betty teaser big

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Da das bunte Wechseltreiben während der Saison fast gänzlich erlischt, habe ich in meiner Küche etwas Zeit über Anderes nachzudenken und über Wechsel im grösseren Rahmen zu sinnieren.

Kaum ein Wochenende vergeht, ohne dass es irgendwo auf den Fussballplätzen der Schweiz und oft auf denjenigen der Region Zürich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Zumeist sind die Beteiligten, also Täter und Opfer, Spieler. Oft sind aber auch die Schiedsrichter die Opfer (eher seltener die Täter) und mittlerweile häufen sich auch die Fälle, in welchen Trainer, Betreuer oder auch Zuschauer zu Tätern (seltener Opfer) werden. Die neusten Beispiele wurden auch auf "regional-fussball.ch" ausgiebig thematisiert. Die Vorfälle haben aber mittlerweile (wieder) ein Ausmass angenommen, dass sogar Boulevard-Blätter wie "20 Minuten" darüber berichten (prinzipiell schon einmal kein gutes Zeichen, dafür mit vielen, bunten Bildern). Die beiden schockierendsten Fälle waren jene bei den "Fussballspielen" Glattal Dübendorf - SC Barcelona (warum überhaupt Barcelona, da spielt kaum ein Spanier?) sowie Bosna Zürich gegen Megas Alexandros. Beleidigungen, Tätlichkeiten, Schlägereien, Verletzte, Anzeigen bei der Polizei und und und. Freunde der Sonne....wer auch immer im Endeffekt die Täter sind, ob die einen, ob die anderen....ganz generell......habt ihr eigentlich noch alle Tassen im Schrank?? Die Antwort darauf scheint naheliegend; nein!

Dass der gemeine Fussballer nicht gerade als IQ-Monster gilt, ist allgemein bekannt und einem geordneten und gesitteten Spielablauf auch nicht diametral entgegenstehend. Das ist wohl in keiner anderen Sportart so ausgeprägt (vielleicht können die Eishockeyaner hier noch auf ähnlich unterwältigendem Niveau mitgurken). Doch Gewaltbereitschaft und Mangel an Anstand und Benimm sind leider auch bei intellektuell wohldekorierteren Zeitgenossen nicht immer in ausreichender Fülle vorhanden, wie auch Fussballspiele auf MMA-Niveau z.B. bei den Zürcher Hochschulmeisterschaften, zeigen. Kann erhöhte Gewaltbereitschaft evt. auf eine allfällige Migrationsherkunft zurückgeführt werden? Aus etymologischer Sicht mag dies vielleicht auf der Hand liegen, doch warum ist dies dann in anderen Sportarten nicht der Fall (abgesehen wieder vom Beispiel Eishockey welches aufzeigt, dass auch Heiri Müller und Seppli Meier sich hin und wieder in übelster Art und Weise und ausserhalb jeglicher Spielregeln oder gesellschaftlicher Gepflogenheiten auf's Maul geben), in welchen es ebenfalls viele Involvierte gibt, welche nicht im Muotathal geboren wurden und danach ihre Jugend im Wägital verbracht haben? Die Intensität des Sportes, die Zweikämpfe aber und vor allem auch das gesellschaftliche Renommee sind es sicherlich, welche das verletzte Ego von Paul Fussballer explodieren lassen. Egal in welcher Liga, für einen jeden ist das Spiel am Samstag der Höhepunkt der Woche, darauf bereitet man sich vor, die Arbeit verkommt auch in der 4. Liga zur Nebensache, wenn am Wochenende das grosse Derby ansteht. Dann will nichts gelingen in den 90+ Minuten, der Schiri pfeift aus subjektiver (manchmal auch objektiver) Warte än fädammtä Schäiss zämä, die Kollegen grinsen am Spielfeldrand, man schluckt den 4. Tunnello des Spiels, man erfährt vom Gegenspieler, dass die eigene Mutter scheinbar nachts an der Langstrasse ihr öbszönes Unwesenheit treibe. Man explodiert, der Gegenspieler lässt es sich nicht bieten, der Mitspieler kommt zu Hilfe, der Masseur schmeisst seinen Massagetisch auf's Spielfeld, der Trainer ist nicht in der Lage seine Spieler unter Kontrolle zu halten und der Vater des linken Verteidigers steht plötzlich mit der Kalashnikov auf dem Feld (er ist Tontaubenschütze sagt er). Zäckbumm; here we go, Eskalatioooooooon.

Freunde der Volksmusik; ihr zerstört den Fussball. Die schönste Nebensache der Welt. Ihr seid Vorbilder, auch in der 5. Liga Gruppe 34. Gewalt hat vielleicht in den eigenen vier Wänden etwas zu suchen (Achtung, Frau Ironie vermisst ihren Sohn Ironiemus), mitnichten aber auf dem Fussballplatz!! Dann teilt mir der Gegenspieler halt mit, er und drei seiner muskulösesten Freunde hätten gestern Nacht zum vierten Mal in dieser Woche mit meiner Mutter dem Beischlaf gefröhnt. Na und? Selber Schuld. Noch lange kein Grund es eskalieren zu lassen. Noch lange kein Grund physische Gewalt anzuwenden. Es wird noch soweit kommen wie in anderen Ländern gesehen; der Fussballverband wird einfach auf sämtlichen Amateur-Ebenen ein Wochenende den Ball ruhen lassen. Es werden alle Fussballer im Kanton in globo bestraft, auch die Unschuldslämmchen. Wollt ihr das? Wollt ihr, dass auch ich und meine Mädels von der Seniorinnen-Mannschaft Regenheim ein Wochenende aussetzen müssen? Ganz nebenbei sei erwähnt; der ordentliche Strafrahmen von Tätlichkeiten (aus strafrechtlicher Sicht) über fahrlässige, einfache bis hin zu schwerer Körperverletzung ist von Busse über CHF 1.- bis hin zu einer Freiheitsstrafe (bitte das Wort nicht falsch verstehen, es heisst eben genau keine Freiheit mehr, sondern ciao ciao Freiheit und hello Knast) von zehn Jahren im schwersten Falle. Klingt auch nicht gerade erstrebenswert.

Also liebe Spieler, liebe Trainer, liebe Zuschauer, verdammte Scheisse nochmals; reisst euch am Riemen und haltet eure eigenen Nerven und vor allem auch diejenigen der Mitspieler im Zaun (und ich rede bewusst immer in der männlichen Form, denn die weiblichen Geschöpfe dieser Erde scheinen sich im Griff zu haben und nicht wie die männlichen Pendants ihr offensichtlich zu kurzes, kleines oder schmales, manchmal auch zu krummes Geschlechtsmerkmal kompensieren zu müssen). Deeskaliert und helft dem Schiedsrichter, dass solche Vorkommnisse wie z.B. in den oben erwähnten Spielen (aber auch zu zigfachem in vielen anderen Spielen) nicht mehr vorkommen. Wir alle sind verantwortlich für einen geordneten und gesitteten Spielablauf. Gerade wir müssen die Hitzköpfe zurückhalten und deeskalieren. Wer das nicht kapiert hat, der ist sogar für Fussball zu blöd womit wir wieder beim Thema dieser Küche wären; wechselt doch, aber nicht den Verein, sondern entweder die Sportart, oder noch besser, wechselt den Planeten. Keiner wird euch vermissen.

Wahrscheinlichkeit Sportartwechsel: 1%

Wahrscheinlichkeit Planetenwechsel: 2%

Wahrscheinlichkeit Benimmwechsel: 97%