Die Verschwörung

Die Verschwörung


  • Untere Ligen
  • 12.05.2015
  • 00:22

Die Goldküstenmaradonas straucheln auf dem Heusser-Staub Acker. Nur 1:1 gegen die fussballerischen Laien-Vertreter aus Uster. Nach dem heroischen Sieg gegen Racing eine Woche zuvor standen die eigene Mentalität und vor allem auch der beim Gegner mitspielende Schiedsrichter Seni Lecca-Lecca im Weg. Endlich gibt es Fifty Shades of Grey auch in der Rasen-Edition. Hier mein Testbericht.

Siege machen sexy. Nach dem Racing-Knaller standen sie alle wieder auf der Matte: Die Schmalzlocken von der Presse. Egal ob BLICK-Dino oder NZZ-Praktikant mit schwer zu merkendem Name. Auch Tele-Züri Schmucki fand unter der Woche den Weg auf die altehrwürdige Allmend.

Dabei ist in der Szene hinlänglich bekannt, dass jedes Kadermitglied in Sachen Pressearbeit einzig mit dem grossen Hans Nötig (das bin ich!) sprechen darf.

Alle anderen Medien dürfen nur nach Zahlung einer Konventionalstrafe von zwei Porsche Cayenne direkt mit den Göttern im engen Gelbschwarzen kommunizieren. Schmucki, Dino und Co. mussten sich einmal mehr mit den bekannten Zaungästen bei den Trainings, Nuschle, modisch abgestimmt von Kopf bis Fuss in mintgrün und natürlich FCM-Ikone Sepp Brändli, begnügen.

IMG 5912Wobei Kenner der Szene ja schon lange munkeln, dass der grosse Josef "Sepp" Brändli jeweils die Aufstellung der Maradonas diktiert. Weil ich Mattieu und Lucien lieb gewonnen habe, äussere ich mich zu diesem Gerücht besser nicht. Soviel zum Wetter. Nun zum Eingemachten. Die grossen Taten der letzten Wochen forderten ihren Aufwand. Das sowieso schon viel zu knappe Kader zerrt nun aus dem letzten Kamelloch.

Kein Feuerwerk im Training
Wenn pro Training mehr als 10 Spieler teilnehmen gibt es danach obligates Feuerwerk. In den letzten drei Wochen gab es nicht ein Feuerwerk.

Gross war die Hoffnung auf Verstärkungen aus der ersten Mannschaft. Gruppenleiter Valon aber, nahm den Hilferuf auf die leichte Schulter. Wie sonst wäre zu erklären, dass er mit Ado Muitsch und Chrigel Stürchler zwei absolute Ersatzlatten anbot?

Vor allem Muitsch! Füttert lieber Vögel als bei den Goldküsten-Ehrenmännern Tee zu holen. Was erlauben Muitsch? Ohne Hilfe ging es nach Uster.

Mit dem letzten Aufgebot, Starverteidiger und lieber-Schiedsrichter Messerli wurde dank einer mannschaftsinternen Cumulus-Sammelaktion für den Sonntag eingeflogen. Mit ihm kam man auf 13 Spieler auf der Matchkarte. Sogar das insolvente Parma hat mehr einsatzbereite Spieler.

Egal. Gegen den ersten Vertreter des Tabellenschlusslichts hätte man ja theoretisch auch mit den obligaten acht Spielern aufkreuzen können. So die Meinung vor dem Spiel.

IMG 5915Einen ersten kleinen Knacks erfuhr die aufgeräumte und potenziell völlig überzogene Selbstsicherheit bei der Rasenbesichtigung.

Der Platz, ein Schandfleck
Ich wiederhole mich, aber auf einem solchen Acker würden bei uns an der Goldküste nicht einmal Hunde dazu genötigt werden für ihr Geschäft einen solchen Schandfleck zu betreten. Kranke Welt.

Nach einer Trauerminute und einem Schluck aus meinem achthundert-fränkigen Weinglas geht es weiter. Rein auf den Skandal-Platz. Schon nach sieben Minuten hätte Flügelgott Beglinger die Führung markieren können. Sein Schuss war aber zu fest Francine Jordi. Ein laues Lüftchen.

