Auf die Knie Fussballwelt

Auf die Knie Fussballwelt


  • Untere Ligen
  • 05.05.2015
  • 08:30

Gott trug pflichtbewusst gelbschwarz: Endlich buchen die Goldküstenmaradonas wieder die grossen Bühnen der hiesigen Fussballgärten. Kurz im vorbeiwalken und dem doppelten Zirkusdirektor in der Schlussphase den bisher ungeschlagenen Leader entzaubert: 2:0-Auswärtssieg beim Studentenhauptsitz Racing Club Schneckenzüchter 09. Die Helden sind zurück aus dem Liegestuhl.

Liebe Genossen. Bevor wir dieses sporthistorische Ereignis der Sonderklasse Revue passieren lassen, erlauben Sie mir kurz auszuholen. Seit ich 1959 beim Tiermagazin Deep Fisting meine journalistische Laufbahn begonnen habe, war ich Zeitzeuge so vieler Geschehnissen, Triumphen und sonstigen sozialen Ungereimtheiten.

Ich war dabei als im Toggwil 1981 zwei asiatische Tiger ausgesetzt wurden. Ich erinnere mich vor allem noch an den fantastischen Apéro-Riche im Nachgang. Das zweite grosse Highlight war 1979 die Kreiseleröffnung und der damit verbundene kulturelle Aufschwung in Feldmeilen.

IMG 5871Mich haut, ausser dem breitnackigen polnischen Türsteher mit der Christian-Gross-Frisur, nicht viel aus der physikalischen Fassung. Und wenn, sind es die bunten Pillen die meine Enkel irgendwie vertreiben. Das unternehmerische Denken meiner Enkel beeindruckt mich gewaltig.

Kein Training der Volley-Kolumbianerinnen
Aber nun, das ist in diesem Moment nicht wichtig. Eigentlich wollte ich nur vermitteln, wie wichtig dieser Sieg eingeschätzt werden muss. Wie öfters war ich in der Trainingswoche als Zaungast dabei. Das bin ich immer dann, wenn die rassigen kolumbianischen Volleyballerinnen kein Training haben.

Was ich unter der Woche gesehen habe im offiziellen Trainingsbetrieb der Goldküstenmaradonas war zum Teil zum Haare raufen unter dem Helm. Nicht gerade intensiv was die jeweils anwesenden 7 bis 8 Nasen aufs Parkett brachten. Aber auch kein Wunder bei dieser Präsenz.

Trainer Heusser war immer noch abwesend. Er sammelt immer noch Strumpfhosen am Hauptbahnhof Shanghai. Für den Klassenkampf gegen die Schnelldenker vom ETH-Facility-Management Betriebsteam musste der personell ausgedünnte Kader noch ein wenig ausgebessert werden.

Torwarttalent aus dem Schwingernachwuchs
So bekam im Tor nicht der zuletzt souveräne Weber den Vorzug, sondern das spanische Torhütertalent Raul Eduardo Varela Pennetta. Er stammt aus dem weltweit bekannten Schwingernachwuchs aus dem spanischen Vigo.

Wie die Regenbogenpresse berichtete, hätte Weber bei einem nächsten Shutout (Spiele ohne Gegentor) den vertraglich fixierten Grundlohn verdoppelt. So munkelt man, dass der umsichtige Kassier Kreuter zwischen zwei Stangen den Torhüter intern sperrte. Mit einem Fingerschnipp. Wie bei dem Paten. Hollywood auf der ganzen Linie.

IMG 5891Vorne im Sturmzentrum fand man in der Trickkiste einen weiteren Hochkaräter für den angeschlagenen Kader. Allmend-Messi Zulbeari, eine Woche nach seinem unerwarteten Rücktritt aus den Reihen der ersten Mannschaft, stand er doch auch ein wenig überraschend im Aufgebot der Goldküstenmaradonas.

Genclerbirligi und zurück
"Zulbeari und mich verbindet eine lange Geschichte, ich habe in damals von Genclerbirligi aus der Türkei zurückgeholt nach Meilen. Nach seiner Zeit im Nachwuchs von Meilen habe ich seinen Weg eng verfolgt. Als wir ihn finanzieren konnten, war es klar ihn wieder zurückzuholen. Sein Dank waren Tore am Laufmeter. Das er heute noch einmal für uns auflief, ist eine grosse Geste eines grossen Fussballers" so Meilens Coach Lucien vor dem Spiel den natürlichen Tränengasredner hervorholend.

Neben diesen beiden temporären Mitarbeitern waren weitere elf Kadermitglieder nicht verletzt, nicht abwesend oder nicht auf der Strafbank. Einer kam direkt vom Flughafen: der zuletzt angeschlagene Zirkusdirektor Alimi flog direkt aus Wien ein.

