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  • Untere Ligen
  • 03.06.2014
  • 00:05

fc meilenAls Tag der Wiedergutmachung geplant, endete der neuste Auftritt der Goldküstenmaradonas im nächsten Debakel: Im letzten Heimspiel der Saison zieht man gegen die Wassermelonen-Händler aus Zollikon den definitiv Kürzeren. 3:4-Heimpleite nachdem man Spiel, Smartphone und Ehefrau vollkommen im Griff hatte. Das Beste war noch das Wetter.   



Kein Sieg in den letzten fünf Spielen. Die Aufstiegsambitionen hatte man kurz nach Rückrundenstart bereits an den Meistbietenden verkauft. Nach der Horror-Show in Uster am letzten Sonntag wollte man nun im letzten Heimspiel der Saison gegen Zollikon endlich wieder Fussball wie Männer spielen. Conchita Wurst hin oder her. Rein sportlich war das Spiel ein Wurst-egal-Spiel. Um die Honigtöpfe balzen sich andere Teams.

Trotzdem war es aus rein menschenrechtlicher Affiche ein sehr wichtiger Auftritt. Schliesslich war es der letzte Auftritt in einem Heimspiel einer Aktivmannschaft für einen ganz grossen Spieler aus der FC Meilen Talentschmiede. 35-jährig, fit wie nie. Selten um eine Antwort verlegen. Genannt Allmend-Gattuso, doch für die meisten einfach Ora. Orazio Votta.

Das ist der mit dem herzlichen "Tami" und der, der in Sachen Kampfbereitschaft immer ein Vorbild für seine Mannschaftskameraden war. Nur schon darum hätte man dieses Spiel gegen Zollikon gewinnen müssen. Wir ziehen den Hut vor einem grossen Mann und einer noch grösseren Karriere. Bevor sie nun die Taschentücher benetzen, wollte ich sie noch informieren, dass Orazio Votta noch in den letzten zwei Auswärtsspielen der Saison zu bestaunen sein wird.

Orazio Votta ist Single - melde dich
Dazu noch der natürlich nicht zu unterlassen sein dürfende Zusatz: Orazio Votta ist Single. Auf der Suche nach einer sympathischen Schnauzträgerin mit dem Faible für emanzipiertes Denken und Handeln. Aussehen ist zweitrangig. Was zählt ist der Charakter. Fühlst Du dich angesprochen? Melde dich unter der Chiffre Vai-Chiffo-11 bei der Redaktion der besten und schönsten Zeitung am Zürichsee: Meilener Anzeiger.

Aber nach der Tränendrüsensektion zurück in die Realität. Auf den harten Boden des Hier und Jetzt. Nach der enormen Durststrecke der letzten Wochen hatten sich die Medien auf das Trainerduo eingeschossen. Weil sich diese Beiden seit der Pleiten, Pech und Pannen-Serie nun eigenhändig eine Maulkorb aufgesetzt haben, war der Raum für Spekulationen fast unermesslich. So berichtete eine serbische Zeitung, dass Coach Lucien seinen Abgang plant und Ende Saison mit Bonadei-Mentaltrainerin Coco ein Nagelstudio an der Kirchgasse eröffnet. Zudem war zu hören das Trainer Heusser die Geburt seiner Kinder 3 + 4 forcieren will und darum nun für ein halbes Jahr aussetzen muss. Gilbert Gress, Andy Egli und Georges Bregy sollen sich im Fall der Fälle bereits beworben haben.

Der Einzige, der die Wahrheit kennt,  der weiss wie der Hase hoppelt ist Sportchef Boppart. Doch dieser ist von einer Champagner-Ernte bisher nicht zurückgekehrt. Lost in Moet-Jungle. Darum gilt weiter die pure Spekulation. Jeder darf sich daran beteiligen.

Nun aber genug dem Vorgeplänkel, schauen wir uns den Untergang der Titanic chronologisch zutreffend und in 3D in der Retroperspektive an. Nachdem man drei Jahre jedes Heimspiel auf dem Kunstrasen gespielt hatte, wich man für das Derby gegen Zollikon auf den Hauptplatz aus. Auch die Spielwiese von Markus genannt.

Kunstrasenallergie von Flügel Bonadei
Eigentlicher Grund für den Wechsel war die Kunstrasenallergie von Flügel Bonadei. Soweit so gut. Die Goldküstenmaradonas starteten pflichtbewusst und nicht einmal so schlecht wie erwartet in die Partie. Man konnte dem Gebotenen durchaus das Attribut Fussball unterstellen. Durchaus. Trotzdem aber.

Nach knappen 20 Minuten waren es die Gastgeber nach einer zu knappen Weiber-Abwehr, die aus dem "Mir Nichts, Dir Nichts!" die Führung erzielen konnten. Zollikon führte. Wie immer in den sechs (!!!) letzten Spielen der Rückstand.

Ein neues Abo des Zürcherischen Verkehrsbundes für Fussball-Märtyrer. Die Reaktion war aber durchaus ebenfalls erwähnenswert. Zuerst, in der ersten Lethargie brauchte es den ganzen Charme für das weibliche Geschlecht von Weber um einem grösseren Rückstand zu verhindern. Glanzparade. Im Anschluss an diese Aktion war es wiederum Weiber der mit einem weiten Ball Staubsauger-Gott Dändliker lancierte. Mit einer Ballannahme à la Neymar und einem anschliessenden Rush und noch einem ebenfalls anschliessenden Pass, war es der Zirkusdirektor Alimi, der zum Ausgleich eintopfen konnte.

