Cui honorem, honorem


  • Untere Ligen
  • 25.08.2014
  • 12:08

fc meilenEhre, wem Ehre gebührt. Mit einem hauchdünnen 1:0 in Zollikon starten die Goldküstenmaradonas in die neue Saison. Kollege Glück sass in einem gelbschwarzen Pullover auf der Tribüne. Herausragend die mannschaftlich geschlossene Leistung und ultra-windschnittige Solidarität. Macht Bock auf mehr dieser Start zur neuen Staffel.

Im Anbetracht der Tatsache einer langen Pause und einer neuen Saison, bitte ich Sie um die nötige Akzeptanz, Sie nun als erstes mit Facts zur neuen Saison zu versorgen.

Falls es Sie interessiert: Aktuell: Nein, im Lotto habe ich nicht gewonnen. Scheiss Lotto. Dafür habe ich meinen Veloständer vor dem Haus nun elektronisch geladen. Nun wird der Strom jeden Falschparker auf meinem Veloständer-Platz zurechtweisen.

Haben Sie sich auch so über das Wetter aufgeregt diesen Sommer? Dann heulen Sie doch. In meinem Keller, in meinem Modelleisenbahn-Traumkeller, brauche ich keine Sonne. Und ich garantiere Ihnen: Bei mir fährt jeder Zug pünktlich. Nicht so wie die Kollegen Essig & Malz von den Bundesbahnen. Oder wie ich jeweils zu sagen pflege: Als der eben pensionierte Heusser Kari den Schuppen noch führte, da war jeder Zug zwei Minuten zu früh. Jeder. Garantiert.

Glückstrunkener Trainer
Aber ich will jetzt mal nicht abschweifen. Also. Die Sportart ist immer noch Fussball. Auch mit Ball. Zum Teil auch bewusst. Habe ich mir also sagen lassen. Zur Kadersituation bleibt zu sagen, dass es sich momentan, wie meistens im August, rosig bis deliziös anmuten lässt. Enorm rosig, was auch die nächste Tatsache bewies als Trainer Heusser, völlig glückstrunken von der positiven Kaderentwicklung, gesehen wurde, wie er im Zürcher In-Club HIVE die Nacht zum Tage machte.

Sonst noch? Genau. Die kurze Vorbereitung war auch der Grund wieso ich mein alljährlichen Golf-Plausch mit Blaser Marco und dem feministischen Mini-Rock-Clan Zürich absagen musste. Fussball geht vor. In jeder Lebenssituation. Ausser eben, ich hätte im Lotto gewonnen. Dann hätte diesen Bericht ein taiwanesischer Ghost-Writer geschrieben. Sie hätten es vermutlich nicht mal gemerkt. Ich konnte schon als Kind das "S" nicht richtig betonen. Hier ein Dank an die Sprachheilschule Samentrumpf in Bosswil. Dabei war Reis nicht meine Leibspeise.

So verlassen wir das Off-Topic Land wieder und wechseln nun aber wirklich zum Lederball-Hosenlupf. Dabei beginnen wir locker flockig mit einem Quiz. Was sagen sie spontan wenn sie die Namen Ili Alimi, Remo Dändliker, Ferdinand Langar, Christian Kohler und Martin Messerli hören? Sie werden sagen nice to have. Das ist übrigens ein englischer Slogan und heisst wörtlich übersetzt: Nizza zu vermieten.

Stars auf der Bank
Oder sie werden genauso sagen jeder normalgewickelte 4. Liga Trainer würde mit diesen fünf renommierten und über Wasser gegangenen Star-Spieler in die Partie gehen. Nicht so Mattieu & Lucien. Sie entschieden sich für eine andere Startelf.

Die medialen Geier kreisten schon Stunden vor dem Spiel über dem Playmobil-Kunstrasen zu Zollikon. Nach gespielten zehn Minuten waren sie aber schnell wieder verschwunden.

Meilen agierte ziemlich stilsicher ohne den Maradona voreilig aus dem Gucci-Beutel zu packen. Die neu formierte Innenvereidigung mit Altmeister Haide Hedzic und dem italienischen Fuss-Model Bonadei funktionierte von Beginn weg. Notabene dieser Bonadei, der bis vor einem halben Jahr gar nicht wusste, dass die eigene Mannschaft jeweils auch einen defensiven Straftraum zu verteidigen hatte. Solche Geschichten schreibt nur der Sport.

Während die Legende Alimi auf der Bank schmorrte zeigte sein Vertreter It wieso dem so war. Nach einer schnellen Drehung und einem entschlossenen Abschluss fehlte schlussendlich nicht viel zur Führung. Was aber auch nicht darüber hinweg täuschen konnte, das sich ein Spiel mit Schwerpunkt Mittelfeldgeplänkel formierte. Kampf bis auf die Knochen. In der letzten Saison nicht immer die Stärke der Goldküstenmaradonas.

Gelbschwarze Jedi-Riter auf Billigplastik
Gegen Zollikon aber war es kämpferisch ganz grosse Pferdedressur was die gelbschwarzen Jedi-Ritter auf den Billigplastik zauberten. Mannschaftlich geschlossen. Jeder für jeden. Und irgendwann war es It, der Bodybuilder mit Ballgefühl, der ungehindert den Turbo zünden konnte, durchmarschierte und schliesslich von den Beinen gesäbelt wurde. Penalty für Meilen.

Zollikons Schlussmann Troll konnte von Glück reden, dass der einspringende Spielleiter, Pfadileiter Madrugada, seine Karten vor dem Spiel auf dem Flohmarkt verhökert hatte. Zum Penalty trat Alge Hedzic an. Und verwandelte mit der Erfahrung von 10 Jahren YouPorn locker, flockig zur 1:0-Führung.

