Nach Spielschluss der Partie Zofingen - Pajde kam es zu eigentlichen Jagdszenen.

Tumulte nach Rotflut – Pajde will gegen allfällige Sanktionen vorgehen

Nach Spielschluss der Partie Zofingen - Pajde kam es zu eigentlichen Jagdszenen.
Screenshot/Video

  • 2. Liga inter
  • 10.09.2019
  • 10:06

Wieder einmal unrühmliche Szenen: Dieses Mal sogar auf Stufe 2. Liga interregional. Im Duell zwischen Zofingen und Pajde ging es drunter und drüber. Die Beteiligten schildern die Dinge unterschiedlich.

Austickende Fussballer und Funktionäre gibt es nur in den untersten Ligen? Mitnichten.

Zu unrühmlichen Wild-West-Szenen kam es nämlich am Samstag nach Spielschluss der Interregio-Partie zwischen Zofingen und Pajde – im Mittelpunkt dabei natürlich auch das leidtragende Schiedsrichter-Trio (Video).

Zweier Teams also, die sich in der Gruppe 5 mit dem FVRZ-Klubs Freienbach, Blue Stars, Lachen/Altendorf, Adliswil und Einsiedeln messen.

"Die meisten Vorfälle ereignen sich ab der 2. Liga abwärts", bestätigte auch Marco von Ah, Mediensprecher beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) gegenüber "20 Minuten.ch".

Sogar die Polizei musste kommen
Laut dem "Zofinger Tagblatt" beruhigten sich die Gemüter sogar erst nach dem Eintreffen der Polizei.

Besonders ins Zeug legten sich dabei die Gästekicker aus Möhlin. Nachdem Ajdin Mujagic schon nach fünf Minuten (!) des Feldes verwiesen worden war, folgte ihm Teamkollege Marijan Bakula früh in der zweiten Hälfte (55.).

Richtig turbulent wurde es dann in der Schlussphase. Pajde gelang in der 85. Minute tatsächlich in doppelter Unterzahl der Ausgleich. Nur: Der SCZ reagierte darauf neuerlich mit dem 3:2 durch Ex-Red-Star-Spieler Dominik Fabbricatore mittels einem indirekten Freistoss.

Trotz sechs Roten Karten offiziell abgepfiffen
Das war ganz offenbar zuviel für die Spieler und Funktionäre des kroatischen Vereins. Gleich drei weitere Akteure des Rakitic-Klubs erhielten nämlich noch Rot – zwei davon allerdings erst nach Spielschluss (im SFV-Spielverlauf wurde später von sechs auf vier Rote Karten runterkorrigiert - die Red.). Die Partie wurde also trotz dem ganzen Theater offiziell abgepfiffen.

Und doch: Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Geschehnisse rund um das Spiel – je nach Rapport der Schiedsrichter – weitere Sanktionen nach sich ziehen.

Ramon Zanchetto, Geschäftsführer der Amateurliga, sagte zum Fall gegenüber dem "Blick": "Jene Spieler, die mit einer roten Karte sanktioniert wurden, werden gemäss den SFV-Richtlinien bestraft. Weitere Massnahmen gegen Spieler oder Funktionäre können ergriffen werden. Wir nehmen den Fall jedenfalls sehr ernst!"

SCZ-Präsident Ryter: "Das war beängstigend"
Und was meinen die Direktbeteiligten zu den Geschehnissen? Die Eindrücke gehen weit auseinander.

Zofingens Präsident Hansjörg Ryter bekräftigte, so was noch nie erlebt zu haben. "Das fährt ein, diese Dynamik die entstanden ist. Das war beängstigend. Wir haben die Polizei gerufen, die war dann zum Glück auch schnell vor Ort. Anschliessend haben wir dem Schiri-Trio geholfen."

Trotzdem will man beim SCZ aber keine Sanktionen gegen Pajde ergreifen. "Wir hatten ja keine Probleme mit dem Klub."

Pajdes Dejan Rakitic: "Wir werden uns nicht kampflos ergeben"
Auf der Gegenseite verurteilte Dejan Rakitic zwar das Jagdverhalten seiner Pajde-Akteure. Der spielende Assistenztrainer gab sich aber trotzdem nur bedingt einsichtig. Er erwähnte vielmehr, dass Pajde aufrund der einseitigen Schiedsrichterleistung keine Chance gehabt habe. "Das war den Zofingern gar nicht recht", sagte er zur Boulevardzeitung.

Rakitic meinte sogar: "Ich weiss nicht, was der Schiedsrichter gegen uns hatte. Vielleicht wegen der Nationalität." Der Bruder des Barcelona-Stars Ivan erwartet nun harte Sanktionen gegen sein Klub und kündigte gleichzeitig an. "Wir werden dagegen vorgehen und uns sicher nicht kampflos ergeben."

Keine Stellung wollte übrigens der Schiedsrichter nehmen. Gemäss dem "Zofinger Tagblatt" soll er aber nach dem Spiel einen Strafantrag wegen Beschimpfung und Tätlichkeiten gegen die Beteiligten von NK Pajde gestellt haben.

Letzte Änderung am Dienstag, 10 September 2019 10:06

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