Zwei Teams die überraschten: Der FC Männedorf (in gelb) und FC Wettswil-Bonstetten II.

Leader Lachen und Schlusslicht Srbija auf Kurs – Wettswil II überraschte alle

Zwei Teams die überraschten: Der FC Männedorf (in gelb) und FC Wettswil-Bonstetten II.
Ben Fischer/fcm-supporterclub.ch

  • 2. Liga
  • 16.03.2019
  • 14:54

Was war eigentlich in der Zweitliga-Gruppe 1? Die Zahlen zeigen ganz eindeutig: Die Überraschungen der Vorrunde heissen Wettswil II, Männedorf und Schlieren. Unser Rück- und Ausblick auf die zweite Meisterschaftshälfte.

Vier Trainer haben sich im Sommer an einer Umfrage beteiligt und waren sich einig: Der Aufsteiger in die Interregio kann nur Lachen/Altendorf heissen; die Prognose wurde bis anhin auch Realität.

Beinahe ebenso klar lautete das Verdikt für Srbija, das den Abstieg diese Saison wohl nicht verhindern kann. Unrühmlicher Höhepunkt war das Spiel in Männedorf an einem schönen Herbstsonntag, als der Spielabbruch förmlich provoziert wurde, der Verband aber nachträglich das effektive Resultat 0:8 wertete.

Gewinner dieser Vorrunde war eindeutig das junge Reserveteam von Wettswil-Bonstetten, das sich stetig steigerte und kurz vor der Winterpause das Husarenstück ablieferte, indem es Leader Lachen/Altendorf 3:0 wegputzte. Einer der Verlierer ist Horgen, das die Erwartungen nicht erfüllte und vom prognostizierten Bronzeplatz auf den 10. Rang abrutschte. Richtig tippte hier der mittlerweile zurückgetretene ex-Horgen Trainer Marcello Stellato, der sein Team exakt auf dieser Position einstufte.

lachen altendorf

1. Lachen/Altendorf: 30 Punkte, 41:14 (24 Strafpunkte). – Getippt 1. (Differenz 0)
Die Märchler bestätigten die Vorschusslorbeeren und sind Tabellenführer. Ein Selbstläufer wird der Aufstieg aber wahrscheinlich nicht. So musste der heilige Sankt Peter nochmals in den Geldsäckel greifen. Trainer Francesco Pappone, der kürzlich seinen Vertrag verlängerte, genoss die Freiheit und bediente sich in der unmittelbaren Nachbarschaft bei Freienbach mit Skelzen Iseni und Marko Prskalo. Aus dem eigenen Nachwuchs stösst neu Gianluca Praino dazu. Die Defensive soll stabilisiert werden, denn vorne sorgen die drei munteren Kanoniere Gojani (9 Tore), Mattia (8) und Avdyli (7) schon für Betrieb.

wettswil bonstetten

2. Wettswil-Bonstetten II 29, 32:16 (18). – Getippt 10. (+8)
Die Überraschungsmannschaft schlechthin! Trainer Vaclav Pechouchek hat eine Einheit geformt, in der die Moral stimmt. Der zweite Zwischenrang erstaunt umso mehr, da selten Verstärkung aus dem "Eins" zu holen war. Die Vereinsphilosophie wird aber weiterhin aufrecht erhalten, so wurde Junior Nicola Kuster fix ins Team integriert. Garant für Tore sind Assistenztrainer Nico Buchmann (9) und Nils Eckert (8), die über die Hälfte aller WB-Tore erzielten. Sollte der Aufstieg Tatsache werden, hat der Vereinssponsor "Die Post" eine Reise als Prämie in Aussicht gestellt und sich auch bereits auf Vietnam (!) als Destination festgelegt.

altstetten

3. Altstetten ZH 26, 37:18 (54). – Getippt 4. (+1)
Der Aufsteiger aus der 3. Liga wurde gemeinhin als Geheimfavorit gehandelt. Ihr Trainer Antonio Caputo gab sich diesbezüglich aber sehr zurückhaltend. Das Buchlerenteam hielt aber der Belastung stand und kitzelte sämtliche Favoriten. Unrühmlich für eine Spitzenmannschaft ist allerdings der Kontostand im Strafregister, da ist nur Srbija noch schlechter. Als Neuzuzug konnte vom Leader Stephan Niedecken abgeworben werden.

