Der FC Küsnacht (in rot) ging gegen Herrliberg leer aus.

Küsnacht wird durchgereicht, Fällanden und Thayngen gerettet

Der FC Küsnacht (in rot) ging gegen Herrliberg leer aus.
fck.ch

  • 3. Liga
  • 18.06.2019
  • 08:20

Während Fällanden den FC Albania auf Distanz hielt und damit den Klassenerhalt feiert, steigt der FC Küsnacht nur ein Jahr nach der Relegation aus der 2. Liga in die 4. Liga ab. Ebenfalls viertklassig spielt in der kommenden Saison der FC Tössfeld, der im Kampf um den Klassenerhalt gegen Thayngen den Kürzeren zog.

Gruppe 1: Siebnen im Torrausch, Oberrieden erlöst
Bereits vor dem letzten Spieltag alles entschieden war in der Drittliga-Gruppe 1. Wohl auch deshalb verlor "Klassenprimus" Wollishofen, der als Aufsteiger feststeht, sein Heimspiel gegen Wollerau 0:2 – und kann trotzdem auf eine enorm erfolgreiche Spielzeit mit nur drei Niederlagen in 22 Partien zurückblicken. Derweil verabschiedete sich der FC Buttikon mit Anstand aus der 3. Liga und besiegte Oetwil-Geroldswil zuhause mit 6:3. Trotz des Sieges war Buttikon aber nicht mehr imstande, am unmittelbar über dem Strich platzierten Hausen am Albis vorbeizuziehen.

Damit bleibt der 3. Liga mit "HaA" eine der fairsten Mannschaften des Zürcher Fussballverbandes erhalten – auch in dieser Saison stellte die 1. Mannschaft von Hausen am Albis die nach Strafpunkten zweitfairste Mannschaft der Liga (hinter dem Racing Club ZH) und schaffte es im "Teamfairplay", welches auch den Cup beinhaltet, sogar auf Rang eins. Seinem Ruf als Schiessbude der dritten Liga wurde ausserdem Absteiger Oberrieden noch einmal gerecht. Zum Meisterschaftsende wurden der mit nur fünf Punkten und einem Saisonsieg schwächsten Drittliga-Truppe noch einmal die Grenzen aufgezeigt: Gleich 13:0 fegte der SC Siebnen seinen Gegner vom Feld – mit 118 Gegentoren stellt Oberrieden damit die mit Abstand schwächste Defensive der abgelaufenen Spielzeit.
Aufsteiger: FC Wollishofen
Absteiger: FC Oberrieden, FC Buttikon

Gruppe 2: Aufsteiger YF beendet Saison spielfrei
Auch in der Drittliga-Gruppe 2 standen Auf- und Absteiger bereits vor dem abschliessenden Spieltag fest. Und es herrschte auch nicht mehr Hochbetrieb am letzten Meisterschaftswochenende der 3. Liga. Nur drei Partien wurden ausgetragen – auch, weil die bereits als Absteiger feststehenden United Zürich-Reserven einer potenziellen Klatsche auswärts bei Aufsteiger YF Juventus aus dem Weg gingen, weil sie gar nicht mehr antraten und deshalb 0:3 forfait verloren.

Mit United verabschiedet sich die in der abgelaufenen Saison nach Statistik unfairste Mannschaft aus der Liga: In 22 Partien sammelte das Tabellenschlusslicht insgesamt 178 Strafpunkte und musste ausserdem einen Punkteabzug von sechs Zählern hinnehmen – auch ohne diesen würde United heute allerdings als Absteiger feststehen. In den übrigen Partien ging es eigentlich nicht einmal mehr um die "Goldene Ananas", für Spektakel war aber dennoch gesorgt: Das zweitplatzierte Wiedikon und die Blue Stars-Reserven trennten sich 4:4 unentschieden, Republika Srpska setzte sich gegen Albisrieden 4:3 durch, und Industrie Turicum gewann beim FC Tetova souverän mit 6:1.
Aufsteiger: SC YF Juventus II
Absteiger: FC United Zürich II, FC Oetwil-Geroldswil II

Gruppe 3: Albania erwischt es, Fällanden und Regensdorf II gerettet
In der Drittliga-Gruppe 3 stand der Aufsteiger Zürich-Affoltern ebenfalls bereits seit Längerem fest, doch am Strich ging es noch um eine ganze Menge: Vor dem abschliessenden Spieltag kämpften Fällanden, die Regensdorf-Reserven und Albania um die verbleibenden zwei Nichtabstiegsränge. Am Ende erwischte es den FC Albania, welcher schon vor der Finalissima die schlechtesten Karten besessen hatte. Der frischgebackene Absteiger kam bei Wetzikon II nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus und musste damit die Konkurrenz davonziehen lassen – sowohl Fällanden, das zuhause den Racing Club 4:1 besiegte, als auch Regensdorf II, das sich gegen die "Dübi"-Reserven 5:3 durchsetzte, gaben sich nämlich keine Blösse.