Bis zur Pause blieb es die harte Kampfpartie ohne Torraumszenen auf beiden Seiten. Meilen war gut organisiert, Altmeister Saxer, der einzige Vollprofi im Team, organisierte das Mittelfeld in eindrücklicher Art und Manier. Nach einem aussersaisonalen Slalomtraining im Sommer mit Carlo Janka in Obersaxen fliegt Sac Smooth förmlich über den Platz. Danach plätscherte das Spiel ein wenig.

Danach war Pause. Angel, der Vater von den beiden Zauberlehrlingen Patric und Marc Serna spielte spontan eine Beethoven-Sonate auf seiner Panflöte. Eindrücklich ausdrucksvoll. Auch kulturell im oberen Segment zu Hause, die Goldküstenmaradonas.

Ein unverbrauchtes Gesicht kommt
Mit der zweiten Halbzeit kam es auch gleich zu einer Premiere. Für Glasknochen-Serna, damit ist allgemein Patric gemeint, kam ein neues, unverbrauchtes und junges Gesicht zu seiner Feuertaufe in der zweiten Mannschaft. Malik Zanghellini, Jahrgang 1996, kam in die Partie. Ein Versprechen für die Zukunft und bei den weiblichen Fans schon jetzt der Justin Bieber im Teilzeit-Engagement. Das kann ja heiter werden. Dazu nur: Aufklärung ist alles. Nicht das er sich schlussendlich noch eine Victoria Beckham anlacht. Betreuung ist alles.

Zurück zum Spiel. Nach dem Seitenwechsel war es weiterhin eine Partie wie eine übergewichtige Schildkröte in den Wechseljahren. Träge. Kampfbetont und ohne Fluss.

Nach einer knappen Stunde wendete sich das Blatt zugunsten der Gastgeber. Die Idee schon in der Pause Wodka-Tonic in die Trinkflaschen der Meilener zu füllen war dann wohl doch etwas verfrüht. Zollikon marschierte plötzlich nach vorne. Meilen hielt dagegen, ohne grössere Landschäden. Die Nerven wurden aber auf eine harte Probe gestellt.

Messerli macht das Böckli
So hätte es sein können, dass ein Spielleiter mit mehr Kenntnis zur Sportart, gleich zweimal auf Penalty für Zollikon hätte entscheiden dürfen. Zuerst machte Messerli das Böckli, danach betätigte sich Beglinger des Textil-Inspektors. In beiden Fällen kein Pfiff. Glück gehabt. Doch die ausgleichende Gerechtigkeit folgte. So pfiff der angebliche Spielleiter Zirkusdirektor Alimi aus dem Offside zurück. Das wäre das 2:0 gewesen und eine herrliche Bude dazu. Ein Lupfer vor dem Samichlaus.

In der Folge rettete nach einem direkten Freistoss für den geschlagenen und sonst tadellosen Weber die Latte. Ein hoch auf die Café-Latte. Wobei der tretende Schütze Zollikons, die Nummer 10, ein Provinz Cristiano mit Manta auf dem Parkplatz, noch 100 Jahre hätte probieren können. Ein dermassen grossen Karma-Rückstand aufzuholen war schwierig. Verdammt schwierig. Wenig später war Schluss.

Das Ende des Zollikon-Fluchs
Meilen fährt zum Saisonauftakt drei Punkte in Zollikon ein. Auch mit Glück, oder eben, mit dem nötigen Karma-Vorsprung. Damit geht auch der Zollikon-Fluch zu Ende. Zum ersten Mal seit es Farbfernsehen gibt, gewinnen die Goldküstenmaradonas in Zollikon.

Ohne den Jesus gleich an die Wand zu malen: Die Goldküstenmaradonas-Edition 2014/2015 macht tatsächlich Lust auf mehr. Startsieg perfekt. Dazu noch als Randnotiz: Edel-Fan Geri Müller sendete nach dem Sieg noch ein prickelndes Selfie. Ein Glockenspiel aus dem 20. Jahrhundert. Danke Geri, die Mannschaft war sprachlos. Rechtliche Schritte nicht ausgeschlossen. Das habe ich nicht nötig. Gruss. Hans Nötig

Zollikon II - Meilen II 0:1 (0:1)
Riet. - SR: Madrugada (Pfadi-Leiter)
Tor: 10. Hedzic (Foulpenalty) 0:1.
Meilen II: Weber, Ch. Messerli (67. Kohler), Hedzic, Bonadei, Bucher, M. Serna (86. P. Serna), Greiner (57. Langar), Saxer (63. Dändliker), Beglinger (84. Greiner), P. Serna (46. Zanghellini), It (67. Alimi).
Bemerkungen: Meilen ohne M. Messerli (Verschiedene Vaterschafts-Tests in Südamerika), Azzato (Sommerferien + Pasta = Wohlstandsranzen = Trainingsrückstand = an die Säcke!), Kobel (Das erste Mal), Komatzki (Schlemmer-Wochenende in Pommes-Land), Fornara (Nastüechli-Halter von Michael Skibbe im 100% Pensum), Brennwald (Seiner Angebeteten als Stubenhocker auf die Eier gehend!), Reho (Szeni-Urlaub mit Schönbi, Irina Beller und DJ Antoine), Ritz (Sportboykott aus Protest gegen die Mitgliederbeitragerhöhung bei den E-Junioren), V. Sudakow (Flugsimulator-Test Ukraine) und Schneider (Fehlende Aufenthaltsbewilligung).

Letzte Änderung am Montag, 25 August 2014 12:22

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