Grosschance für WB: Mollet steigt am höchsten, sein Kopfball verfehlt das Ziel darauf nur um Handbreite.

Das Schlusslicht ärgert WB

Grosschance für WB: Mollet steigt am höchsten, sein Kopfball verfehlt das Ziel darauf nur um Handbreite.
Kaspar Köchli

  • 1. Liga
  • 07.04.2019
  • 16:32

Als klarer Favorit antretend, enttäuschte Aufstiegsaspirant WB massiv und musste sich gegen Mendrisio mit einem Remis bescheiden.

Auf dem Papier lautete die Affiche David gegen Goliath. Im Wettswiler Moos gastierte Schlusslicht Mendrisio, das in seinen bislang 18 Partien lediglich sechs Punkte eroberte, ihm gegenüber stand der Tabellenzweite WB mit stolzen 39 Zählern.

Dennoch war für den haushohen Favoriten Vorsicht geboten, die Tessiner hatten sich nach ihrer desolaten Vorrunde auf vielen Positionen nominell verstärkt.

Die Zuschauer waren sich punkto Prognose nicht einig. "Ein ‚Stängeli wird es nicht gerade geben, aber sicher eine klare Sache", meinte ein Fussballkenner, während sein Kollege entgegnete: „Das ist alles andere als ein 'Selbstläufer', Hauptsache drei Punkte.“

Unattraktives "Gekicke"
Erstaunlicherweise starteten die Heimischen sehr verhalten. Die Gäste waren es, die nach dem ersten Corner der Partie (20. Minute) einen Hauch von Gefahr heraufbeschworen. In der Folge waren sie am Drücker. Zuerst landete Reys Versuch im Ballfänger, dann setzte Cocimano sein Geschoss zu hoch an und schliesslich wurde der völlig freistehende Cornacchia nach Hereingabe von Polli derart überrascht, dass er dem Ball nicht mehr den entscheidenden Kick ins Tor geben konnte.

Nach einer halben Stunde gab WB erste Lebenszeichen von sich. Endlich. Zuerst wurde Capones Treffer wegen Abseits annulliert, später scheiterte der auffälligste, weil stets unberechenbare WB-Akteur Marjanovic zweimal knapp. Dann war Halbzeit. "Das war unterirdisch, und die wollen in die Aufstiegsspiele?" fragte ein WB-Fan rhetorisch.

WB erwacht, wenn auch spät
Beide Teams starteten unverändert in die zweite Hälfte. Die erste Gelegenheit besass Guerchadi, dessen Schuss von einem WB-Bein geblockt wurde (50. Minute). Die Gäste aus dem Sottoceneri traten nun mit gefälligen Ballstafetten in Erscheinung, während WB es zumeist mit langen Bällen in die Sturmspitze versuchte. Nach knapp einer Stunde wurde der angeschlagene Torjäger Lugo durch den 18-jährigen Gashi ersetzt, dieser verlieh der Angriffsmaschinerie ein bisschen Schwung.

Nach einer Minichance durch Miljkovic brauchte es auf der Gegenseite die ganze Aufmerksamkeit von WB-Keeper Thaler, um ein Geschoss von Damo über den Querbalken zu fausten. Offenbar bedeutete diese Aktion den endgültigen Weckruf für die Rotschwarzen. Fortan kämpften sie engagierter und der Willen, sich gegen die drohenden Punkteverluste zu stemmen, war offensichtlich.

So gerieten die Tessiner in den letzten zehn Minuten arg unter Druck, konnten ihr Gehäuse aber mit dem Glück des Tüchtigen reinhalten. Einmal verfehlte WBs Mollet mit seinem wuchtigen Kopfstoss das Ziel nur um Handbreite, dann wurde der einschussbereite Studer abrupt durch einen Offside-Pfiff gebremst und schliesslich fand Gashi mit seinem listigen Schuss Richtung Lattenkreuz in Schlussmann Cataldo seinen Meister.

Zum Matchwinner hätte schliesslich noch Dzelili werden können, als er in der tiefen Nachspielzeit den Ball von der Fünfmeterecke aus über das Tor drosch. Nach dem Schlusspfiff waren sich nicht nur die Zuschauer einig, dass der Favorit zu wenig für den Sieg gemacht hatte. "Irgendwie mangelte es uns an Ideen und wir kreierten praktisch nichts Überraschendes", stellte Captain Studer nüchtern fest.

Im gegnerischen Lager zeigte sich Torhüter Cataldo glücklich: "Natürlich bin ich zufrieden, nicht nur wegen dem 'Zu-Null'. Wir spielten wirklich gut zusammen, so wie wir es uns vorgenommen hatten. Dieser Teilerfolg stärkt uns weiter im harten Abstiegskampf."

Trotz der nichtbudgetierten Punkteverluste verteidigte WB den zweiten Rang hinter Baden. Dahinter lauert mit einem Punkt und einem Spiel weniger das zurzeit formstärkste Tuggen. Am nächsten Samstag trifft WB mit Thalwil wiederum auf einen Gegner aus dem Tabellenkeller. (Kaspar Köchli)

Wettswil-Bonstetten - Mendrisio 0:0
Moos. - 155 Zuschauer.
Wettswil-Bonstetten: Thaler, Studer, Todzi, Brüniger, Massaro; Peter, Mollet, Marjanovic, Miljkovic; Capone (71. Dzelili), Lugo (53. Gashi). 



Letzte Änderung am Sonntag, 07 April 2019 16:32

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