Damit wird Albania zusammen mit den Oerlikon/Polizei-Reserven, die bei Aufsteiger Zürich-Affoltern 2:7 baden gingen, den Gang in die Viertklassigkeit antreten. Der sowieso nicht aufstiegsberechtigte Racing Club darf sich neben Schlussrang zwei auch darüber freuen, dass er die nach Strafpunkten fairste Mannschaft der gesamten Liga stellte.
Aufsteiger: FC Zürich-Affoltern
Absteiger: FC Oerlikon/Polizei II, FC Albania

Gruppe 4: Schon alles entschieden, aber Rümlang im Torrausch
Um nichts mehr ging es in der Drittliga-Gruppe 4, wo Effretikon bereits als Aufsteiger und die Reserven des SC Veltheim und des FC Unterstrass als Absteiger feststanden. Dementsprechend locker flockig und torreich ging es am Wochenende zu und her. Das von der verbessserten Rückrunde und der damit verbundenen Rettung sichtlich immer noch euphorisierte Rümlang deklassierte Schlusslicht Unterstrass auswärts gleich 8:3, während Neftenbach beim 5:1 über Veltheim II und den Bassersdorf-Reserven beim 5:2 in Kloten je fünf Treffer gelangen.
Aufsteiger: FC Effretikon
Absteiger: FC Unterstrass II, SC Veltheim II

Gruppe 5: Tössfeld verpasst das Wunder, Thayngen gerettet
Mit einem Sieg in Ellikon Marthalen und einer gleichzeitigen Niederlage Thayngens in Seuzach hätte der FC Tössfeld – vorausgesetzt, die Strafpunktedifferenz zugunsten der Winterthurer bliebe erhalten – sich noch über den Strich schieben können. Am Ende verpasste Tössfeld den Klassenerhalt denkbar knapp. Thayngen erledigte seine Hausaufgaben nämlich nicht und bezog bei den Seuzach-Reserven eine 1:3-Niederlage. Tössfeld indes kam bei Ellikon Marthalen in einer verrückten Partie nicht über ein 4:4-Unentschieden hinaus. Zwar geriet die Winterthurer ganze viermal in Rückstand und erzielten den Ausgleichstreffer zum 4:4-Schlussstand erst in der Nachspielzeit, dazwischen hätten die Gäste aber teilweise mit einem Quäntchen mehr Glück die Partie zu ihren Gunsten wenden können.

Sogar noch mehr Tore fielen in der Partie zwischen dem FC Töss und Beringen, wobei sich die Winterthurer 5:8 geschlagen geben mussten, mit 51 Punkten aber den besten "Nichtaufsteiger" der Liga stellen und sogar mehr Zählen sammelten als Aufsteiger Zürich-Affoltern. "Die mangelnde defensive Leistung beider Mannschaften liess dieses Resultat zu", vermerkte FCT-Trainer Remo Todesco im "Landbote". Derweil schloss Aufsteiger SV Schaffhausen seine makellose Saison perfekt ab: Der 4:0-Erfolg beim FC Ramsen war der 22. Sieg der «Spielvi» en suite.
Aufsteiger: SV Schaffhausen
Absteiger: FC Ramsen, FC Tössfeld

Gruppe 6: Küsnacht wird durchgereicht
Ein Hitchcock-Saisonfinale hatte sich in der Drittliga-Gruppe 6 abgezeichnet, mit den punktgleichen FC Mönchaltorf und FC Küsnacht, unmittelbar über beziehungsweise unter dem Strich platziert. Im Meisterschaftsfinale wusste jedoch keiner der beiden Abstiegskandidaten zu überzeugen: Beide Mannschaften verloren ihre Partien – Herrliberg zeigte beim 3:1 gegen das benachbarte Küsnacht keine Gnade und Mönchaltorf verlor zuhause gegen Meilen 0:4 –, womit der FC Küsnacht aufgrund der schlechteren Strafpunktestatistik nur ein Jahr nach der Relegation aus der 2. Liga in die vierte Spielklasse durchgereicht wird. "Wir gerieten durch zwei Standards viel zu früh in Rückstand und verwerteten danach die Chancen nicht. In Bezug auf die Kaderplanung gibt es bei uns sicher Veränderungen, nach jetzigem Stand bleibt die Mannschaft aber mehr oder weniger zusammen", sagte Küsnachts Trainer Sam Wiedemann enttäuscht zur "Zürichsee-Zeitung".

Zusammen mit dem FCK muss Oetwil am See den Gang in die 4. Liga antreten. Der FCO wurde zum Meisterschaftsschluss beim 0:9 gegen Aufsteiger Wetzikon noch einmal richtig deklassiert und verabschiedet sich mit nur 17 Toren in 22 Partien als schlechteste Offensive der Liga aus der Drittklassigkeit. (oa)
Aufsteiger: FC Wetzikon
Absteiger: FC Oetwil am See, FC Küsnacht

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Juni 2019 08:20

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