerkarriere mittlerweile gelernt.

Sie gelten als ruhiger Schaffer. Wann lüpft es selbst Ihnen den Hut?
Wenn meine Spieler den Respekt gegenüber dem Gegner und dem Schiedsrichter verlieren. Dann kann ich schon mal laut werden.

Ihr Team besteht aus vielen jungen Eigengewächsen, die trotz ihrem Alter bereits Leistungsträger sind. Sie scheinen ein Händchen dafür zu haben junge Spieler in eine Mannschaft einzubauen.
Ich bringe natürlich schon einige Jahre Erfahrung als Trainer mit und habe ein Gefühl entwickelt, das mir sagt, wie ich junge Spieler einbauen und auf welcher Position ich sie laufen lassen soll. Natürlich hat mir dazu die Zeit als Trainer der A-Junioren geholfen. Viele der damaligen A-Junioren spielen nun wieder bei mir und ich weiss daher wie sie ticken. Mit den A-Junioren führten wir damals über lange Zeit die Spitze an und mussten diese verteidigen. Diese Erfahrung hat sicher auch dazu beigetragen, dass wir unsere Tabellenführung in der 3. Liga gehalten haben. Dass es auch anders laufen kann, habe ich vor zwei Jahren mit dem FC Egg erlebt. Wir führten die Tabelle an, waren Wintermeister und liebäugelten bereits ein bisschen mit dem Aufstieg. Doch dann spielten wir eine katastrophale Rückrunde...

Nun steht die erste Saison in der höchsten Regionalliga an. Mit welchen Erwartungen?
Eines ist klar: das wird ein tolles Erlebnis für die Spieler. Ich sehe die 2. Liga aber auch als ein weiterer Lernvorgang. Jeder einzelne Spieler Erfahrungen sammeln und sich verbessern. Das Ziel ist logischerweise der Klassenerhalt, was sicher nicht einfach wird.

Sind Verstärkungen geplant?
Drei Spieler aus dem Umfeld der Mannschaft sind dazu gestossen: Gianluca de Nard (Egg), Mark Meier (Stäfa) und Bojan Jevtic (Oetwil am See). Einige Spieler werden ab nächster Saison unserer zweite Mannschaft verstärken. Dabei bleibt es. Unser Ziel ist es, den Ligaerhalt mit eigenen Spielern zu schaffen.

Wo sehen Sie ihre Mannschaft in dieser Gruppe?
Zunächst ist es natürlich schade, dass wir nicht in die andere Gruppe eingeteilt wurden. So entfallen uns Derbies gegen Küsnacht und gegen die Klubs aus dem Zürcher Oberland. Unsere Gruppe ist sehr stark. Blue Stars und YF Juventus II dürften vorne mitspielen. Dazu kommen Schlieren und Lachen/Altendorf. Ich bin mir sicher, dass wir den Klassenerhalt schaffen können, wage aber keine Prognose. Klar ist: es kommt ein hartes Stück Arbeit auf uns zu. (mh)

Trainer des Jahres
1. Kurt Kobel (Männedorf) 26,6 Prozent
2. Dorjee Tsawa (FCZ-Frauen) 13,6
3. Markus Wanner (Seuzach) 12,1
4. René Baumeler (Töss) 11,2
5. Urs Fritschi (Rüti) 10,5
6. Marco Bolli (Regensdorf) 9,7
7. Vladimir Jakovljiev (Fehraltorf) 7,2
8. Milco Nardo (YF Juventus II) 4,6
9. Davide Molinaro (Thalwil II) 2,7
10. André Holder (Brüttisellen-Dietlikon) 1,8 
Letzte Änderung am Montag, 13 Juli 2015 20:09

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