Die Derby-Könige

Die Derby-Könige


  • Untere Ligen
  • 28.10.2014
  • 08:33



Endlich klappt es auch wieder mit einem Dreier. Nach zwei verschenkten Siegen in den letzten beiden Partien kehren die Goldküstenmaradonas hocherotisch auf die Siegesstrasse zurück. 1:0-Sieg im Seederby gegen die Pfahlbauer aus Blocher-Town. Flügelgott Beglinger brachte das wichtige Tor..



Harte Zeiten sind angebrochen. Nach den zuletzt verschenkten Siegen gegen Küsnacht (3:3) und vor allem und speziell gegen die Hundedressur-Schule Neumünster (1:1), legte die Geschäftsleitung den Schalter auf Stalin-rot.

Nach dem Spiel in Neumünster wurden alle Smartphones eingesammelt. Jedem Spieler eine Nebenbeschäftigung wie zum Beispiel Arbeit gestrichen. Jegliche Facebook-Accounts gesperrt und schliesslich alle Spieler kasernisiert. Im Luftschutzkeller beim Hallenbad. Walti Wenk, der Platzwart für alle Fälle, patrouillierte mit dem Sturmgewehr. Das mir auch ja kein Spieler den Luftschutzkeller verlässt.

Liebesurlaub für Alimi
Nur Alimi, Alimi entführte seine bessere Hälfte nach Paris. Liebesurlaub vor dem Derby-Kracher. Diesen hatte er sich bei seiner Vertragsverlängerung per Klausel zusichern lassen. Der Mann hat Nerven. Während die Mannschaft eine Woche lang Bohnen (gekocht von Kapitän Alge) auf dem Menu-Plan hatte, dinierte der Topskorer im feinen Epicure in Paris. Ob er dort seinen ach so geliebten Gemüse-Kebab bekam, ist dem Journalisten leider nicht überwiesen.

Nach einer Woche Bohnen- und einer intern genannten "öfters-Flatus"-Woche wollten die Spieler ihre Smartphones zurück. Mit einem Sieg gegen Herrliberg würde das zur Tatsache werden. Im taktischen Setup blieb Alimi erst einmal auf der Bank. Er brach erst am Spieltag um 06:30 in Paris auf. 34 Blitzer-Fotos später und exakt um 12:45, eine Viertelstunde vor Spielbeginn, traf er ein. Wie immer auf dem Parkplatz frenetisch begrüsst von den Fans.

Auch die Gäste aus Herrliberg waren bis auf die Zehenspitzen motiviert. Allein die Tatsache das sich Coach Dani 2der nimmer müde" Meier selber aufstellte, war Beweis genug: Herrliberg wollte. Die Frage war, ob sie konnten? Die Startphase auf dem heimischen Teppich gelang den Goldküstenmaradonas nicht wie gewünscht. Im Nachhinein könnte man von einer gewissen Übermotivation sprechen.

Gummistiefel oder Skischuhe
Das gelbschwarze Spiel war von Beginn weg nicht präzis genug. Die Joga-Bonita-Fraktion schien mit Gummistiefeln oder Skischuhen angetreten zu sein. Viele Fehlpässe, meist im Bereich schottisch halbhoch. Nicht gerade Werbung für die Sache. Die Herrliberger ihrerseits erwischten einen guten Tag. Also mit der vorhandenen Qualität bemessen einen sehr guten Tag.

DSDS 2Trotzdem war das Spiel ausgeglichen. Die Lamborghini-Fraktion Meilen mimte perfekt einen Trabi kurz vor dem Schirm zuklappen. So auch nicht verwunderlich, dass Herrliberg nach 25 Minuten zur ersten guten Tormöglichkeit kam. Meilen hatte im Typ von Weiber the cat aber einen hellwachen Schlussmann im Tor. Glanzparade. Die Mädchenriege draussen tobte zum ersten Mal.

Meilen blieb in der Folge beim pomadigen Auftritt. Es dauerte eine geschlagene halbe Stunde ehe die Maradonas ihren ersten Leckerbissen aus dem Sack packten. Dabei wurde Spielmacher Serna in die Gasse gelenkt, sein verzögertes Zuspiel auf den zweiten Pfosten fand It und dieser sich alleine vor dem Tor. Unglaublich aber wahr, It brachte das Kunststück fertig, den Ball neben das Tor zu schieben. Mutterseelen alleine. Chancentod war geboren.

DSDS 3Votta mit Pausenshow
Bald schon war dann Pause. In einer ereignisarmen Partie war keine der beiden Mannschaft wirklich besser. Bei den Einheimischen wollten die PS einfach nicht vollumfänglich auf den Asphalt. In der Pause war es wie immer Team-Senior Votta gegönnt für die Pausenshow zu sorgen. Seine Neuinterpretation vom grünen Schwan war schlicht Weltklasse. Meine Kollegen und ich auf der Pressetribüne haben uns für dieses Highlight mit einem permanenten Bierdosen-Wurf bedankt. Einfach grosses Kino. Endlich Qualität.

