Vom Buchholz bis zum Wisacher

Vom Buchholz bis zum Wisacher


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  • 28.11.2013
  • 01:11

Der kleiner Führer zu den Fussballplätzen in den Bezirken Bülach, Dielsdorf und angrenzenden Gemeinden von Markus Wyss, Sportredaktor beim "Zürcher Unterländer".

Sportveranstaltungen finden oft am Sonntag statt. Viele Leute müssen an diesem Tag nicht arbeiten und werden nicht von Terminen gehetzt. Es bleibt Zeit, sich für einmal langsam fortzubewegen, zu laufen oder zu spazieren, und dabei Dinge zu sehen, die man unter der Woche nicht wahrnimmt, wenn man im Auto oder im Bus sitzt und schnell unterwegs ist.

Platz 1. Am spannensten ists für mich in Bülach, meiner Nummer 1. Der Weg vom Bahnhof zum Fussballplatz Erachfeld ist in etwa 2,3 Kilometer lang. Bald nach dem Bahnhof Richtung Erachfeld kommt die sehenswerte Altstadt mit historischen Gebäuden, wie zum Beispiel dem wunderschönen Riegelhaus, in dem sich das Hotel und Restaurant "Zum Goldenen Kopf" befindet. Später führt der Weg an der Badeanstalt vorbei. Es empfiehlt sich, besonders wenn die Partnerin dabei ist, beim Vorbeischlendern der Badeanstalt entlang nicht allzu oft auf die  Badenixen zu schielen.
 
Platz 2. Weg vom Bahnhof Glattfelden zum Fussballplatz Schachenerbrücke in Glattfelden. Distanz ca 1,7 Kilometer. Zuerst kommt ein steiler Weg den Wald hinunter zum Fluss Glatt, die sich Richtung Rhein nordabwärts schlängelt. Blumenübersäte, wunderschöne Wiesen säumen die Glatt. Die Pflanzen versprühen besonders im Frühling eine faszinierende Farbenpracht - der Reichtum der Natur zeigt sich in vollen Zügen.  
 
Platz 3. Bahnhof Herrliberg zum Herrliberger Fussballplatz Langacker. Distanz ca 2,5 Kilometer. Zuerst steile Hauptstrasse den Berg hinauf. Schöne, schnittige, PS-starke Autos fahren vorbei. Kein Wunder. In Herrliberg und den umliegenden Gemeinden wohnen viele reiche Leute. Danach folgt eine Seitenstrasse und eine Treppe ein Tobel bergaufwärts. In der kleinen Schlucht rauscht ein Bach Richtung Zürichsee hinunter. Wenn man nach unten schaut, hat man einen schönen Blick auf den See und Richtung Albiskette am anderen Ufer. Bald nach dem Ende der Treppe sind, auf der linken Seite,  die Beleuchtungspfosten der Fussballanlage Langacker zu sehen. Noch weiter oben, aber gut sichtbar,  thront die mondäne Villa des ehemaligen Bundesrates
Christoph Blocher.
 
Platz 4. Weg vom Bahnhof Effretikon zum Fussballplatz Eselsriet in Effretikon. Distanz ca 2,2 Kilometer. Der Weg führt teilweise durch Einfamilienhausquartiere, am Waldrand entlang und kurz durch einen Wald. Die mit Sauerstoff geschwängerte Luft weht angenehm aus den raumgreifenden Kronen der Bäume
 
Platz 5. Bahnhof Niederweningen Dorf zum Niederweninger Fussballplatz Huebwis Distanz knapp 500 Meter, wobei die letzten 200 Meter autofrei sind. Wenn man auf der autofreien Strasse Richtung Fussballfelder läuft, erheben sich neben dem breiten Wehntal die sanften Hügelzüge der Lägern auf der rechten Seite und der Egg auf der linken Seite. Besonders im Herbst, wenn die Blätter der Bäume farbig sind, ist man von etlichen Naturschönheiten umgeben.  
 
Platz 6. Bahnhof Wallisellen zur Walliseller Sportanlage Sportzentrum, Distanz ca 1.7 Kilometer. Steiler Anstieg durch ruhige Quartiere hindurch. Auf der Höhe angekommen trifft man verschiedene Häusertypen an - vom Hochhaus über interessant gebaute Blocks bis zum Einfamilienhaus. Als Belohnung für den wegen der Steigung strengen Fussmarsch gibt’s beim Sportzentrum einen wunderschönen Ausblick über den Pfannenstiel auf die Glarner Alpen.   

