Durchaus Diebstahl


  • Untere Ligen
  • 13.10.2014
  • 20:39

fc meilenDer Sieg lag in feinstem Leder eingetütet auf dem Warentisch. Eine verdiente Belohnung für eine starke Mannschaftsleistung. Vom 0:2 zum 3:2. Spiel gedreht. Doch Minute 87 und ein unglücklicher Penalty machten den Dreier zu Nichte. Die Teppichklopfer aus Küsnacht kamen zu einem Punkt wie die Jungfrau zum Kind.

Die Blätter fallen, nach dem langen Frühling folgt direkt der Herbst. Die Goldküstenmaradonas kämpfen wie jedes Jahr um diese Zeit mit Kadereinschränkungen aus diversen Gründen. Die Verletzungshexe wie immer ist vorne mit dabei. Dann die Touristenwelle. Die Schnäppchenjäger. So plündert Teamcaptain Hedzic gerade New York. Und Bucher schaut auf seiner vegetarischen Ranch in Argentinien nach dem Rechten. Und dann die Missverstandenen.

So meldete sich Alimi am Abend vor dem Spiel mit verzerrter Stimme beim Radio 24 und gab sich als Kollege von sich selber aus, ehe er dann doch sich selbst sein wollte und stellte fest, dass er zu 100% fit und einsatzfähig wäre. Auf das Aufgebot wartete er vergeblich. "Das war ein Problem mit dem neuen Dolmetscher. Zudem hat er nach einer Wimpernverlängerung Sportverbot. Alimi lassen wir nächsten Sonntag in Neumünster wieder von der Leine" so Teammedizin CEO der FC Meilen II Ramsch & Wertlos Aktien AG, Heiner Lauterbach.

Bei so vielen Absenzen musste im Fundus des FC Meilen gewühlt werden. Von der ersten Damenriege um die Vorturner Klarer und Sylejmani wurde man mit Goalgetter Hadis Zulbeari und Jungtalent Mike "El hombre con sentimiento" Pfister bestückt. Dazu der leichtfüssige Mergim Thaqi, der an guten Tagen Spiele im Alleingang entscheiden kann. Und weil Goethe verhindert war, kam Hesse. Maximillian Hesse von den A-Junioren.

Der grösste defensive Rohdiamant
Laut Clubikone Sepp Brändli der grösste defensive Rohdiamant im Verein. Einer für die erste Mannschaft. Dank dem Materialupdate wogen die Absenzen nicht mehr schwer. Selbstbewusst betrat man die Bühne, die für die Goldküstenmaradonas die Welt bedeuten. Kunstrasen Ormis. Platz 2. Der Arbeitsplatz der Götter in gelbschwarz. Die Boom-Shakalaka-Bienen wie sie längst von Fussballikone Günter Netzer geadelt wurden.

ksks2Bei den Gästen war Tina Turner gesperrt. Mit Lorenzo Tognoni aber folgte einer der grössten Küsnachter-Stürmer der Vereinsgeschichte einem Aufgebot. Wobei auch in die Jahren gekommen der Gute. Der Ehrgeiz war vorhanden nach einem schlechten Saisonstart in Meilen den Zeiger zu drehen. Nur Küsnacht-Coach Tanner machte einen gar durchnächtigten Eindruck. Gebt dem Mann ein Bett!

Tognonis Zirkustrick
Das Spiel begann temporeich. Beide Teams betrieben einen hohen physischen Aufwand. Hart, aber (meistens) fair. Ein frühes Tor gab dem Spiel auch den nötigen Impuls. Fünf Minuten war gespielt, Tognoni bekam Platz, bekam Zeit. Nach einem Zirkustrick (Langar blieb nur das Staunen) und einem trockenen Abschluss führte Küsnacht mit der ersten Torannäherung. Es war dann aber die letzte Torannäherung für lange Zeit.

