Von links: Manuel Gasser, Marcel Häcki und Michael Greiler.

Gasser, Häcki und Greiler – oder der Abschied dreier Legenden

Von links: Manuel Gasser, Marcel Häcki und Michael Greiler.

  • 1. Liga
  • 10.03.2018
  • 13:35

Da wird sogar unsere Betty Böser etwas sentimental und wischt sich eine Träne aus dem Gesicht. Im Winter sind beim Erstligisten Red Star mit Manuel Gasser, Marcel Häcki und Michael Greiler gleich drei ganz Grosse abgetreten. Die Laudatio unserer Chefköchin.

Nun beginnt also die Rückrunde der 1. Liga klassisch endgültig. Der Schnee hat sich verzogen und ein bisschen Regen kann uns allen nicht schaden. Mir zumindest nicht. Alles konzentriert sich dabei auf das was kommt,....ein wenig vergessen wird, das oder diejenigen welche gehen!! Und haben drei Legenden des Regionalfussballs gedacht, sie könnten sich einfach so still und heimlich von den Socken und aus dem Staub machen? Karriereende durch die Hintertüre? Nicht mit mir, nicht mit der bösen Betty. Die drei haben zumindest noch eine kleine Laudatio verdient. Zu lange waren sie im Amateur-Fussball ganz oben mit dabei und haben das Geschehen seit mehr als 20 Jahren mitgeprägt. Dies zumindest im Falle von Methusalem Gasser. Die anderen beiden nur in etwa 18 und 16 Jahre. Peinlich.

Ich muss aber zugeben, es passt zu den dreien. Sowohl Marcel Häcki, wie auch Manuel Gasser oder Michael Greiler waren keine Lautsprecher. Weder auf noch abseits dem Feld. Alle haben sie ihre Arbeit im Hintergrund verrichtet. Der eine fiel auf, wenn er mal wieder mit einer Quote von 99% gewonnener Zweikämpfe vom Feld lief, der andere wenn er zum 42832489. mal zu null gespielt hat und der Dritte, wenn er mal wieder eine Pille im Tor versteckte aber gar nicht gross jubelte. Aber ganz geordnet nun.

Manuel Gasser Goldbach Klein ReportManuel Gasser. Zu ersten Mal begegnete ich dem Typen damals, als ich als Jungköchin in den Staff des FC Horgen eintrat. Der Mann hätte da gerade beim FC Zürich einen Profivertrag unterschreiben sollen, was jedoch in letzter Sekunde irgendwie nicht klappte. Nun stand er da in Horgen zwischen den Pfosten, damals bereits 1. Liga. Schon damals war der Gasser nicht nur im Tor herausragend, sondern vor allem auch fussballerisch. Bei 5:2 Spielen war er nie in der Mitte, 2.-Liga-Niveau hatte der Typ auch auf dem Feld. Abseits vom Feld erinnere ich mich an diese Foto im Trainingslager in Malta; Manu mit zig, leeren Bierflaschen in den Armen. Wohlgemerkt aber nicht seine, denn Gasser fröhnte weniger dem Nachtleben und dem Feuerwasser, als dies andere taten und tun. Dies hat sich bis heute nicht geändert, ebensowenig wie die unbestrittene Klasse von Gasser. Einen Fehler,...den sah man bei ihm nur alle Lichtjahre einmal. Und der lange Ball,..jaaaa, der lange Ball von Gasser....himmlisch. Erwähnenswert bei Gasser auch; seit 2003 spielte er nur bei Horgen, Red Star und Thalwil. Keiner welcher der Kohle nachrannte. Kein Wandervogel. Lobenswert. In dem Sinne; Ciao Manu, einem der  prägendsten und konstantesten Torhüter im höchsten Amateurbereich der letzten 20 Jahre. 20!! Oder mehr!

DSC haeckiMarcel Häcki. Dieser Turm von einem Mann. Wann bin ich eigentlich dem Typen zum ersten Mal begegnet?!? Muss wohl irgendwann während seiner Zeit in Thalwil gewesen sein. Denn vorher kickte der Polizist aus Berufung irgendwo in der Innerschweiz... Baar war es einmal, wo er sich vorher herumtrieb,....weissdägugger! Auch er, kein Söldner,...Thalwil und Red Star waren es in den letzten neun Jahren. Vorbildlich. Aber eben,...dieser Hüne von einem Mann. Im Zentrum schlich er sich jeweils herum,....machte keine grossen Künststückchen mit dem Ball, dirigierte das Spiel auf der sechs, gewann Zweikämpfe, beging kaum Fehler, spielte einfach; einer den jeder gerne im Team hat. Hin und wieder wurden ihm fehlende technische Finesse vorgeworfen,..aber hei; einer der 10 Jahre interregional und 1.-Liga-Stammspieler ist, im Zentrum notabene,...der kann soo schlecht ja nicht sein, oder? War er auch nicht. Ein Vorbild war er, auf und neben dem Feld. Enorm wichtig für eine Mannschaft. Auch darum; Ciao Marcel, auf dass die Gegner nun auch mal wieder einen Zweikampf oder Kopfball gewinnen dürfen.

65654 1437691745Michael Greiler. Am bekanntesten wurde Michael Greiler wohl 2011 an der Chilbi in Wädenswil; da gewann der Tausendsassa, als krasser Aussenseiter angetreten, nämlich glatt das Schäre-Stein-Papier-Turnier der Guggenmusik Wädischwil. Dies ist sogar nicht mal ein Witz, der Typ ist in diesem Spiel tatsächlich eine Koryphäe, deswegen musste er nach den Trainings auch nie die Tore aufräumen. Aber zum Fussballer Greiler (denn menschlich gibt der Typ nicht viel her; langweilig und unscheinbar ist er, Gelegenheitstrinker und Ghana-Experte). Auch er...seit 2008 nur beim FC Freienbach, kurz in Höngg und danach noch ein Bitzeli Red Star. Davor einige Jahre Erstliga in Zug. ein bisschen wanderiger, aber noch lange kein Vogel selbiger Gattung. Herausragender Grümpi-Kicker sagte mir ein mein Sohn, der Baschteli. Ansonsten lange Jahre Stürmer; Stärken; evt. seine feine Technik, ansonsten enorm unscheinbar, wie er jeweils über das Feld schlich und doch Tore am Laufmeter produzierte. "Ein Totalausfall dieser Greiler", hörte ich hin und wieder vom Spielfeldrand,..und badabuum, schon war die Pille wieder in der Bude untergebracht. Gegen Ende seiner Karriere von starken Knieproblemen behindert, brachte er es bei Red Star noch einmal auf eine beachtliche Anzahl 1.-Liga-Minuten. Auch hier; Ciao Greili, schön war's!

Wahrscheinlichkeit-Karriereenden:

Gasser: 70% (der Typ ist wie ein Duracell-Männchen);

Häcki: 93% (viel zu viele Langfinger, welche es in ZH zu schnappen gilt);

Greiler: 95% (der wird professioneller Grümpi- oder Chilbi-Kicker)

Letzte Änderung am Freitag, 13 April 2018 10:05

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