"Herr Spleiss und Herr von Weissenfluh, hier gibt es keine Grabesruh!"

"Herr Spleiss und Herr von Weissenfluh, hier gibt es keine Grabesruh!"


  • Allgemeines
  • 29.11.2017
  • 18:41

Es braut sich in Herrliberg einiges zusammen, das schweizweit Folgen haben könnte. Zwei Anwohner des Sportplatzes Langacker sind wegen zu hellen Scheinwerfer und hohen Geräuschpegel ans Bundesgericht gelangt. Ein Vereinsmitglied des FCH wendet sich nun mit einem "Offenen Brief" an die beiden Kläger. Seine klaren Worte.

Sehr geehrter Herr Spleiss,

sie wissen haargenau, welche Auswirkungen ein Erfolg Ihrer Klage vor Bundesgericht hätte. Der FC Herrliberg hat es aufgezeigt; er hat den Spielbetrieb Ihretwegen freiwillig reduziert. Schweiz weit müssten unzählige Vereine ihren Betrieb reduzieren oder gar einstellen.

Es ist ein Kampf des Neo-Feudalismus gegen 300‘000 Fussballer in der Schweiz, davon mehr als 80% Mädchen, Buben und Jugendliche.

Herrlibergs Fussballer gehen auf die Strasse

Zwei Herrliberger gegen etwa 250'000 Kinder und Jugendliche! Doch es ist für Sie selbstverständlich, Ihre eigenen Interessen derart unverschämt in den Vordergrund zu stellen.

Robert A. Spleiss war grosser GC-Fan und -Sponsor. Ich erinnere mich an die Bandenwerbung der Firma Spleiss auf dem Herrliberger Langacker. Jetzt ist sie weg. Verstehe: Man kann doch nicht den FC Herrliberg unterstützen und ihn gleichzeitig wegen Lärm einklagen, oder?

Ach ja! Haben Sie nicht auch geklagt wegen der zu lauten Skater-Anlage auf dem Langacker, und sich von Nachbarn Vollmachten geben lassen? Im November 2004?

Apropos Lärm: Ich finde Ihren Namen nirgends unter den Gegnern der Südanflüge. In welche Relation setzen Sie denn den Flugzeuglärm ab sechs Uhr morgens über Ihrem Haus gegen einzelne Schiedsrichterpfiffe am frühen Abend?

Fliehen Sie dann zu Ihrem Mitkläger Beat von Weissenfluh ins Tessin, wo dieser seine Schriften hinterlegt hat? Wieso sind Sie derart intolerant gegen junge Menschen, die aus Lust, Freude und Begeisterung Fussball spielen?

Nochmals: Welches Verhältnis haben Sie denn konkret zum Lärm? Sie fuhren doch Bergrennen in Arosa mit einem Renault Turbo 1981 und beteiligen sich an der Oldtimer Classic in Hittnau mit Ihrem Ford T (ZH 96664). Sie sind mit Ihrem "Riley"-Sportwagen, Jahrgang 1949, öfters schon das Klausenrennen gefahren. Sie lassen sich öffentlich zitieren: "Das ist ein Mythos, und hier dabei zu sein heisst, ein Teil davon zu werden.“

Passt es zusammen, sich gegen vermeintlichen Lärm der Jugend zu beklagen und dann selber röhrend Gas geben? Gibt es denn Lärm nur dort, wo Sie wohnen? Es kommt noch dicker: Da nehmen Sie doch an der Burma Road Classic teil und beklagen sich bitter auf Youtube ...,

... in der Schweiz habe es zu viel Verkehr, zu viel Polizei und zu viele Regulierungen. Und zu kalt sei es auch. Dann setzen Sie sich in Ihr Fahrzeug und blochen durch eines der ärmsten Länder der Welt. Welch tolle Performance!

Sie waren einmal um Mitternacht mit dem Oldtimer-Traktor des Zirkus Gasser unterwegs, drehten um den Langacker-Parkplatz ein paar Runden und liessen sich anschliessend von Dani Gasser mit dem "Hürlimann“ nach Hause chauffieren. Lärm? Nicht doch, wenn Sie ihn selber verursachen!

Last but not least: Das Recht, vor Bundesgericht zu gehen, kann Ihnen niemand nehmen. Allein, man muss schon ein privilegiertes und sehr gut gefülltes Portefeuille haben, um diesen Schritt zu wagen. Nicht einverstanden?

Dann zitiere ich Sie gerne aus dem "Tages-Anzeiger" zum Thema "Einsprachen mit dem Ziel bewusster Verzögerung“: "Wäre hier nicht so viel Geld vorhanden, würde nicht so oft Einsprache eingereicht. Einkommensschwächere Personen überlegen sich deswegen zweimal, ob sie über die Gemeindeebene hinaus bei der Baurekurs-Kommission Rekurs einlegen oder nicht“. Da haben Sie wohl Recht.

Doch Sie hingegen, Herr Spleiss, Sie müssen solche Überlegungen nicht einmal anstellen, wenn Sie bis vor Bundesgericht gelangen. Da sind wir uns einig, das muss einiges mit Geld zu tun haben. Pecunia non olet...

Recht haben und Recht erhalten, das sind zwei Paar Schuhe, Herr Spleiss! Ich hoffe aber, dass das vermeintliche Recht Sie vor dem hohen Bundesgericht im Stiche lassen wird. Vielleicht könnte man in Lausanne annehmen, dass da jemand komme, der Wasser predige und Wein trinke.

Peter Junker, Mitglied FC Herrliberg

Mittwoch, 13. Dezember (18 Uhr)
Grosse, friedliche Kundgebung auf dem Sportplatz Langacker! Kommt nach Herrliberg, sebst wenn es nur aus Sympathie und Solidarität ist!
Letzte Änderung am Mittwoch, 29 November 2017 18:57