"Wir spielen in einer Hammergruppe"

"Wir spielen in einer Hammergruppe"


  • 3. Liga
  • 16.08.2018
  • 08:48

In der letzten Saison hat der FC Herrliberg lange vorne mitgespielt, den Aufstieg aber verpasst. In dieser Saison sieht Trainer Kurt Kobel seine Mannschaft in einer starken Gruppe in der Rolle des Spielverderbers.

Acht Punkte fehlten letzte Saison auf den Leader. Woran hat es gelegen, dass der Aufstieg doch recht deutlich verpasst wurde?
Kurt Kobel (Bild): Am Ende fehlte ganz einfach der letzte Biss. Auch haben wir in der Rückrunde zu viele Gegentore bekommen, was damit zusammenhing, dass in der Defensive wichtige Spieler fehlten. Dazu kam die bittere Niederlage im Direktduell gegen den FC Pfäffikon. Dabei sah man, dass dieser doch sehr jungen Mannschaft die Erfahrung fehlte.

Die offensive Ausbeute war aber erstaunlich erzielte Herrliberg doch 63 Tore und damit sogar mehr als Aufsteiger Witikon.
Dieser Eindruck täuscht aber. Immerhin haben wir in den Spielen gegen Küsnacht II gleich zweimal zehn Tore geschossen. Offensiv war unsere Ausbeute durchschnittlich.

Worauf liegt dann das Augenmerk in der Vorbereitung?
Wir wollen junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs integrieren und diese in allen Bereichen gezielt aufbauen.

Der FCH stellt zwei Mannschaften in der 3. Liga. Wie ist die Rollenaufteilung?
Es ist klar, dass wir die erste Mannschaft das Fanionteam und die zweite Mannschaft das Reserveteam ist. Grundsätzlich funktionieren beide Teams jedoch autonom. Es gibt in der Regel auch eher wenig Spieleraustausch zwischen den Mannschaften. Was der grosse Vorteil einer zweiten Mannschaft in der gleichen Spielklasse ist haben wir gesehen, als wir die B-Juniorenmannschaft, die zuvor in der Meisterklasse spielte, in die Aktiven integriert haben. Die Junioren wurden auf die Aktivmannschaften aufgeteilt. So war es gewissermassen möglich ein paar talentierte junge Spieler zu parkieren, damit sie sich ans Level gewöhnen, um sie dann später in die erste Mannschaft zu holen. Ausserdem trainieren wir immer parallel und wenn wir gegen die zweite Mannschaft ein Trainingsspiel bestreiten ist das Niveau immer relativ hoch.

Welchen Stellenwert hat diese Integration von Eigengewächsen beim FCH?
Seit dem Abstieg der ersten Mannschaft aus der 2. Liga (in der Saison 2012/2013, die Red.) ist das die Philosophie des Vereins. Dem Club kommt dabei sicher entgegen, dass viele Junge in Herrliberg im Fussballklub sind, auch weil es nicht viele andere grosse Sportvereine im Dorf gibt. Der FCH braucht aber möglichst bald wieder eine A-Juniorenmannschaft.

Ein Dauerthema in Herrliberg waren die Lärmklagen von Anwohnern des Sportplatzes Langacker, die bis vor Bundesgericht gingen. Noch ist das abschliessende Urteil hängig. Wie präsent ist diese Geschichte in den Köpfen der Spieler?
Im Verein ist das sicher ein Thema. Der FCH ist dem Kläger ja ziemlich stark entgegen gekommen. Es finden praktisch keine Spiele unter der Woche statt. Ausserdem spielen wir am Wochenende nicht zur Mittagszeit. Die Trainer dürfen auch keine Trillerpfeifen mehr benutzen. Das ist für mich aber kein Thema, da ich diese ohnehin nie brauche.

Für Herrliberg geht es am Samstag gegen Pfäffikon los. Was wird das für ein Spiel?
Startspiele sind immer umstritten. Ich erwarte eine bissige, junge und äusserst talentierte Pfäffiker Mannschaft, die vielleicht sogar noch ein bisschen stärker ist als letzte Saison. Es wird auf jeden Fall ein Duell auf Augenhöhe.

Die Gruppe scheint auf den ersten Blick stärker als letztes Jahr, weil mit dem FC Wetzikon und dem FC Küsnacht gleich zwei 2.-Liga-Absteiger hierher eingeteilt wurde. Ist sie das?
Es ist eine Hammergruppe. Mit Ausnahme von Rüti II sind alles erste Mannschaften darin vertreten, was in anderen Gruppen anders ist. Es ist zwar immer schwierig, die Gruppen direkt miteinander zu vergleichen. Dennoch glaube ich, dass diese von allen 3.-Liga-Gruppen die stärkste ist.

Wer macht in dieser Gruppe vorne das Rennen?
Von Pfäffikon und Wetzikon wird erwartet, dass sie um den Aufstieg spielen. Als Geheimfavoriten habe ich Meilen und Fehraltorf auf der Rechnung.

Und was liegt für Herrliberg diese Saison drin?
Ich zähle uns zusammen mit anderen Mannschaften wie etwa Wald und Küsnacht zu den Spielverderbern. Nach einem leichten Umbruch steht uns keine einfache Saison bevor. Fünf Leistungsträger haben uns diesen Sommer verlassen. Diese Abgänge haben wir durch vier Nachwuchsspieler sowie Dzelil Bajrami vom FC Männedorf kompensiert.

Apropos FC Männedorf: Wie präsent ist der ex-Verein noch?
Ich verfolge intensiv, wie sich der FC Männedorf in der 2. Liga schlägt und bin immer mal wieder auf dem Widenbad als Zuschauer zu Gast. (Interview: Marco Huber)

Letzte Änderung am Donnerstag, 16 August 2018 10:53

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