Minute 12, Zirkusdirektor Alimi wählt statt dem sicheren Tor die Variante Neymar & Zidane mit Flip-Flops. Leider konnte man das Kunststück nicht einmal im Ansatz erkennen. Grobfahrlässig diese Nonchalance.

Das erste aberkannte Tor
Doch Meilen, sind wir ehrlich, hatte einen fussballerisch bescheidenen Gegner absolut im Griff. Nach knapp 20 Minuten war es dann auch so weit. Tor für Meilen. Torschütze Serna. Hätte man meinen können. Der Schiedsrichter meinte in die entgegengesetzte Richtung und sah ein Offside, wo gar kein Offside sein konnte.

Die fairen Sportsmänner aus Meilen (wie immer mit dem Fairplay-Stempel auf der Brust) akzeptierten den krassen Fehlentscheid im Wissen hier mindestens noch 25 Buden zu schiessen in der Folge. Da war es wieder, das Selbstvertrauen.

Webers Pass direkt nach Uster
Einen Schritt weiter ging Meilens Schlussmann Weber. Völlig unbedrängt angespielt, mit dem Mitleid zum Gegner kämpfend, entschied er sich für die falsche Variante. Mit einem sauberen Pass auf den Mann, direkt in die Füsse des gegnerischen Stürmers stand er am Ursprung des völlig aus heiterem Himmel kommenden Führungstreffers für die Gastgeber.

IMG 5921Lucien und Mattieu massierten sich draussen gegenseitig die Herzen. Nicht zu glauben. Wobei auch der Hüter mal patzen darf, vor allem nach einer langen Pokernacht.

Dann passierte es wieder. Trotz der vorherigen absoluten Spielherrschaft brach nun Panik in den gelbschwarzen Reihen aus. Plötzlich wurde die taktische Ausrichtung hinterfragt.

Meilen im Schwimmkurs
In der Folge interpretierte jeder seine eigene Taktik, wie zu Hause auf der Playstation. Der Höhepunkt von diesem Steinzeit-Rückfall war ein Lattentreffer der Gastgeber. Nicht zu glauben. Meilen im Schwimmkurs. Danach war Pause.

Lucien sprach die kurz davor auf Helden-Ansprachen.ch heruntergeladenen Zeilen. Trotz ca. 100 Metern Distanz sah ich, dass er wütend war. Trotzdem war noch gar nichts verloren.

Mit einer nur halbwegs systemtreuen und kämpferischen Halbzeit als Team würde man hier die drei Tulpen schon noch vom Schlachtbank klauen.

Das Stürmerfoul
Los ging es. Und wie. Tor für Meilen. Messerli hatte nach einem Eckball und der Variante Rudel in der Abendsonne den Kopf am richtigen Ort und markierte ENDLICH den Ausgleich. Unglaublich aber wahr: Schiedsrichter Lecca-Lecca entschied auf Stürmerfoul.

Der zweite geklaute Treffer. Kein Tor. Selten gesehen. Doch immer noch: Der Leader der Herzen blieb ruhig. Weiter ging es. Der ins Spiel kommende Teamsenior und Wodka-König Votta hatte nach einer Serna Bogenlampe die erneute Chance auf den Ausgleich.

Zwei Minuten später zog Alimi alleine aufs Tor. Der Torschütze vom Dienst. Jetzt aber. Doch anstatt die Kugel einfach humorlos und flach zu schieben, entschied sich der Bulle von Tölz für das Buebe-Trickli. Und musste nach einem schmerzhaften Zusammenstoss mit dem voluminösen Uster-Hüter kurzzeitig unter die Wolldecke.

IMG 5913Nun spielten die Goldküstenmaradonas ihr Lieblingslied: Die Einbahnstrasse in Uster. Weil die Gastgeber kein Rezept für den Dauerbeschuss der gelbschwarzen Zivildienstler fanden, sprang der doch langsam etwas seltsam pfeifende Schiedsrichter in die Bresche.

