Gemeinsam im Schiedsrichtertrikot: Goran und Kevin Pilipovic.

Wie der Vater, so der Sohn

Gemeinsam im Schiedsrichtertrikot: Goran und Kevin Pilipovic.

  • Allgemeines
  • 08.07.2019
  • 09:29

Eine ganz besondere Premiere: Jüngst assistierte Kevin Pilipovic erstmals seinen Vater Goran bei einem Spiel der 2. Liga.

Es ist der 18. Mai 2019, als für einen langjährigen Schiedsrichter ein Traum in Erfüllung geht. Ich muss mich präzisieren; der Traum geht nicht für einen Schiedsrichter in Erfüllung, sondern für einen Vater. Sein Name: Goran Pilipovic.

Wohl jeder in der Region kennt das Gesicht des Spielleiters, welcher 1986 aus Serbien in die Schweiz gekommen ist. Auffällig sind neben seiner Haarpracht auch die weissen Fussballschuhe, welche er stets trägt. Doch warum soll dieser Samstagnachmittag so etwas Besonderes sein für den allzeit gut aufgelegten Unparteiischen? Das Spiel welches er leitet heisst Männedorf - Seefeld, 2. Liga regional, die einen eher oben, die andern eher unten, nichts Weltbewegendes.

Doch wer die nominierten Schiedsrichter studiert, dem fällt auf, dass der Name Pilipovic zweimal erscheint auf dem Matchblatt. Hauptschiedsrichter ist der Herr Papa, Goran, an der Linie assistiert sein Filius, Kevin Pilipovic. Es sind dies Geschichten, welche nur der Fussball schreibt. Ja genau, der Fussball, denn dazu gehören zu einem nicht unwesentlichen Teil auch die Schiedsrichter.

Ohne sie würde kein Spiel stattfinden. Verletzt sich ein Spieler, kommt der nächste und nochmals der nächste. Verletzt sich jedoch ein Spielleiter oder einer seiner Assistenten (und mittlerweile erfreulicherweise auch immer mehr auch Assistentinnen und Spielleiterinnen, um dies hier nicht in chauvinistischer Art und Weise zu vergessen), ist der Abend für sämtliche Akteure beendet, falls sich nicht zufälligerweise noch ein Ersatzschiri im Zuschauerraum befindet.

Das Klischee wird bedient
Er sei kein grossartiger Fussballer gewesen, gibt Vater Goran ganz unumwunden zu. Er habe 4. Liga gespielt, musste zweimal wöchentlich zu streng vorgegebenen Zeiten trainieren, das habe ihm irgendwann keinen Spass mehr bereitet.

So entschied er sich dazu, einen Weg als Schiedsrichter einzuschlagen. Seine Trainingszeiten kann er sich so weitestgehend selber einteilen. Er hat es weit gebracht; Er leitete Spiele in der 2. Liga interregional und sogar Testspiele in der Challenge League. Als Assistent war er in der 1. Liga lange ein bekanntes Gesicht.

Ähnlich ist es bei seinem Sohn Kevin, 16 Jahre alt. Der spielte beim FC Bassersdorf, kam jedoch da, auch aufgrund der Belastung des Besuchs des Gymnasium in Bülach, nicht mit ausreichender Regelmässigkeit zum Einsatz. Also entschied er sich, auch den Weg eines Unparteiischen einzuschlagen.

Mit einem Augenzwinkern lässt mich Vater Goran wissen, dass er hier nur minim Einfluss genommen habe. Kevin leitet mittlerweile bereits Probespiele in der 3. Liga und assistiert in der 2. Liga. Welcher Fussballer in der Region kann dies von sich schon behaupten, in diesem Alter? Es bleibt abzuwarten, wo der Weg des jungen Pilipovic noch hinführen wird, ein Vorbild dürfte er mit dem renommierten Uefa-Schiedsrichter Sandro Schärer bereits haben, an welchen er mich stark erinnert.

Letzte Änderung am Montag, 08 Juli 2019 09:29

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