Auch im Schatten gibt es Licht

Auch im Schatten gibt es Licht


  • Untere Ligen
  • 13.04.2015
  • 20:37

Nach der desaströsen Rückrunden-Auftakt Pleite gegen Wurst & Holz Männedorf rehabilitieren sich die Goldküstenmaradonas gegen den Hasen-Züchter-Verein Zollikon mit einem reingeknorzten 3:2 Heimsieg. Das Beste war tatsächlich und unbestritten das Resultat. Der Rest war eine Hommage für Altersturnen unter der Frühlingssonne. Am Schluss ebneten Kamerad Glück, Penalty-Gott Alge und legale Steroide den Weg zum ersten Dreier 2015.

Niederlagen machen stärker pflegen Tiefseetaucher im sportlichen Sinne als Ausrede zu gebrauchen. Bei den Goldküstenmaradonas allerdings brannte nach der Pleite gegen Männedorf wahrhaftig der Baum. Es ging so weit, dass unmittelbar nach der Niederlage das Care-Team der Vogelwarte Sempach beansprucht wurde. Der Stachel sass tief im erfolgsverwöhnten Maradona-Gesäss.

Am Montag dann der Schock: Trainerrücktritt. Mattieu und Lucien wollten das Weite (FC Zürich?) suchen. Suchten sie, fanden sie aber nicht. Am Schluss kam raus: Alles reine Inszenierung. Die beiden waren gar nie weg, werden es auch nie sein und haben immer noch vor, in 12 Jahren mit dieser Mannschaft in der Super League zu spielen.

Wein predigen und trinken
Genau diese bescheidene Herangehensweise schätze ich so an diesen beiden Sportskameraden. Sie predigen Wein und trinken ihn auch. Konsequent wie die Nationalbank. Die Konsequenzen der Männedorf-Niederlage waren für alle Kadermitglieder eklatant: Direkt nach dem Spiel gab es ein Straftraining nach irakischem Vorbild.

Danach wurden alle Smartphones eingezogen. Da und dort musste mit einem friedfertigen Teaser-Einsatz nachgeholfen werden. Nach dem Abschlusstraining am vergangenen Donnerstag konnte mit Vladimir Putin eine Ikone der Selbstüberschätzung als Kabinen-Referent gewonnen werden. Er hatte den Goldküstenmaradonas die Ukraine versprochen, sollten sie die Zolliker-Querflöten-Spezialisten bodigen.

Doch vor dem Spiel ist nicht nach dem Spiel und während des Spiels ist nicht vor dem Spiel. Garantiert.

Kleingeld für Herrliberg-Schlagi
Also rein in den Ofen der fetttriefenden Fussballunterhaltung. Meilen gewohnt im knappen Gelbschwarzen. Die Gäste blau. Also farblich. Schnell ist mir der Sportsfreund mit der Nummer 10 bei den Gästen aufgefallen. Der ehemalige Herrliberger-Schlagi schnürt sich für das entsprechende Kleingeld die Fussballstiefel neu für die Reserven von Zollikon. Wohl der gleiche weitsichtige Berater wie Eren Derdiyok.

Aber gleich rein auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Es war eine harzige Anfangsphase. So wie WC-Reiniger auf leeren Magen. Kann mal vorkommen. Doch nicht jeden verdammten Sonntag.

Beide Teams konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht der Sportart Fussball zuweisen. Eher Blockflöten/Trampolin-Tango. Oder Seifenkistenoper-Hochsprung. Bei den Einheimischen spürte man förmlich die Verunsicherung der letzten Wochen. Always ohne Flügel.

Baldriantee für Lucien
Für die erste Aufregung sorgte Meilens Coach Lucien, als er in der Coaching-Zone herumturnend dem Schiedsrichter die Regeln erklären wollte. Der Schiedsrichter pochte auf sein eigenes Regelwerk und Lucien wanderte auf die Tribüne. Dort bekam er von Allmend-Ikone Nuschle zur Beruhigung einen Baldriantee.

