FC Glattbrugg: Spielerstreik nach Trainerwechsel

FC Glattbrugg: Spielerstreik nach Trainerwechsel


  • 3. Liga
  • 18.10.2019
  • 21:35

Meuterei beim FC Glattbrugg: Die Spieler des Drittliga-Teams weigerten sich nach der Entlassung von Trainer Markus Biber aufzulaufen. Die Folgen davon: Eine Pleite gegen das Schlusslicht und eine Forfait-Niederlage.

"Neue Impulse", "eine positive Reaktion" und natürlich Punkte. Das erhoffen sich in der Regel die Klubverantwortlichen durch einen vorzeitigen Trainerwechsel.

Zu diesem Schritt entschloss sich nach "sportlich enttäuschenden Wochen" jüngst der FC Glattbrugg. Für den bisherigen "Zwei"-Trainer Radoliub Baratovic musste Markus Biber weichen.

"Wir sind im Abstiegskampf." Und: "Ich mache das ungern, ein solcher Schritt ist extrem schmerzhaft", sagte FCG-Präsident Gregor Bührer im "Klotener Anzeiger" zum Entscheid. Er erwähnt im Artikel auch die "Verantwortung gegenüber den Sponsoren". Zudem fehlte ihm die spielerische Entwicklung.

Nur blieb eben der erhoffte Effekt (vorerst) aus.

Mit Transparenten protestiert
Im Gegenteil: Die gesamte erste Mannschaft entschloss sich sogar nach dem Entscheid und einem ersten ereignislosen Gespräch zu streiken. Sie erschien zwar am letzten Sonntag beim wichtigen Drittliga-Spiel der Gruppe 4 gegen das noch sieglose Seebach, allerdings nur in der Rolle als Zuschauer. Mit dabei hatte sie dafür Transparente mit der Aufschrift "Mir sind FCG1" und "FC Glattbrugg = Dorfverein".

Auf dem Platz stand dafür ein mit "Zwei"-Spielern und A-Junioren bestücktes Team. Die 0:2-Niederlage kam so wenig überraschend.

Dem nicht genug fehlten dadurch zuviele Spieler in der zweiten Mannschaft, sodass die fast gleichzeitig angesetzte Viertliga-Partie gegen Oberglatt 0:3 forfait gegeben werden musste. Es ist eine teure Niederlage, weil der Verband in solchen Fällen auch noch eine saftige Geldbusse ausstellt.

Die Befürchtung des Ex-Trainers und der Spieler
Doch weshalb die ganze Aufregung? Ex-Trainer und Teile der Mannschaft haben offenbar kein Vertrauen in einen Teil der Vorstandscrew. Sie befürchten, dass Auswärtige, die kaum ein Jahr dabei seien, den "Dorfverein" übernehmen werden.

Dem widerspricht Bührer: Die Abgänge in der Klubführung hätten familiäre Gründe gehabt.

Und weshalb kommt der neue Sportchef nicht aus Glattbrugg? "Ein Fussballklub mit 500 Leuten gleicht einem KMU. Da ist es nicht immer möglich im Verein Leute dafür zu finden", begründet der Präsident.

"An der Sitzung wusste der Präsident noch nicht, wer die Mannschaft übernehmen soll – der Sportchef hingegen schon", entgegnet der entlassene Trainer Biber den Beschwichtigungen von Bührer.

Und zu seiner Entlasssung meinte der 52-Jährige: "Die Verantwortlichen haben nie mit mir oder der Mannschaft geredet und beispielsweise gefragt, ob sie unzufrieden mit mir sei. Ich würde sofort gehen, wenn es an mir läge."

Fehlender Respekt für 45-jähriges Wirken
Aus dem Umfeld wird das Vorgehen des Vorstands deshalb scharf kritisiert. Von mangelndem Respekt gegenüber einem Trainer mit 45 Jahren Engagement (!) für den Verein ist die Rede.

Besonders pikant ist die Situation zudem, weil Biber auch noch als Platzwart fungiert, und sogar auf der Glattbrugger Sportanlage Au wohnt.

Das Training wieder aufgenommen
Immerhin gibt es mittlerweile eine erste kleine Positivmeldung. Die Spieler der ersten Mannschaft sollen laut dem "Klotener Anzeiger" am Donnerstag wieder das Training aufgenommen haben.

Sie wollen die letzten drei Partien der Vorrunde bestreiten, um dem Verein zu helfen.

Letzte Änderung am Freitag, 18 Oktober 2019 21:35

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