Diese vermisste man als Supporter der Fussballgötter in gelbschwarz vollumfänglich in der ersten Halbzeit. Die beiden Krippenleiter Mattieu und Lucien sahen es ähnlich. Personelle Änderungen waren die Konsequenz. Für den zuletzt das Training zur noch im Nebenfach besuchende Spielmacher Serna kam der Zirkusdirektor. Vor wenigen Stunden noch in Paris, nun auf der Showbühne.

Ebenfalls in die Partie kam Azzato, die italienische Rampen-Sau am Flügel. Und das Spiel wurde gleich besser. Nur zwei Minuten waren gespielt, als der Pariser in Diensten der Goldküstenmaradonas die Führung auf dem Fuss hatte. Sein Aussenristschuss war aber am Schluss sichere Beute von Herrliberg Schlussmann Steven Nasty. Der Chance nachtrauernd, gab es im Gegenzug viel Platz für Herrliberg. Ein Konter der für Meilen fast ins Auge ging. Wieder war es Schlussmann Weber der mit einem Glanzreflex die Null festhielt. Das wars dann aber auch von Herrlibergs offensiven Avancen.

Beglinger drückt
Die Reihe war an den nun immer besser ins Spiel kommenden Goldküstenmaradonas. Schliesslich, wenn es spielerisch nicht klappt, müssen die Standards es richten: Nach einem perfekten Alimi-Freistoss, war es Beglinger auf dem ersten Pfosten, der das flache, präzise Zuspiel nur noch über die Linie drücken musste. Endlich konnte man das Gezeigte der Heimmannschaft der Sportart Fussball zuweisen.

Mit der Führung im Rücken war Meilen nun stabiler. Endlich auch ein wenig kompakter. Vorne war es Almi mit einem Geschoss aus 25 Metern, der den Sack hätte zumachen können. Wieder scheiterte er am starken Herrliberg-Schlussmann.

Nun begann das Zittern. Am letzten Sonntag führte man ebenfalls bis tief in die Nachspielzeit mit 1:0 und frass tatsächlich noch den Ausgleich. So kam es wie es kommen musste, Herrliberg kam mit dem letzten Spielzug zu einer guten bis sehr guten Möglichkeit.

Der Seemann im Tor
Zum Glück krönte Meilens Tor-Chef Weber seine vorzügliche Leistung mit einer letzten Parade. Ausgerechnet dieser Weber, der laut dem Boulevard in der Nacht vor dem Spiel, verkleidet als Seemann in die Stadt Zürich unsicher machte. Zum Glück für ihn wissen die Krippenleiter Mattieu & Lucien nicht was Facebook ist.

Damit schliessen die Goldküstenmaradonas das Heimspieljahr 2014 mit einem Sieg ab. Die Derbybilanz mutet sich sexy an. Während man Stäfa, Männedorf, Herrliberg und auch Zollikon an die Wand spielte, kam Küsnacht nur mit viel Glück zu einem Punkt auf der Allmend. In der Derbytabelle oben weg. Die Helden aus Meilen.

Nun noch im letzten Vorrunden-Spiel in Regensdorf den Pflichtsieg abholen und dann sich gross fühlen nach einer verdammt guten ersten Hälfte der Saison. Immer im Wissen vier Punkte verschenkt zu haben bleibt am Schluss nur ein Gedanke in dieser Mannschat: Wir sind sowieso die Besten. Für einmal kann ich nur beipflichten. In die Pfanne haue ich sie dann wieder bei anderer Gelegenheit. Kommen Sie gut unter das Tram. Ihr. Hans Nötig

Meilen II - Herrliberg II 1:0 (0:0)
Allmend Meilen. - SR: Cabeza De Pez Ciego.
Tor: 53. Beglinger 1:0.
Meilen II: Weber, Langar, Hedzic, Bonadei, Bucher, Jemric (46. Azzato), Saxer, Greiner (67. Votta), Beglinger (77. Zanghellini), M. Serna (46. Alimi), It (76. Kohler).
Bemerkungen: Meilen ohne Ch. Messerli (Erlebnisferien in Syrien), Dändliker (Fatale Verwechslung: Sekundenkleber statt Gleitcreme), Komatzki (Defekter Lüftungs-Kreislauf), Brennwald (Trainingsrückstand nach Wiedereinstieg nach Ausbildung zur Domina), Fornara (Zeitzeuge Niedergang Insektenvereinigung in Vaduz), P. Serna (Inventur der Glasknochen), Sudakow (Lost in Translation), Frei (Entgegennahme Auszeichnung zum bestaussehensten Holzhacker), Reho (RBC-Mitarbeiter des Monats Titelverteidigung) und natürlich Ritz (Umweltservice junger Damen).

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Februar 2015 23:32

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