Der Freistoss von Diego Zoller landet genau in der hinteren Höngger Torecke zum 1:0 für WB.

FCWB setzt ganz starkes Zeichen

Der Freistoss von Diego Zoller landet genau in der hinteren Höngger Torecke zum 1:0 für WB.
Kaspar Köchli

  • 1. Liga
  • 11.03.2018
  • 18:36

Der Start zur Rückrunde ist geglückt. WB rang in einer hochklassigen Partie dank einer kämpferisch tadellosen Leistung die Heimischen auf dem Hönggerberg nieder.

Die Ausgangslage vor dem Rückrundenauftakt zeigte sich glasklar: Aufsteiger Höngg wollte seine guten Leistungen der Vorrunde untermauern, während Schlusslicht WB erpicht war, möglichst rasch die Rote Laterne abzugeben. Sieben Punkte trennten den gastgebenden Tabellensiebten von den Ämtlern, zudem führten die Stadtzürcher stattliche zehn Tore mehr auf ihrem Konto.

Davon war nichts zu spüren. WB drückte von Beginn weg aufs Gaspedal und unterstrich seine Ambitionen mit engagiert geführten Zweikämpfen. Glück benötigte Höngg in der 12. Minute, als sein Torsteher Blank bei einem Abschlag kurios WB-Stürmer Lugo traf, und der Ball darauf nur um eine Handbreite das Gehäuse verfehlte. Im Gegenzug wurden die Rotschwarzen durch ein Geschoss von Rutz gewarnt,

Höngg kam plötzlich zu Abschlussgelegenheiten. Die beste machte WB-Keeper Baumgartner zunichte, als er einen Schuss von Pereira aufmerksam über die Latte lenkte. Und bei der folgenden Corner-Doublette herrschte abermals Aufregung im Fünfmeterraum.

WB-Führung aus grosser Distanz
Nach 35 Minuten schlug WBs Mittelfeldstratege Zoller einen Freistoss aus weiter Distanz mit viel Gefühl und vor allem gewaltigem Drall in das gegnerische Hoheitsgebiet – der Ball flog überraschend an Freund und Feind vorbei in die hintere hohe Torecke.

Die Freude war von kurzer Dauer. Ein scharfer Flankenball Pereiras prallte an die Brust von WBs "Verteidiger-Turm" Todzi, und von dort in die Ämtler Maschen (40.). Beim gerechten Spielstand von 1:1 entliess der gute Unparteiische die Teams zum Pausentee.

Der Frust des ärgerlichen Ausgleichs schien WB nicht zu verunsichern, eher zu beflügeln. Es attackierte weiterhin früh und liess Höngg beim Aufbau kaum Anspielstationen. Vorerst gelangte der Gastgeber noch durch Pereira, Rutz und Forny zu passablen Gelegenheiten, danach übernahm aber WB resolut das Ruder.

Miljovic lancierte mit einem Zuckerpass den agilen Lugo, der losstürmte und seiner tollen Leistung mit dem 2:1-Treffer die Krone aufsetzte (62.). "Der Goalie zögerte beim Herauslaufen einen Moment, am Schluss entschied ich mich, ihn zu überlupfen", umschrieb der Torschütze schlicht seinen schönen Treffer.

Über den Rest der Partie ist rasch berichtet. WB kontrollierte das Geschehen, liess hinten nichts anbrennen und lancierte ein paar gefährliche Konter – dennoch hatte es noch zwei bange Momente zu überstehen.

Bei Hönggs bester Aktion in Hälfte zwei verhinderte Baumgartner mit wachem Reflex den Ausgleich und in der vierten Minute der Nachspielzeit landete der Ball am Ämtler Querbalken. Dann war Schluss und die Gäste durften verdient jubeln.

"Wer da oben bei uns gewinnt hat Vieles richtig gemacht“, meinte ein Höngger Fan anerkennend. In der Tat gelang das in der Vorrunde nur gerade Spitzenreiter Bellinzona.

Teamgeist und Physis überragend
WB imponierte mit seinem solidarischen und physisch grossartigen Auftritt. Jeder zeigte sich bis in die Haarspitzen kampfbereit. Was sich schon im Trainingslager auf Gran Canaria abzeichnete scheint Tatsache geworden zu sein: die neuen Spieler haben sich gut integriert, das Team ist zur Einheit gewachsen.

Erwähnenswert als Mosaikstück im Ganzen ist der 21-jähriger Brüniger, dem seine 1.-Liga-Premiere (über 90 Minuten) nervenstark glückte.

Bereits am kommenden Mittwochabend steht die nächste Partie an. Um 19.30 Uhr trifft WB im heimischen Moos auf den FC Tuggen, der mit seinem 4:0 gegen Balzers ebenfalls furios zur Rückrunde gestartet ist. (Kaspar Köchli)

Höngg - Wettswil-Bonstetten 1:2 (1:1)
Hönggerberg.
Tore: 35. Zoller 0:1. 40. Todzi (Eigentor) 1:1. 62. Lugo 1:2.
Wettswil-Bonstetten: Baumgartner; Todzi, Brüniger, Studer; Dzelili, Miljovic (77. Loosli), Peter, Schneebeli, Zoller (66. Peduzzi); Capone (90. Allemann), Lugo.
Letzte Änderung am Dienstag, 13 März 2018 09:23