Zufriedenstellender Einstieg in die 1. Liga

Zufriedenstellender Einstieg in die 1. Liga


  • Frauen
  • 04.09.2017
  • 20:58

Nach einer 1:2-Niederlage zum Saisonstart gegen Altstetten resultierten für die Erstliga-Frauen des FC Blue Stars mit einem 1:0-Erfolg beim FC Gossau SG die ersten drei Punkte.

Zumindest die zweite Halbzeit war ansprechend und der Erfolg daher nicht gestohlen. Zuvor hatte das Team allerdings Nerven gezeigt und konnte sich bei Goalie Joëlle Zellweger bedanken, dass es nicht schon zur Pause deutlich in Rückstand lag.

Der auch für das Team etwas überraschende Aufstieg der Blues machte die Saisonplanung recht schwierig. Die 1.-Liga-Meisterschaft begann viel früher als die vorausgegangene schon Mitte August, so dass kaum Zeit für einen gehörigen Aufbau und für Vorbereitungsspiele blieb.

Einem Test gegen den FC Affoltern (3:0) folgte schon zwei Tage später die erste Meisterschaftsbegegnung gegen den FC Altstetten, die knapp 1:2 verloren ging. Nach einer 1:3- Niederlage beim Test gegen den FC Kloten (NLB) folgte Ende August die Begegnung im Schweizer Cup gegen den FC Aarau (NLA).

Das "Stängeli" gegen Aarau
Die Blausterne kämpften unglücklich, sorgten schon nach zwei Minuten mit einem Eigentor für einen Rückstand, konnten zwar 25 Minuten einigermassen mithalten, kassierten danach aber Tor um Tor bis zum 0:10-"Stängeli". An sich wäre das ja kein Unglück gewesen, denn Aarau hat dieses Wochenende mit der 0:2-Niederlage bei Serienmeister FCZ bewiesen, dass es ganz oben mitspielen kann.

Dennoch ist es frustrierend, wenn du 90 Minuten keinen Stich hast und immer nur dem Gegner hinterher rennst. Das Teufelchen im Kopf fragt andauernd, ob du überhaupt Fussball spielen kannst, und oft nimmst du die Verunsicherung ins nächste Spiel mit.

Den Blues ging es nicht besser: Sie mussten sich in der ersten Halbzeit in Gossau dominieren lassen, spielten fahrig und gaben die Bälle leichtsinnig her. Ein Steilpass von Stefanie Egli auf Femi Fokkens hätte schon in der 12. Minute die Führung für das Heimteam bedeuten können, aber Carmen Bernardino rettete in höchster Not.

In der 34. Minute lenkte Blues-Goalie Joëlle Zellweger Eglis Weitschuss an den Pfosten. Kurz darauf faustete sie einen Freistoss von Captain Angelina de Martin über die Latte. Und zwei Minuten vor dem Wechsel lenkte sie de Martins Hammer, den alle schon drin gesehen hatten, mit einer Flugeinlage um den Pfosten. In der Pause zeigte sich, dass ihre Schulterläsion einen weiteren Einsatz verhinderte.

Mittelfeldspielerin geht ins Tor ...
Weil Goalie Nathalie Sommer nicht dabei sein konnte, musste Mittelfeldspielerin Dragi Martic in der zweiten Hälfte das Tor hüten. Weitere Wechsel brachten frischen Wind ins Team, unter anderem auch durch Ex-FCZ-Juniorin Noëmi Saladin.

... und erzielt den entscheidenden Penalty-Treffer
Plötzlich gelang es den Sternen nach Abschlägen viel besser, den Ball in Besitz zu halten. Als Saladin in der 52. Minute gefährlich in den Strafraum eindrang, wurde sie umgestossen und es kam zum Penalty. Neu-Goalie Martic übernahm die Ausführung. Zwar rutschte ihr der Ball reichlich über den Rist, aber anders als bei Blerim Dzemaili blieb er präzis genug und landete dennoch im Netz.

Der Treffer veränderte wie so oft die Psychologie des Spiels. Goalie Stephi Bushta im Gossau-Tor hatte plötzlich jede Menge zu tun, so bei Saladins Kopfball in der 61. oder bei deren Freistoss in der 70. Minute. Bei einem Eckball wenig später stand das Gossau-Tor offen, nur war kein Blaustern zur Stelle.

Den schönsten Angriff der Partie löste Innenverteidigerin Selina Weber in der 83. Minute aus, die plötzlich am linken Flügel auftauchte und von dort mit dem an sich schwächeren linken Fuss eine prächtige 30 m - Flanke vor das Tor schlug. Alessia Schaaf erwischte den Ball volley, traf ihn aber nicht richtig, so dass er am weiten Pfosten vorbei flog.

Hinten verwalteten die Blues den Vorsprung sehr sicher, denn als exzellente Technikerin mit gutem Stellungsspiel erwies sich Dragi auch in der Rolle als Ersatztorhüterin mit Unterstützung ihrer Vorderleute als unüberwindlich.

Keine leichten Spiele mehr
Klar ist schon jetzt, dass es in der neuen Saison keine leichten Spiele für die Aufsteigerinnen aus Zürich geben wird.

Wie Gossau-Trainer Tobias Baumann nach dem Spiel meinte, wurde sein Team für die schlechte Chancenauswertung in der ersten Hälfte bestraft ("Wenn du sie nicht machst, kriegst du sie"). Immer werden die Gegner den Blues diesen Gefallen nicht tun. Also gilt es, künftig solider und selbstbewusster aufzutreten.

Schon die nächste Aufgabe wird sehr schwierig, denn am Donnerstag erwarten die Blausterne im Hardhof den FC Rapperswil-Jona, mit Ex-GC-Angreiferin Jessica Berger. (Roger Weber)

Gossau SG - Blue Stars 0:1 (0:0)
SR: Birrer.
Tor: 53. Martic (Penalty) 0:1.
Gossau: Bushta; Grosset, Scherrer, Germann, Baumann; Lüscher, Frick, De Martin; Dürr, Egli, Fokkens; Owassapian, Scherrer, Willi, Schmidli.
Blue Stars: Zellweger; Meier, Egli, Weber, Bernardino; Locati, Stronski, Maager, Bork; Hoffmann, Salzmann; Martic, Obrist, Eilinger, Rochat, Schaaf, Saladin.
Letzte Änderung am Dienstag, 05 September 2017 22:55

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