Den offensiven Taktstock wurde nun vollumfänglich von Meilen übernommen. So war es ein Dändliker-Lob über den schon geschlagenen Hüter, der in Extremis von einem roten Verteidiger von der Linie gekratzt wurde. Nach einer knappen halben Stunde und einem perfekt getimten Eckball von Serna, war es Leihstürmer Zulbeari, der aus drei Metern nur den Pfosten traf.

ksks3Die grösste Möglichkeit aber hatte Thaqi zwei Minuten später. Nachem einem Angriff aus dem Lehrbuch war es am Ende Serna der den Ball in den Lauf von Thaqi schob. Sein Abschluss aber in die Beine des Hüters. Alleine vor dem Tor. Den Killerinstinkt in der Kabine liegen gelassen.

Nach diesem offesiven Feuerwerk lief Meilens Motor plötzlich auf Sparflamme. Es war eine ziemlich laufe halbe Stunde noch bis zur Pause. Pomadig der Auftritt, verweht die Frisuren. Die Goldküstenmaradonas bauten ab. Die Gäste hatten aber in diesem Moment nicht die Klasse ernshafte Gefahr für Meilen darzustellen.

Trotz 99,2% Ballbesitz im Rückstand
Was die Gäste aber hatten war ein Eckball kurz vor der Pause. Dann gab es eine Verketung von folgenden Umständen: Thaqi hatte gerade Termine, konnte seinen Gegenspieler nicht decken. Dieser bekam die Kugel auf den ersten Pfosten direkt auf den Kopf. Leider hatten auch Pfostenwart-Votta und Hüter Weiber Termine. So landete der Ball im Tor. Ziemlich unnötig. Trotz Feldüberlegenheit und Ballbesitz von 99,2% lagen die Fussballgötter aus 8706 0:2 zurück zur Pause.

Jegliche Pausenanimation wurde von der Geschäftsleitung gestrichen. Votta verstaute enttäuscht sein nun nicht benötigtes Hasen-Kostüm im Auto. Eine Woche hatte er geprobt. Die Pausenshows sind sein Leben.

Ritas Pausentee wirkte Wunder
Nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit kam Meilen mit viel Wille zurück auf den Platz. Im Notfall würde man heute auch Kunstrasen fressen das Motto. Ritas Pausentee, angereichert mit Marco Pantanis Haus Apotheke sorgte für schnellere Beine und vor allem Gedanken.

ksks4Endlich lief die Kugel. Und wie sie lief. Nach einer Co-Produktion und einem Zulbeari-Doppelpass war es Thaqi, der seine zweite grosse Möglichkeit im Spiel zum Anschlusstreffer nutzte. Gespielt waren erst drei Minuten in Halbzeit zwei. Die Meilen II Abbruch und Torgefahr GmbH war nun auf Platz. Wieder nur sieben Minuten später war der Ausgleich Tatsache. Nach einer wiederum göttlich geschlagenen Traumflanke von Serna stieg in der Mitte Azzato wie Senderos gegen Südkorea und nickte die Kugel wuchtig zum Ausgleich in die Maschen. Gänsehaut.

Das Spiel in elf Minuten ausgeglichen. Wie im Rausch diese Goldküstenmaradonas. Die Zauberfloh-Offensive um Zulbeari, Thaqi und Azzato (keiner über 170 cm gross) drückte dem Spiel nun den Stempel auf. Leider wurden wieder viele Chancen ausgelassen. Allen voran Zulbeari hätte seinen Namen gut und gerne zwei, dreimal in der Torschützenliste eintragen können. Wollte nicht sein.

Doch Meilen hielt den Druck aufrecht. Die Gäste kämpften nun mit dem hohen physischen Engagement der ersten Halbzeit. Der gelbschwarze Würgegriff zog sich zu. Irgendwann wurde der Druck für Küsnacht zu gross. Penalty für Meilen. Zulbeari war im Strafraum gefällt worden. In Baumfäller-Manier. Eigentlich von der Position völlig unnötig. Meilen nahm das Geschenk als guter Gastgeber natürlich gerne an.