Der sprechende Pandabär in Warschau
Er hatte am Vorabend in Warschau noch einen Gig als sprechender Pandabär. Seinem Nebenverdienst in wirtschaftlich harten Zeiten. Bei der Besammlung fehlte dann urplötzlich Senn. Was erlauben Senn, ulkte Mentalcoach Trapattoni. Wie sein Anwalt am Abend nach dem Spiel mitteilte, seien dem Senkrechtstarter am Vorabend alkoholische Getränke in den Sirup gemischt worden. Soweit also sind wir schon auf unserer Kugel. Ein schreckliches Beispiel im Gesamtkontext des gesellschaftlichen Niedergangs.

IMG 5901Kommen wir zum taktischen Setup der Jedi-Ritter am Lederball. Der weit gereiste Alimi fand sich überraschend auf der Ersatzbank wieder. Sein Platz nahm Leihstürmer Zulbeari ein. Ihm wurde die Gesamtverantwortung der Offensiven überlassen. Die restlichen zehn Arbeitnehmer in den gelbschwarzen Shirts hatten vor dem Spiel ein enges taktisches Korsett erhalten.

Auf dem linken Bein hüpfen
Man wollte möglichst lange nur auf dem linken Bein hüpfen und so die Gastgeber verwirren. Schon kurz nach Spielbeginn und einer taktischen Interpretation à la bonne heure war Meilen drin im Spiel. Racing lief gegen eine Wand und fand taktisch schnell das Heil in hohen Bällen, die in Meilens Hintermannschaft aber mit Handkuss abwehrte.

Vorne war es als erster Alleinunterhalter Zulbeari, der nach einer knappen Viertelstunde mit einem gefühlvollen Lob fast die Führung für Meilen hätte erzielen können. Ein erstes Raunen ging durchs Stadion.

Meilen blieb sich seiner Spielanlage in der Folge treu, agierte aus einer sicheren Defensive und liess die verwirrten Gastgeber im Normalfall mutwillig auflaufen. Nur einmal musste die spanische Zauberfee Varela im Tor richtig intervenieren, dies erfüllte er in der Manier eines ganz grossen seiner Zunft. Schade haben diese Szene die angereisten Scouts von Celta Vigo verpasst, sie holten gerade Kaffee und Gipfeli.

Bis zur Halbzeit waren Torraumszenen nicht mehr gesehen. Einzig Zulbeari verfügte über eine weitere Möglichkeit. Er brachte die Kugel aber nicht in den Hafen.

IMG 5887Die Gastgeber bewiesen in der ersten Halbzeit, dass Ballbesitz nicht alles ist. Zwar waren sie in dieser Statistik klar Feder führend, doch ohne grosse Torgefahr auszustrahlen. Dazu konnten die Gäste aus dem Hochgebirge für Fussballkunst dank der ökonomischen Spielweise viel Kraft sparen. Grünstadt Zürich überreicht in der Pause den Energiepreis 2015.

Der Fax aus Griechenland
Zudem meldete sich der abwesende Teamsenior Votta via Fax aus der Eurozone. Er weilt gerade in Griechenland und bringt den dortigen Finanz-Saboteuren das Sparen bei. Seine Message war mehr eine Frage: Wie grillt man in Griechenland? Ohne Kohle! Gruss Orazio stand auf dem Fax.

Danke für die Info. Leider schafften es die anwesenden Dramatiker nicht, daraus eine Ralph Krueger-Motivationsrede zu schustern. War aber auch egal. Den taktisch gegangenen Pfad der ersten Halbzeit wollte man auch in der zweiten nicht verlassen.

Weiterhin mit viel Geduld war das Motto. Racing fand auch in der Pause die Lösung nicht. Das Spiel plätscherte unter dem Deckmantel der gelbschwarzen Kontrolle dahin. Offensiv getrauten sich die Goldküstenmaradonas nun langsam mehr aus dem taktischen Loch der Spielkontrolle. So prüften der Reihe nach Dändliker, Zulbeari und Serna die Option einer Torannäherung mit Ball.

Nun war die Zeit gekommen den Zirkusdirektor aus der Garage zu holen. Damit wurde das taktische Korsett ein wenig gelöst, den Alimi und die Defensive sind so fest verwandt wie Bruce Darnell und Fredy Hinz.

Der würzigste Akteur
Trotzdem funktionierte Meilen weiterhin wie ein slowenisches Uhrwerk. Hinten war es der gewohnte Leader Hedzic, der seine Schafe im Griff hatte. Allen voran Bonadei, der hinten stark wie fünf Kastenwagen abräumte. Der giftige Italiener schafft es immer wieder bemerkenswert nach lässigen bis überheblichen Trainingsauftritten unter der Woche am Sonntag bereit zu sein wie Jackie Chan in "Sie nannten ihn Knochenbrecher". Wurde nach dem Spiel von Knorr zum würzigsten Akteur ausgezeichnet.