urdorf

4. Urdorf 24, 20:14 (40). – Getippt 6. (+2)
Das routinierte Team vom Chlösterli hat, ex aequo mit Leader Lachen/Altendorf, die wenigsten Gegentreffer kassiert. Mit nur 20 erzielten Toren aber trotzdem eine stolze Punktezahl erreicht. Trainer Giovanni Musumeci, der seine Schützlinge in Split (Kroatien) fittrimmte, schmerzen aber die Abgänge von Gian Luca Camenisch und Giuliano Catalano, die beide zu den Blue Stars wechselten. Ex-Profi Patrick De Napoli hat zudem seinen Rücktritt erklärt. Top Five könnte trotzdem möglich sein.

seefeld

5. Seefeld ZH 23, 37:16 (20). – Getippt 5. (0) **
Der Zürcher Quartierverein erfüllte die Erwartungen vollends und zeigte mitunter überaus attraktive Spiele. Die Truppe ist talentiert und hat noch das Nachtragsspiel zu Hause gegen Stäfa im Köcher. Verletzungshalber fehlen vorübergehend aber die beiden Sturmraketen Dössegger und Bischofberger und wann der dauerverletzte mediale Starkoch seine Boshaftigkeit auf dem Platz beweisen kann steht in den Sternen und Kochtöpfen.
** Nachtragsspiel Seefeld – Stäfa am 20. März.

red star2

6. Red Star ZH II 20, 21:18 (27). – Getippt 2. (-4)
Die Jungs von der Allmend Brunau zählten zum engsten Favoritenkreis, verzeichneten aber einen miserablen Saisonstart mit drei Niederlagen zu Beginn. In den Direktbegegnungen mit den anderen Stadtzürchern zeigten die Redstärler aber auf, zu was sie eigentlich durchaus fähig wären. Trotzdem in dieser Gruppe im Moment nur "s Nummere drüü vo Züri.“

maennedorf

7. Männedorf 16, 29:29 (21). – Getippt 12. (+5)
Die selbsternannte Nr. 1 am Zürichsee. Natürlich gibt es da auch noch Rapperswil, Thalwil, Seefeld und am oberen Zürichsee Lachen/Altendorf. Anyway. Das Team von Mike Koller hat die Prognosen weit übertroffen, kann aber auch nicht verhindern, dass der letzte Fischotter Ivo die Gemeinde mit diesem Wappentier verlassen muss. Männedorfs Übungsleiter findet seinen Mentor übrigens in der Person von FCB-Trainer Marcel Koller; nach der Vermählung mit dessen Tochter nunmehr sein Schwiegervater. Die freie Namenswahl nach der Heirat ermöglichte ihm auch die Adaption des Familiennamens. Verzichten muss der FCM-Trainer in der zweiten Saisonhälfte auf Stürmer Amadou Mbaye. Dieser versucht nach einem halben Jahr auf dem Widenbad den nächsten Karriereschritt und wechselt zu Wohlen II.

waedenswil

8. Wädenswil 16, 20:27 (48). – Getippt 8. (0)
Die Linksufrigen nehmen exakt jenen Ranglistenplatz ein, der dem Team von Rainer Bieli prognostiziert wurde. Nach dem Engagement des einstigen Stürmerstars gelüstete der Vereinsleitung gar nach mehr, nach den doch gewichtigen Abgängen wurden aber die Ziele relativiert. Nun wechseln abermals zwei namhafte Cracks in höhere Ligen: Oliver Bachmann zog es nach Freienbach, Dimitrios Chassanidis folgte dem ehemaligen Wädenswil-Sportchef Dimitris Demiros nach Thalwil. Damit dürfte der Blick vorerst einmal nach hinten gerichtet sein. Wie schmal der Grat ist wurde im Heimspiel gegen Schlusslicht Srbija bei der 0:2-Schlappe eindrücklich offenbart. Es könnte eng werden.

schlieren

9. Schlieren 15, 14:21 (42). – Getippt 13. (+4)
Dem Zelgliteam wurde nicht übermässig Kredit eingeräumt, doch die Mannschaft von Besnik Ramadani hat die Hausaufgaben eines Abstiegskandidaten gelöst und die direkten Gegner am Strich besiegt; mit einem Ausreisser nach unten durch die 0:1-Heimniederlage gegen das letztplatzierte Srbija. Auf der Suche nach gezielten Verstärkungen konnte nebst anderen mit Carlos Peixoto ein erfahrener Stürmer engagiert werden, der zuvor bei Wädenswil und Seefeld Spuren hinterlassen hat. Im Bewusstsein, dass der Relegationskampf umstritten sein wird, holte sich die Mannschaft im Trainingslager in Valencia den letzten Schliff. Unter Umständen könnte dies für das abstiegserprobteTeam mitentscheidend sein, ob man auch dieses Jahr den Kopf aus der Schlinge ziehen kann.