Auf dem Feld war Meilen immer noch im Trauerspiel-Modus. Dies gipfelte nach 20 Minuten und einem bösen Ballverlust von Bucher in der Führung der Gäste. Aus dem Nichts. Zollikon führte und das gelbschwarze Fussballwunder zeigte schon wieder seine hässliche Fussballfratze.

Meilens Hüter Weber musste gleich in der Folge sein ganzes Können aufbieten um den Rückstand nicht vergrössern zu lassen. Es war wiederum kein Zuckerschlecken was die Ballvirtuosen seinen Rängen anbot.

Bei Zollikon wusste man um das technische Limit, bei Meilen war man erstaunt, dass man dieses Niveau ebenfalls erreichen konnte.

Penalty, Notbremse, Rote Karte
Praktisch mit dem Pausenpfiff outete sich der Fussballgott als gelbschwarzer Schlachtenbummler. Als Meilens Sturmhoffnung It endlich den Turbo fand, alleine auf das Zollikon-Tor zustürmte und nur noch regelwidrig umgeholzt wurde, entschied der zunehmend zu gefallende Schiedsrichter Kokë Peshku auf Penalty, Notbremse und Rote Karte für den Torschutz-Verantwortlichen der Gäste inklusive.

Das war natürlich ein Fall für Meilens-Abwehrchef und Kapitän Ermin "Alge" Hedzic. Mit einem Knaller vor dem Herrn drosch der das Spielgerät unter die Latte. Mit dem ganzen Frust der letzten Wochen. Mit der Pause war der Ausgleich Tatsache.

Es war aber wiederum keine Leistung, wie man diese von den Goldküstenmaradonas zu erwarten hatte. Spielerisch war die Luft nach oben praktisch unbegrenzt.

Wieder begnadigt wurde Coach Lucien. Er durfte die Tribüne wieder verlassen und auf der Trainerbank Platz nehmen. Als Gegenleistung gab er dem Spielleiter in der Pause die Regeln durch. Fairness ist alles.

Gleich nach dem Seitenwechsel liessen sich die Gastgeber einlullen. Schliesslich war man ein Mann mehr, dann konnte man bei den Schritten ein wenig sparen, so der allgemeine Tenor. So war es wiederum Hüter Weber, der mit einer weiteren Glanzparade seinen Kameraden den Schlendrian austreiben musste.

Es wurde tatsächlich besser. Ohne Schläge. Ohne häusliche Gewalt. Das Engagement nahm wieder zu.

Spielzug für die Geschichtsbücher
Was folgte war ein Spielzug für die Geschichtsbücher. Aussenback Langar, nach einer schöpferischen Pause wieder mit vollem Einsatz dabei, lancierte seinen Flügel Beglinger mit dem absolut richtigen Timing. Dieser hob bei seinem Flügellauf fast ab. Sein präzises Zuspiel von der Grundlinie fand in der Mitte Spielmacher Serna, der mehr oder weniger nur noch seine Goldfüsschen hinhalten musste. 2:1 für Meilen.

Die weiblichen Groupies tobten auf der Tribüne. Nun konnte man durchaus von einer völlig verdienten Führung von Meilen sprechen. Gespielt eine Stunde.

Nun hätte ich gewettet, dass die Zolliker noch den Allerwertesten versohlt bekommen. Zum Glück aber hatte es keine Wett-Bude in der Nähe.

Butterweicher Freistoss
Aus unerklärlichen Gründen waren es nicht einmal zehn Minuten später die Gäste, die mittels eines butterweich geschlenzten Schlagi-Freistoss' den erneuten Ausgleich packten. 2:2 nach knappen 70 Minuten.

Trotz Überzahl und trotz der enorm grösseren fussballerischen Klasse. Es war nicht der zu erwartende Befreiungsschlag. Noch immer kann der Fussballzauber nicht abgerufen werden. Die Leiden von Hochbegabten. Nicht immer einfach.

Die Gäste aus Zollikon waren drauf und dran einen Punkt aus Meilen zu entführen. Das wäre ganz klar der nächste Nackenschlag für Meilen gewesen.

Zur Schlussphase kamen bei Meilen in der Offensive Starstürmer Alimi (nach Dubai-Wellness-Ferien) und Flügelhoffnung, der Mann der mit Jesus tanzt, Zanghellini.