Platz 7.  Dübendorf Bahnhof zum Dübendorfer Fussballplatz Zelgli Distanz  ca 1 Kilometer. Beim Überqueren der Glattbrücke lohnt sich ein Blick aufwärts Richtung Zürcher Oberland. Der Glattuferweg ist Richtung Greifensee gesäumt von Spazierwegen, Bäumen, Wiesen und Blumenfeldern. Weiter oben links gackern gar noch Gänse im Dickicht eines Gartens. Gleich nach der Glattbrücke, links, an der Bahnhofstrasse 42, gibt’s im Club ARTE 42 ein gehobenes Bordell. Laut Prospekt wenigstens … Demgegenüber steht dann 400 Meter vor dem Fussballplatz Zelgli die Katholische Kirche Maria Frieden. Katholische Kirchen sind während des Tages jeweils offen. Man kann sie deshalb jederzeit betreten und die kunstvoll gestalteten Innenräume betrachten und geniessen. Oder einfach beten - und im Falle eines Besuches im Club ARTE 42 auch gleich beichten, wenn ein Pfarrer zugegen ist.
 
Platz 8. Bahnhof Uster zum Fussballplatz Buchholz des FC Uster. Distanz ca 2,3 Kilometer. Nördlich des Bahnhofs führt der Weg den Hügel hinauf an interessanten Häusern vorbei. Zum Teil im Jugendstil erbaut, aber auch mit viel Geld erstellte Blocks, die gut aussehen. Kein Wunder. Es ist der Sonnenhang. Da lassen sich die Leute die Architektur etwas kosten. Beim Spital gehts aufs Trottoir neben der stark befahrenen Hauptstrasse Richtung Oberland-Autobahn. Zum Glück dauert der Fussmarsch zum Buchholz nicht ewig – denn auf dem Weg entdecke ich nichts spannendes mehr.
 
Platz 9. Bahnhof Töss zum Fussballplatz Reitplatz des FC Töss, Distanz ca 2,5 Kilometer. Vor Jahren besuchte ich den 2.-Liga-regional-Spitzenkampf Töss gegen Regensdorf auf der Fussballanlage Reitplatz. Es war Mitte Juni, wolkenloser Himmel und hunderte von Leuten vergnügten sich an diesem Sonntag am Ufer der Töss beim Baden und Grillieren. Gleichzeitig lief wenige Meter daneben die spannende Fussballpartie. Hunderte von Fans säumten zusätzlich den Spielfeldrand.  Kein Wunder, dass es keine Parkplätze mehr gab. Ich parkierte mein Auto, wie viele andere auch, im Wald. Das kostete mich eine Busse von 100 Franken. Seither gehe ich mit der Bahn oder dem Velo zum Fussballplatz Reitanlage. Mit der Bahn ists allerdings umständlich, weil der Bahnhof Töss weit weg von der Fussballanlage entfernt ist, etwa 2,5 km. Für Bahnreisende zum Reitplatz ists empfehlenswert, in einem Rucksack Proviant mitzunehmen, denn die Gefahr ist gegeben, dass man, neben dem weiten Weg, sich im Wald um den Fussballplatz herum noch verläuft.

Platz 10. Bahnhof Regensdorf-Watt zum Fussballplatz Wisacher in Regensdorf. Distanz ca 1,3 Kilometer. Die Hochhäuser und Plattenbauten vor der Wisacher-Sportanlage sehen monoton und steril aus. Keine Augenweide. Zum Glück ist das Spiel des FC Regensdorf oft variantenreicher als die Form dieser Gebäude. Auf dem ganzen Weg zwischen dem Bahnhof Regensdorf-Watt und der Sportanlage ist kaum etwas interessantes zu sehen.



Markus Wyss (52), Sportredaktor beim "Zürcher Unterländer". Er ist Borussia-Dortmund- und Udo-Lindenberg-Fan, leidenschaftlicher Koch, liebt Architektur und betreibt Umwelt- sowie Tierschutz

 

Letzte Änderung am Freitag, 15 April 2016 22:14

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