IMG 5908Nicht zu vergessen der starke Greiner, der trotz Hühnerfuss im Schambereich hinten links abräumte wie ein Berserker. Auf der anderen Seite gab Brennwald ein eindrückliches Lebenszeichen. Nach seiner Absenz im Sandbauen-Metier ist er definitiv zurück. Aggressiv wie selten.

Die neuformierte Zentrale um Bucher, Saxer und It schwang den taktischen Taktstock als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Alle drei verdienten sich Bestnoten. It schaffte es gar in den Recall.

Viel Laufarbeit verrichte auch die Flügelzangen. Dändliker und Spielmacher Serna stopften Löcher und kurbelten wenn immer möglich die Offensive an.

Und vorne. Vorne wuselte Zulbeari wie in seinen besten Tagen. Wer diesen starken Auftritt gesehen hat, wird einen allfälligen Rücktritt nicht akzeptieren können. Auch die später eingewechselten Alimi und Zanghellini fügten sich nahtlos ins erregierte Kollektiv ein.

Alimi und die Hauptrolle
Alimi schnappte sich gar noch eine Hauptrolle. 86 Minuten waren gespielt als der unermüdliche Dändliker am Flügel seinen gefühlt 453. Zweikampf gewann und das Leder mit letzter Kraft in die Mitte grätschte. Dort stand Alimi im Stil eines Eroberers, der kurz davor war, ein neues Land zu betreten. Nachdem er noch flockig einen Gegenspieler auf einem halben Bierdeckel austanzte, entsorgte er das Spielgerät artgerecht im linken Lattenkreuz.

IMG 5898Racing-Teammanager Kari lupft jetzt noch anerkennend mit dem Hut. Racing hatte zu diesem Zeitpunkt seit August 2014 kein Spiel mehr verloren. Nun stand Meilen dank einer vorzüglichen Mannschaftsleistung kurz davor, den Studenten die Bücher vom Tisch zu nehmen.

Es kam sogar noch besser. Während Racing alles nach vorne warf, war es Jungstar Zanghellini, der für einmal nicht chillte, sondern den Abschluss suchte und knapp scheiterte. Der Abpraller landete wiederum genau in den Füssen des weit gereisten Alimis. Humorlos schliesslich zimmerte er den Ball noch einmal und identisch ins linke Lattenkreuz als wollte er mit Nachdruck den Sturz der Ungeschlagenheit des Leader dokumentieren.

Luciens Schlusswort
Danach pfiff der souveräne Schiedsrichter Rei Do Bacalhau die Partie ab. Die Goldküstenmaradonas gewinnen 2:0 beim Leader. Einmal mehr Unterwasser Interracial Soft-Bukkake vom allerfeinsten.

Oder für Studenten verständlich: Cacatum non est pictum. Die Quote des Tages liefert aber an der Pressekonferenz nach dem Spiel Lucien. Auf die Frage wieso sein Team vor allem flach gespielt habe, entgegnete der Coach "Wenn Gott gewollt hätte, dass wir hoch spielen, hätte er das Gras in den Himmel gepflanzt". Hans Nötig

Racing Club Zürich III - Meilen II 0:2 (0:0)
Looren Witikon. - SR: Rei Do Bacalhau.
Tore: 86. Alimi 0:1. 90. Alimi 0:2
Meilen II: Varela, Brennwald (82. Zanghellini), Hedzic, Bucher, Greiner, Dändliker, Saxer, It, Bucher, Serna (59. Alimi), Zulbeari.
Bemerkungen: Meilen ohne Azzato (Eintritt in den Spätpubertät), Senn (Kein Papier im Faxgerät), Votta (Annahme der griechischen Staatsbürgerschaft in Athen), Fornara (Nachholtermin 1. Mai Krawalleregensicher.ch), Komatzki (Am Strich mit der Fahne), Weber (Lungenbrotlieferant von Racing Aussenback), Ch. Messerli (Einsatz als Vorher-Model der neuen Alkoholprävention des Bundes), Beglinger (Sozialarbeiter mit Ferienanteil eines neureichen Kapitalisten), D. Sudakow (Flugtraining in der Ukraine), Kohler (Zum Islam konvertiert, nennt sich neu: Magdalena Martullo-Blocher), Kobel (Berufliche Neuorientierung zum Zuhälter mit Fachausweis), V. Sudakow (Sitzstreik für freien Arzt- und Dopingwahl), Reho (Leiter Gruppenorgie der Briefmarkensammler) und natürlich Ritz (Gastreferat bei den veganen Salafisten zum Thema Bartpflege im heiligen Krieg).
Letzte Änderung am Dienstag, 05 Mai 2015 09:13

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