Alimi ein Ärgernis, Zanghellini ohne Ballkontrolle
Während der Starstürmer nur lautstark in seinen Schnauz murmelte und zeitweise gar ein Ärgernis war, hatte Jungspund Zanghellini Mühe mit der Ballkontrolle. In der Folge wurde der Wodka-Ausschank für Ersatzspieler sofort wieder gestrichen. Es war ein Versuch wert. Ein Versuch der völlig nach hinten losging.

Während man sich seelisch bereits auf das magere Unentschieden eingestellt hatte, übernahm Schiedsrichter Kokë Peshku die Hauptrolle. Er zeigte in der Nachpspielzeit nach einem Handsspiel von Robinso Crusoe erneut auf Penalty für Meilen. Was für ein Glück für Meilen. Nach diesem Grottenkick mit dem Schlusspfiff noch einen Penalty kassieren. Heilige Abseitsfalle im Ballsack.

Wiederum stellte sich Kapitän-Alge der Verantwortung und drosch das Leder mit grosser Wucht in die Maschen. Weil aber Meilens Brennwald bei der Ausführung bereits vor dem Schützen stand, entschied Schiedsricheter Peshku auf Wiederholung. Die nie da gewesene Spannung, die Spielattraktivität, hatte praktisch mit dem Schlusspfiff Einzug gehalten.

Hedzic hält Druck stand
Nun hiess es Eier zeigen, vor allem für Schütze Hedzic. Dem Druck standhalten. Doch auch im zweiten Anlauf souverän wie Sepp Blatter in der Korruption verwandelte er die Kugel im Gehäuse der Gäste. 3:2 für Meilen. 94 Minuten waren inzwischen gespielt. So klaut man im letzten Moment noch den Sieg. Das war grosses TATORT-Kino am Sonntagnachmittag. Am Schluss zählen die hocherortischen drei Punkte.

Die Art und Weise wie diese zu Stande kamen, waren aber alles andere als sportlich pricklend. Die Angriffsmaschinerie Gelbschwarz 8706 hat weiterhin Mühe bei der ungenierten Entfaltung. Schliesslich ist man grundsätzlich geboren diese Liga auch auf einem Bein zu dominieren.

Es wäre schön, würden das diese verwöhnten Fussball-Virtuosen auch wieder einmal vollumfänglich auf den Platz bringen. Hacke, Spitze und Schönbi-Zweifach-Tunnel. Wo bleibt ihr? Zeigt euch mal wieder. Hans Nötig

Meilen II - Zollikon II 3:2 (1:1)
Allmend Meilen. - SR: Kokë Peshku.
Tore: 20. Krapf 0:1. 43. Hedzic (Foulpenalty) 1:1. 62. Serna 2:1. 70. Schlageter 2:2. 94. Hedzic (Foulpenalty) 3:2.
Meilen: Weber, Langar (75. Dändliker), Bonadei, Hedzic, Ch. Messerli, Beglinger (72. Brennwald), Saxer, Bucher, Dändliker (62. Zanghellini), M. Serna (85. It), It (62. Alimi).
Bemerkungen: Meilen ohne Azzato (Kulturferien Ballermann), Komatzki (Gastreferat an der Nacht der langen Teigwaren ohne Sauce), D. Sudakow (ETH-Crack Wochen), Senn (Ausbildungs-Weekend Intimrasur), Greiner (Startgast SVP Wahlfeier Ernst Stocker), Fornara (Religiöser Sportverzicht), Kohler (Orgasmus-Blockade), Reho (Standaktion mit Parma-Schinken, Bahnhof Meilen), Votta (Planungsweekend Erschleichung Invaliden-Gelder für Scheinverletzung), V. Sudakow (Bewerbung als Bio-Hanf-Minister in Griechenland), Kobel (Treffen Dieter Bohlen Fanclub), P. Serna (Glasknochen-Revision), Thuran (3. Nachholtermin Veloprüfung) und natürlich Ritz (Bartwuchs ausser Kontrolle geraten, Sportverbot durch SUVA) 
Letzte Änderung am Dienstag, 14 April 2015 00:02

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