Punktuell grosse Floristik was die Goldküstenmaradonas aus dem Jutesack zauberten. Danach war aber wieder Filmriss auf dem 06:03 Nachzug ab Stadelhofen. Quasi mit dem Pausenpfiff hätten die Gäste durchaus noch zwei Tore erzielen können. Beim ersten Arrangement scheiterte Zollikons Quentin am eigenen Unvermögen. Beim nächsten Auftrag aber war es Meilens Schlussmann Weiber der noch einmal seinen ganzen Charme in die Waagschale werfen musste um dem Pausenrückstand zu entgehen. Danach war Pause.

fcm scz2Die spanische Zauberlocke Serna
Anhand des Gezeigten gab es für einmal keine besondere Pausenshow. Kafi fertig in der Endlosschlaufe. Mit Enthusiasmus ging es in Halbzeit Zwei. Die Belohnung folgte auch prompt. Fünf Minuten gespielt. Nach einem Brennwald Energieanfall im bleifrei-Modus war es die spanische Zauberlocke, Serna der das Leder in Richtung Manege steuerte.

Pflichtbewusst vor Ort war wiederum der Zirkusdirektor. Mit einem Abstauber der schöneren Sorte markierte er die erneute Führung. Saisontreffer 15. Das allgemeine Empfinden zur Sicherstellung des Erfolges war zu diesem Zeitpunkt durchaus vorhanden. Dieses Empfinden war aber dann doch von kurzer Dauer.

Genau gesagt neuen Minuten. Dann glich Zollikon erneut aus. Ohne grosse Gegenwehr seitens der einheimischen Pappheimer im vertikalen Ballgeschiebe. Es konnte von neuem beginnen.

Unbestritten die klar bessere Mannschaft
Unbestritten war, dass Meilen klar die bessere Mannschaft war. Es schien aber immer am falschen Ort die bessere Mannschaft zu sein. Die Chancen waren da. Auch nach dem erneuten Ausgleich. Doch It setzte seinen wuchtigen Kopfball über die Latte. Alimi stolperte im dümmsten Moment und Bonadei war überrascht über den Platz vor seinem überhasteten Abschluss.

Der Sieg musste her. Für den Sieg musste Votta her. Trotz einer Wodka-Spiritus-Dehnung im linken Sprunggelenk kam Heimspiel-Abschied Spieler Orazio Votta nun in die Partie. Seine Einführung war dann gleich eine Spieleröffnung wie bei den alten Römern im Optimalfall. Grosses Kino zum Sonderpreis. Alimi spritze dann ab. So richtig. Liess den Ball auf It abspritzen und dieser, nach seinem Pleiten-Kopfball kurz zuvor, markierte die erneute Führung für die Gastgeber. Trockener Schuss. Der Alptraum schien zu Ende.

Zu überlegen und nun auch mit dem nötigen Tor-Konto ausgestattet zweifelte niemand mehr am Sieg von Meilen. Die Durststrecke schien überstanden. Schien. Minute 78: Zollikon markiert den erneuten Ausgleich zum 3:3. Sagenhaft unsäglich schlecht das Defensivverhalten der gesamten gelbschwarzen Armada der Lederallergiker im Ruhestand. Skandalös. Nicht nötig.

Zum vierten Mal aus dem Nichts
Dieser Tiefpunkt wurde dann noch in Spielminute 90 ganz zu Nichte gemacht und ein neuer, noch grösserer konstruiert. Zollikon mit dem vierten Treffer. Eigentlich zum vierten Mal aus dem absoluten Nichts. Defensiv den Steuerhinterzieher gemacht. Mit dem Schlusspfiff. Wieder verloren. Die Negativserie auf die Haut tätowiert. Was ist nur los mit den so ambitionierten Goldküstenmaradonas? Flasche leer wie Trappatoni gesagt hätte.

Der nächste Tiefpunkt. Ausgerechnet beim Abschiedsspiel von Legende Votta. Auch einer meiner persönlichen Lieblingsspieler. Einer, der mir fehlen wird. Einer, der der Mannschaft fehlen wird. Nun folgen noch die Auftritte in Hinwil und Männedorf auswärts und ein trauriges Kapitel Rückrunde darf endlich zugeschlagen werden. Es kann nur besser werden. Es muss besser werden. Es wird besser werden. Viva FC Meilen II. Viva la Revolucion. PS: In eigener Sache: Hans Nötig sucht für seinen Sommerurlaub noch einen Privat-Jet (Eigener beschlagnahmt wegen Steuerdifferenzen in Florida) zur Leihe? Hinweise an: 079 279 53 45. Danke. Klappe zu. Hans Nötig   




Meilen II - Zollikon II 3:4 (1:1)
Allmend Meilen. - 
SR: Spann Stahl


Tore: 18. 0:1. 23. Alimi 1:1. 50. Alimi 2:1. 59. 2:2. 74. It 3:2. 78. 3:3. 90. 3:4.
Meilen II: Weber, Brennwald (80. N. Hedzic), Greiner, Rastoder, Bucher, It, Dändliker, Beglinger (75. Heusser), Bonadei (71. Votta), Serna (75. Saxer), Alimi.
Bemerkungen: Meilen ohne Langar (Familienschlauch in Halbzeitpause), Komatzki (Vertragsverhandlungen beim FC Herrliberg), Sennhauser (Timeout betreffend "Akte" zusätzliches Jahr bei den Aktiven, so tritt keine Legende ab), Azzato (Kommt Zeit, kommt Rat), V. Sudakow (Organisation Partyhilfsmittel), E. Hedzic (Schnupperwochenende bei Koni auf dem Traktor), Reho (Nachgeholtes Weihnachtessen der Zahnarztpraxis Dani Schmid), Senn (Illegale Organisation Lösungen Abschlussprüfung), Fornara (Schiesst die Fotos zu den Matchberichten) und Kohler (Menstruations-Beschwerden).

Letzte Änderung am Dienstag, 03 Juni 2014 00:22

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