"Alge" muss vom Feld
Nach einem Dutzend-Foul stellte er Meilens-Abwehrturm und Bierkönig Ermin "Alge" Hedzic vom Platz. Es sei hier aber erwähnt, dass er konsequent die Fehlentscheidungen gegen Meilen pfiff. Immerhin eine Linie. Erstaunlich ruhig blieb die berüchtigte Bank aus Meilen (wenn das die Zolliker gesehen hätten!).

Mit einem Mann weniger und der angestauten Wut im Bauch setzten die Goldküstenmaradonas in der Abendhitze von Uster den Gangschalter in den nicht vorhandenen 7. Gang.

Der formstarke Dändliker
Trotz der Unterzahl drückten sie nun den Gegner an die Wand. Schliesslich war es der formstarke Dändliker, der nach einem nächsten gefährlichen Eckball das Leder wie Jürgen Kohler in seinen grossen Tagen über die Linie nickte. Es war ein wenig wie Senderos gegen Süd-Korea. Einfach ohne Blut. 1:1.

Der Schiedsrichter gab den Treffer. Welch Wunder. Nun brachen alle Dämme. Trotz der nummerischen Unterzahl stürmten die Gäste als gäbe es kein Morgen mehr. Schliesslich war es wieder Dändliker, der nach einem Eckball am Penaltypunkt völlig frei zum Kopfstoss kam und diesen wieder wuchtig wie das Dekolleté von Gina-Lisa Lohfink in die Maschen zimmerte.

IMG 5919Was für ein Tor. Was für eine Wende. Dachte man. Schiedsrichter Lecca-Lecca brachte es tatsächlich fertig, den dritten Treffer für Meilen an diesem Nachmittag zu annullieren. Es war ein völlig korrekter Treffer. Dändliker verstand die Welt nicht mehr. Ein Care-Team kümmerte sich nach dem Spiel sofort um ihn. Skandal ist das falsche Wort, denn das wäre deutlich untertrieben.

Handschlag mit dem Trainer
Das Sahnehäubchen auf die Skandalleistung des Schiedsrichters, setzte dieser nach dem Schlusspfiff gleich selbst. Mit einem freundschaftlichen und einstudierten Handschlag verabschiedete er sich vom gegnerischen Trainer. Ein Spiel, das man mit einem normalen Spielleiter 4:1 gewinnt, geht schlussendlich unentschieden aus.

Trotzdem müssen sich die Ballzauberer der goldenen Küste den Vorwurf gefallen lassen, nach dem unglücklichen Rückstand in absoluter Panik verfallen zu sein anstatt cool down und take it easy weiter zu fahren. Gegen Uster müsste man sogar dann gewinnen, wenn der Schiedsrichter beim Gegner mitspielt.

Naiv wie die 12-jährige Hanna an ihrem ersten Fez. Aber mit dem Schiedsrichter hatte man für einmal einen echten Sündenbock. Bleibt zu hoffen, dass dieser trotz Muttertag noch das Hinterteil versohlt bekam. Hier ist Gewalt eine Lösung. Hans Nötig

Uster III - Meilen II 1:1 (1:0)
Matthias Heusser Staub Wiese. - SR: Seni Lecca-Lecca
Tore: 24. Vogelnest 1:0, 80. Dändliker 1:1.
Meilen: Weber, Ch. Messerli, Hedzic, Bonadei, Greiner, Beglinger (46. Votta), Saxer (66. Zanghellini), Bucher, Dändliker, Serna, Alimi
Bemerkungen: Meilen ohne Azzato (Tampon-Fetisch), Senn (Gefangen in einem Frauenkörper), Kohler (Gastreferat am Tag der alten, gebrechlichen Männer), Komatzki (Fachtagung der Lüftungsindustrie in Maulstadt), Fornara (Überlastet als Führer der Anti-Anliker Bewegung), D. Sudakow (Als Vujo-Double am Medienball 2015 engagiert), Brennwald (Garten-Sklave bei Sportchef Boppart), Reho (Sportverzicht wegen neuen Wimpern), Kobel (Anabolika-Open 2015), Langar (König der Primarschülerinnen), V. Sudakow (Gefangen in einer Asservatenkammer) und natürlich Ritz (Feier zum Übertritt zum Islam, nennt sich neu Ali Bin Ladenschluss). 

Letzte Änderung am Dienstag, 12 Mai 2015 01:27

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