Cooler Serna
Weil Alimi auf der Tribüne und Hedzic im New Yorker Kaufhaus schwitzten, fehlten die beiden Penaltyschützen. So musste Spielmacher Serna in die Bresche springen. Obwohl er immer ganz nervös ist vor Penaltys. Die zwei Meter Latte im Tor von Küsnacht machte es auch nicht gerade einfacher. Trotzdem blieb Serna cool as hell und verwandelte sicher in die obere rechte Ecke. Die Goldküstenmaradonas hatten das Spiel gedreht. Von 0:2 zu 3:2.

ksks6Nun hiess es die Uhr runterspielen. Eine Angst noch ein Tor zu kassieren war nicht mehr da. Schliesslich war Alt-Star Tognoni mit seinem neuen Rucksackmodell Langar Spezial 3000 aus dem Spiel genommen und daher Offensiv von den Gästen nichts mehr zu sehen. Bis zu dieser ominösen Minute 87.

Prellball und gemischter Salat
Nach einem Prellball und einem gemischten Salat kam der Ball auf den rechten Flügel der Gäste. Dort kam der eben eingewechselte Komatzki nicht in die Spur und schaffte es sein bereits angedeutedes, angefangenes Foul zu Ende zu bringen. 20 Meter am Gegenspieler hangend. Den Stier nicht auf den Boden gebracht. Erst im Strafraum dann. Zu Boden gebracht. Beim eidgenössischen Schwingfest hätte es für diesen Move technische Sonderpunkte gegeben.

Im Fussball aber entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty. Es blieb ihm dabei keine Wahl. So kam es wie es nie hätte kommen dürfen: Küsnacht schaffte den Ausgleich. Drei Minuten vor Ende. Mitleid brauchen sie keines zu haben. Schliesslich hätten die gelbschwarzen Jediritter der Fussballkultur den Match schon viel früher entscheiden können. Möglichkeiten dazu waren vorhanden.

Gleich nach dem Spiel wurde der Mannschaft wegen dem verpassten Sieg der offizielle Auftritt an der Suuser-Chilbi gestrichen. Lesen sie nächste Woche an gleicher Stelle welche Pappheimer sich nicht daran gehalten haben. Nächste Woche Neumünster auswärts. Wiederum zu Gast bei Handwerkern. Wir bleiben dran. Hans Nötig

Küsnacht II - Meilen II 3:3 (2:0)
Allmend. - SR: Cabeza Oblicua
Tore: 5. 1:0. 44. 2:0. 48. Thaqi 2:1. 55. Azzato 2:2. 80. M. Serna (Penalty) 3:2. 87. (Penalty) 3:3.
Meilen II: Weber, Pfister, Hesse (83. Komatzki), Greiner, Langar, Saxer (53. Azzato), Dändliker (40. Votta), Azzato (33. Beglinger) M. Serna, Thaqi, Zulbeari.
Bemerkungen: Meilen ohne M. Messerli (Aktuell sexuell überfordert), Ch. Messerli (Gezerrter Cumulus-Muskel), Hedzic (Dark-Room Tour New York City), Bucher (Mit Diego Maradona an einer Mehl-Degustation, Buenos Aires), Bonadei (Planung ist alles: 4. Gelbe Karte per Suuser-Weekend), Alimi (Gastreferat zum Thema bunte Zehennägel, Jerusalem), Sudakow (Fleischvogel-Grippe nach Putin-Art), It (Wahl zum Mister Knäckebrot 2014), Frei (Bier im Schleimbeutel entzündet), Zanghellini (Erntedankfest), Reho (Mit Chrigi Zürcher in der Liebesoase) und natürlich Ritz (Verdeckter Ermittler des blauen Kreuz an der Suuser-Chilbi)

Letzte Änderung am Freitag, 06 Februar 2015 09:31

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