horgen

10. Horgen 14, 15:23 (45). – Getippt 3. (-7)
Bei den Bezirkshauptstättern vom linken Zürichseeufer wurden die (zu hohen) Erwartungen nicht erfüllt, was dann im Verlauf des Herbstes zur Trennung vom erfolglosen Trainerfuchs Marcello Stellato führte. Sein Nachfolger Giuseppe Iaquinta verstand dann, den Schaden in Grenzen zu halten und sich vom Trennstrich minimal zu entfernen. In der Winterpause wurde das Kader nun arg durchgelüftet. Die Zuversicht bei den Klubverantwortlichen ist derart, dass gar der Schritt nach vorne in Erwägung gezogen wird.

witikon

11. Witikon 14, 24:31 (51). – Getippt 9. (-2)
Als Top oder Flop wurde die Wundertüte vom Loorenkopf eingeschätzt. Tatsächlich taten sich die arrivierten Uster-Zugänge anfangs enorm schwer. So wandelte das Team von Victor Dionisio vom Kantersieg zur Kanterniederlage, dies in regelmässigem Rhythmus. Nun wurde ein weiterer Königstransfer publik: Der ehemalige GC-Junior David Blumer wurde durch die freundschaftlichen Beziehungen zu Sportchef Jimmy Bandli an den Wehrenbach gelotst. Der Mann aus Rio galt als grosses Talent, geriet aber auch durch einen Fall aus der Rubrik Jugendsünde in die Schlagzeilen. Trotzdem dürfte der 32-Jährige eine massive Verstärkung sein und Witikon vom Tabellenende wegballern.

staefa

12. Stäfa 11, 16:25 (23). – Getippt 11. (-1) **
Es wurde die erwartet schwere Saison für die Frohbergler. Vor allem im Monat Oktober war vielleicht das Heu im Schober, nicht aber die Punkte. Nur ein einziger, winziger Punkt. Stäfa hat auf der Torwartposition ein Luxusproblem wie die Schweizer Nationalmannschaft, sind doch sowohl der quizshowerprobte Ronny Fischer wie auch Dennis Brecher (Bruder des FCZ-Goalies Yannik) sichere Werte. Nun empfängt Trainer Luigi Caracciolo zum Start der Rückrunde ausgerechnet Tabellennachbar Regensdorf, bei denen er selbst schon auf der Lohnliste stand. Das Hinspiel endete 2:2.
** Nachtragsspiel Seefeld - Stäfa am 20. März

regensdorf

13. Regensdorf 10, 23:30 (31). – Getippt 7. (-6)
Auweia Regensdorf. Diese Vorrunde war ein Rohrkrepierer, ein stetiges Auf und Ab. Oftmals war man nahe dran am Erfolg und trotzdem konnte der Bär nicht erlegt werden. Da müssen die Jungs von Gianluca Pasanisi nochmals Vollgas geben, am besten gleich am Sonntag beim Abstiegskracher gegen Stäfa. Zum Glück verhelfen sollen die Neuzuzüge Aleksandor Srdic (Wettswil-Bonstetten) und Pasquale Sbarra (Kosova). Den Verein verlassen hat dafür Fejaz Zecirovci.

srbija

14. Srbija ZH 6, 10:57 (60). – Getippt 14. (0)
Wie erwartet hat Srbija in dieser Vorrunde keine Stricke zerrissen, aber doch einige kernige Duftmarken gesetzt. Nach den Schlappen bei Seefeld (1:10) und Lachen/Altendorf (0:8) lag man auch auf dem Widenbad in Männedorf 0:8 hinten, als eine Forfaitniederlage als das kleinste Übel betrachtet wurde. Die mediale Aufmerksamkeit war zumindest garantiert. Nur wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Verband kannte keine Gnade. Gnadenlos war auch Trainer Dragoslav Janicijevic (mittlerweile 51), der sich in Schlieren nach einer Stunde einwechselte und kurz vor Schluss den 1:0-Siegtreffer markierte; die Hälfte der gesamten Punkteausbeute. Trotzdem dürfte der Abstieg diese Saison kaum zu vermeiden sein. (Marcel von Allmen)

Letzte Änderung am Samstag, 16 März 2019 14:54

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